!DOCTYPE html>

Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Image can't be displayed.

Sophie in Michigan

Ich fühle mich schon wie Zuhause

Nun sind schon - viel zu schnell meiner Meinung nach - zwei Monate in den USA für mich vergangen, voller spannender Erlebnisse und unglaublich vielen Eindrücken und neuen Menschen und Situationen. Nach zwei Monaten, was andeutet, dass das erste Trimester sich nun schon rapide dem Ende nähert und die ersten “Exams” (-> Klausuren) bevorstehen, hab ich mich nun schon gehörig eingewöhnt. Die neuen Dinge sind weniger neu und die alten Dinge ziehen gar nicht mehr so stark zu sich hin. Ich bin an dem Punkt angekommen, an dem ich mir hier wirklich “zuhause fühle”, da meine Freunde und ich nun wirklich eng sind, ich meine Gastfamilie sehr gut kenne und das Schulsystem und die Differenzen in der Art des Lernens sich nun wirklich eingeprägt haben.

Der Schulalltag
Am Anfang noch ein bisschen komisch, aber nach einiger Zeit normal geworden, ist der amerikanische Schulalltag, der sich sehr von dem Deutschen unterscheidet. Nicht nur ist ein Großteil des Stoffes einfacher als in Deutschland, besser erklärt und wird langsamer durchgearbeitet, sondern deine Noten werden sich relativ wahrscheinlich auch stark verbessern. Falls ein Beispiel benötigt wird: In Deutschland gehe ich auf ein Gymnasium und habe einen Schnitt von 2.3, in Michigan ist mein Schnitt im Moment 1.0 :). Man muss allerdings bedenken, dass High School in Amerika zwar zum Teil mehr auf Spaß und den allbekannten “School Spirit” ausgerichtet ist, gute Noten allerdings trotzdem durch harte Arbeit und nicht durch Quatsch machen ausgezeichnet sind. Das Notensystem in den USA ist insofern anders, dass eine mündliche Note nicht existiert,was heißt, dass eine Testnote einen sehr schnell von einer 1 zu 2 bringen kann. Gute Nachricht: Alle separaten Arbeits- und Testnoten sind in ein für den Schüler abrufbares System eingetragen und die Note kann sehr schnell wieder verbessert werden! :)

Mein momentaner Schulalltag sieht folgendermaßen aus: Nachdem ich um 6:30 (ganz wie in Norddeutschland) aufstehe, fahre ich mit meiner Gastschwester zur Schule, gelegentlich auch mit meiner Gastmutter. Natürlich könnte ich auch den Schulbus nehmen, allerdings würde der für mich so viele Umwege machen, dass ich um 4 Uhr aufstehen müsste. Meine erste Stunde, jedenfalls im Moment, ist PE (Physical education - also Sport), eine Klasse die mir tatsächlich sehr viel Spaß macht, da wir Dinge wie Football und andere amerikanische Sportarten durchgehen. Kleine Warnung: Auch in diesem Fach werdet ihr von schriftlichen Tests nicht verschont bleiben! Meine zweite Stunde ist Biologie, worüber nicht viel gesagt werden kann, als dass es dem deutschen Fach gefährlich nahe kommt, bis auf den Fakt, dass der Stoff höchstwahrscheinlich in der achten Klasse schon komplett durch genommen wurde. Als nächstes ist dann Mittagspause, für ca. 25 Minuten, in der überfüllten Cafeteria. Ich sitze im Moment an einem Gruppentisch mit ein paar meiner Freunde, was ich dir ebenfalls empfehle, da es sonst sehr einsam werden könnte. In der dritten Stunde ist Mathe - worüber ich ebenfalls nicht Massen von Information in petto habe, außer dass es sehr viel einfacher ist als an deutschen Gymnasien. In der vierten Stunde folgt dann US History, das wohl interessanteste der drei vorgeschriebenen Fächer. Man wird akkurat durch die amerikanische Geschichte geführt, mit Information über die Präsidenten, wichtige Personen des amerikanischen Lebens und vieles mehr. Mein letztes Fach ist Kunst, ich denke das ist relativ selbsterklärend. Mir macht es Spaß!  Seit neuestem habe ich jeden Montag, Dienstag und Donnerstag Training bei den “Pommettes”, einer Tanzgruppe, die bei den Basketballspielen unterhält. (Keine Cheerleader!)

Das Familienleben

Das amerikanische Familienleben ist einerseits sehr anders, allerdings in vielen Aspekten auch von Ähnlichkeiten zu Deutschland geprägt. Denn obwohl in der Familie jeder oft sein “eigenes” Ding dreht, da immer für jeden relativ viel zu tun ist, sind alle Familien doch sehr “tight-knit”, also eng. Es werden “typisch” amerikanische Dinge unternommen, wie auf Kürbisfarmen gehen, Road Trips machen oder bei Footballspielen anfeuern. In einem Großteil der amerikanischen Familien wird gemeinsam Abendessen gegessen, in der Jagdsaison überwiegend Wild, sehr oft auch auf dem Sofa. Wem also in Deutschland das Essen vor dem Fernseher verboten wurde, für den könnte dies eine gelungene Abwechslung sein!

Freunde
Freunde und eine Gruppe, in der man sich einbezogen fühlt, sind wahrscheinlich für jeden frischen Austauschschüler ein sehr relevantes Thema. Da du die oder der “neue” und “interessante” Schüler oder Schülerin an deiner High School sein wirst (Amerikaner sind tatsächlich sehr an Deutschland interessiert!), wird es ziemlich einfach sein, erste Kontakte zu knüpfen, allerdings sollte man dabei aufpassen, mit wem man wirklich befreundet sein will. Denn obwohl jeder zu Beginn dein Freund sein will, sollte man schließlich doch eher mit Leuten Verbindungen knüpfen, die die gleichen Interessen teilen. Mein Freundeskreis zum Beispiel besteht größtenteils aus Buch-, Musical- und Tanz- oder Schauspielorientierten Leuten! Aber das muss natürlich jeder für sich selbst herausfinden :).

Sport
Bewegung und Sport sind Dinge, die in den USA wahrscheinlich die größte Rolle überhaupt spielen. Football, Basketball, Baseball, Hockey, Cheerleading, Pommettes, Golf oder Track - egal was man machen will, die High School bietet es an. Alle Schüler gehen zu den regelmäßigen Football- und Handball Spielen, schauen bei Track-Wettbewerben zu oder sind selbst in der Mannschaft. Zusätzlich bieten die Schulen noch alle möglichen Arten von Sportunterricht an, den regulären Unterricht, aber auch Klassen wie Krafttraining, oder Workout-Class. Ich habe im Moment drei mal die Woche Training mit den Pommettes, einer Tanzgruppe, die bei den Basketballspielen unterhält, und zusätzlich jeden Tag Sportunterricht. Ich bin tatsächlich schon auffällig fitter geworden! Mein Meilenlauf hat sich in einem Trimester von 10:21 Minuten zu 8:53 Minuten verbessert, meine Liegestützen von 13 zu 32 (pro Minute) und meine Sit-ups von 32 zu 55 :). Ich kann es dir auf jeden Fall empfehlen, mehr als eine Sportart auszuprobieren, da der sogenannte “Team Spirit” in Amerika wirklich richtig existiert und Sport das ganze Erlebnis gehörig erfrischt.

Nun ein paar Dinge, die ich in den letzten zwei Monaten unternommen habe, mit und ohne Gastfamilie.

Die Footballspiele
Obwohl ich seit ein paar Wochen nicht mehr in dem Cheerleading Team bin, sind die Football Spiele ,bei denen ich war und oft auch getanzt habe, ein einmaliges Erlebnis und ich finde, auch wenn man kein Cheerleader ist, sollte man jedenfalls mindestens eines dieser Spiele besuchen. Die Bänke sind gefüllt mit tobenden Mengen, gemischt aus Schülern, Lehrern und Eltern, es werden gebastelte Plakate hochgehalten, Gesichter bemalt, Slogans gerufen und Lieder gespielt und gesungen. Die “Marching Band”, also das Orchester, führt ihre Lieder mit richtigen Choreographien und Shows auf und jeder ist in guter Stimmung. Für mich war jedes Spiel natürlich ein ganz besonderes Erlebnis, da ich mit meinen Cheerleader Kameraden getanzt habe, mit klarem Blick auf die Zuschauer, die Mannschaft und den Spielstand. In der Halbzeit konnte man sich dann leckeres Essen aus der Snack Bude holen, (wo ich auch einmal mit meinem Team gearbeitet habe) oder ein wenig mit den Footballspielern plaudern.



Lake Michigan
Etwas, das wir direkt am Anfang unternommen haben, war gemeinsam an den bekannten “Lake Michigan” zu fahren, einer der fünf großen Seen in Nordamerika, der mit seinem unglaublich langen Strand und wunderschönem Wasser auf eine gewisse Weise dem Meer sehr ähnlich ist. Nachdem wir für ca. eine Stunde spazieren und zusätzlich einen langen, nassen Weg über einem Steinsteg zu einem Leuchtturm gegangen sind, führte uns unser Weg dann in ein lokales Diner, wo wir exzellentes Essen, ich ein Sandwich und Eiscreme (es wurden über 40 Sorten angeboten, u.a auch Geburtstagskuchen und Kaffee!) hatten. Dort ist wohl einer der kuriosesten Zufälle überhaupt passiert - ich traf eine alte Bekannte aus Bremen, mit der ich das Einführungswochenende von DFSR hatte, wieder!



Homecoming
Eines der besondersten Dinge in den USA überhaupt sind, meiner Meinung nach, die Tänze. Snowball, Homecoming und für die 11. und 12. Prom, sind die drei jährlichen Tänze, die ich allesamt miterleben darf. Bis jetzt bin ich nur in den Genuss von Homecoming gekommen, allerdings war es einer der coolsten Abende meines Lebens. Ich wurde von einer engen Freundin zum Tanz ausgefragt (mit einem Musical Plakat!). Ich machte mich schick, in einem blauen Kleid, mit Locken und Schmuck, war mit meinem Date essen und dann ging es auch schon los. Das Thema des Abends war New York, also waren alle Wände mit der Skyline, Broadway Musicals und Bildern der 5th Avenue verziert, die Musik angepasst und die Stimmung erhellt. Man konnte kostenlose (und überaus lustige) Fotos in einer von der Schule zur Verfügung gestellter “Photobooth" schießen, die dann relativ schnell zum Mitnehmen fertig ausgedruckt wurden. Ich war die meiste Zeit bei meinen Freunden, aber habe auch sehr viel getanzt! (Gruppentänze wie “Cotton-eye-joe” sind unglaublich beliebt.)



Halloween
Etwas, das in Amerika eine riesige Rolle spielt, eine viel relevantere als in Deutschland, ist Halloween. Fast wie ein Feiertag behandelt, sind alle Läden vollgestopft mit enormen Mengen an Süßigkeiten, Deko und Kostümen für jung und alt. Alle Häuser sind verziert, manche unauffällig und manche mit ganzen Friedhöfen vor der Haustür. Die Kinder sind aufgeregt und Eltern entweder überfordert oder komplett mit dabei. Ich hatte mir dieses Jahr vorgenommen, das letzte Mal Trick or Treating zu gehen, was ich auch tat, mit meinem besten Freund Jordan. Er verkleidet als Michael Mell aus dem Musical “Be more Chill” und ich als Clarisse La Rue aus der ersten “Percy Jackson” Buchserie, waren wir die Nerds von Halloween :) Und viele Süßigkeiten gesammelt haben wir auch!




Sophie berichtet über ihre Erlebnisse in Michigan. Möchtest du deinen Auslandsaufenthalt auch in den USA verbringen? Wir beraten dich gerne!


Beratungstermin vereinbaren