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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Lion in Texas

Zwischen Kulturschock und neuen Freunden

Die erste Schulwoche
Die erste Schulwoche war nicht so schwierig wie ich es erwartet hatte. Natürlich kann man nicht sagen, dass es einfach ist, da man in einem fremden Land ist. Aber ich hatte das Glück, dass ich meinen Gastbruder hatte und wir zu zweit und nicht so allein waren. Einmal in der Schule angekommen, habe ich schnell bemerkt, dass meine Befürchtungen unbegründet waren. Es war alles gar nicht so schlimm, da die Schüler und die Lehrer sehr freundlich sind und alle auf einen zukommen. So habe ich in meiner ersten Schulwoche gleich Schüler gefunden, mit denen ich herumhängen und die Mittagspause verbringen konnte. Die meisten meiner jetzigen Freunde habe ich dann in meinem Schwimmteam kennengelernt. Ich glaube, es war eine gute Entscheidung, einem der Schulteams beizutreten, da man dort sehr gut soziale Kontakte knüpfen kann. Anfangs war der Unterricht etwas komisch, da sich der Unterricht im Vergleich zu dem in Deutschland sehr stark unterscheidet und ich mir erst einmal klar werden musste, was die Lehrer von mir fordern. Das habe ich aber relativ schnell herausgefunden und mich an die Unterrichtsstunden gewöhnt. Auch war es in den ersten Unterrichtsstunden bzw. in den ersten Wochen vor allem in den Naturwissenschaften teils ein bisschen schwierig, da ich mir erst einmal die Fachbegriffe für das jeweilige Fach aneignen musste, aber nachdem ich diese erst mal gekannt habe, lief auch dort der Unterricht sehr gut.


Kulturschock

In Texas gibt es ein Sprichwort, das besagt, dass “alles größer ist in Texas.“ Das muss man auch wörtlich nehmen. Im Allgemeinen ist es so, dass in der USA im Vergleich zu Deutschland alles größer ist, aber wenn man dann nach Texas kommt, ist dann tatsächlich alles noch mal eine Nummer größer. Mir ging es so, als ich das erste Mal in einem texanischen Supermarkt war und die Größe der Verpackungen gesehen habe oder die Größe der Highway Brücken bzw. die Größe des Highways überhaupt. Ich war sehr überrascht über den Kundenservice in den USA. Vor allem über das Personal in Restaurants oder in den Supermärkten, welches nur dafür da ist, um sich um die Leute zu kümmern. Während ich hier immer mit einem strahlenden Lächeln begrüßt werde und das Gefühl habe, dass sich so richtig um mich „gekümmert“ wird, kommt mir Deutschland im Nachhinein so unfreundlich vor. Aber das ist wohl nur ein Gefühl, weil ich hier gerade so viel Offenheit und Freundlichkeit wahrnehme. Die größte Umstellung für mich war, dass man überall mit dem Auto hinfährt. Mein Gastvater sagt immer zu mir, dass die Amerikaner faul sind und sie deswegen mit dem Auto fahren müssen. Ich meine das jetzt ernst - für wirklich jede kleine Strecke wird das Auto benutzt. Meine Schule hat noch nicht mal einen Fahrradständer. Jeder Schüler fährt entweder mit seinem eigenen Auto oder wird von den Eltern zu der Schule hingebracht und auch wieder abgeholt. Eine noch größere Umstellung als überall mit dem Auto hinzufahren, war, es auch zu akzeptieren, dass man einfach für jede Gelegenheit das Auto benutzt. Einer der offensichtlichsten Kulturschocks, die ich hatte und die wahrscheinlich jeder hat, ist die Art und Weise, wie Amerikaner essen. Ich war in den ersten zwei Wochen so oft in Restaurants essen, wie ich in dem letzten halben Jahr in Deutschland nicht war. Meine Gastfamilie achtet aber trotzdem sehr darauf, was sie essen, worüber ich sehr froh bin.

Meine anderen Erlebnisse im August und September
Ich habe mich sehr schnell sehr gut eingelebt. Besonders mit meiner Gastfamilie verstehe ich mich sehr sehr gut. Sie ist bereits jetzt schon eine zweite Familie für mich geworden. Wir unternehmen sehr viel zusammen.  Einer meiner Gastväter ist sehr interessiert am Sport, vor allem an Football. So hatte er uns auch gleich zum ersten College Spiel der Saison mitgenommen. Es hat richtig Spaß gebracht. Das einzig negative an dem Spiel war, dass es ein komplett offenes Stadium war und wir 45°C hatten und die Sonne direkt auf uns schien, sodass wir danach doch eher rot aussahen. Wir sind auch zu einem Footballspiel von unserer High School gegangen und zu einem NFL Spiel in Houston. Ich treibe ja lieber selbst Sport und finde es nicht so spannend, anderen beim Sport treiben zuzugucken. Dafür liebt der ehemalige Austauschschüler, der über den Sommer zu Besuch ist, es umso mehr, beim Sport zuzugucken. Es war sehr angenehm, dass er hier war, da er uns helfen konnte, wenn wir Probleme oder Fragen hatten, weil er dies alles schon einmal gemacht hat. Er war ab unserer Ankunft noch drei Wochen bei uns, danach ist er zurück nach Deutschland geflogen. Wir haben inzwischen noch andere Austauschschüler aus der Schule kennengelernt. Von der Organisation aus haben wir jeden Monat ein Treffen mit unseren Koordinatoren und den anderen Austauschschülern aus dieser Region. Wir haben schon eine Bootstour auf einem nahe gelegenen See gemacht.




Freunde
Natürlich ist einer der wichtigsten Aspekte beim Schüleraustausch, neue Menschen kennenzulernen und auch neue Freunde zu finden. Für mich ist dies einer der aufregendsten Teile dieser Erfahrung im Austauschjahr. Ich war anfangs sehr nervös, da ich nicht sehr gerne direkt auf Menschen zugehe und einfach mit ihnen ein Gespräch anfange. Zum Glück kommen einem die Amerikaner da sehr entgegen. Viele Menschen, die ich hier getroffen habe, finden es sehr interessant, etwas über dich zu erfahren und mit dir zu reden. So kamen zum Beispiel bei mir in jeder Klasse Schüler auf mich zu und haben angefangen, mit mir zu sprechen und haben mir Fragen über Deutschland gestellt, warum ich hier bin und wie ich es hier so finde. Und das ist der Vorteil, den ich genutzt habe, um Bekanntschaften zu bilden und um daraus dann meine Freunde zu gewinnen. Die meisten meiner Freunde, die ich jetzt habe, habe ich in den ersten paar Tagen in meiner Schule kennengelernt. Bei der Suche nach neuen Freunden hat mir vor allem auch Sport geholfen, da man als Team zusammen trainiert und zusammen Dinge erlebt und so neue Freundschaften sehr leicht entstehen können. So ist es mir beim Schwimmen ergangen, dort habe ich sehr viele neue Freunde gefunden.

Meine Erlebnisse während des Sturms Harvey

Gleich in der ersten Woche meines Aufenthaltes gab es eine Sturmwarnung in Texas. Zum Glück blieben wir in Austin noch verschont und waren nur teilweise vom Hurrikan „Harvey“ betroffen. Es war bei weitem nicht so schlimm wie in Houston. Wir haben aber trotzdem einiges abbekommen. Zuerst hat es ungefähr das gesamte Wochenende ununterbrochen geregnet. In unserem Garten hat sich schließlich ein kleiner See gebildet. In unserer Nachbarschaft ist dann ein Baum umgestürzt, der die Stromleitung zerrissen hat, sodass wir das gesamte Wochenende ohne Strom waren. Unsere Erlebnisse hier waren aber kein Vergleich zu denen in Houston. Der Sturm im Allgemeinen hat uns hier in unserem alltäglichen Leben, bis auf die Tatsache, dass wir keinen Strom hatten, nicht stark beeinflusst. Es war nur sehr beeindruckend, welche Wassermassen plötzlich da waren. Wir waren zwei Tage nach dem Hurrikan an einem Fluss, der normalerweise kein Fluss, sondern eher ein kleines Rinnsal ist oder wenn es mehrere Wochen nicht geregnet hat, sogar komplett trocken liegt. Aber nach dem Sturm war dieses Rinnsal an diesem Tag wie ein reißender Strom.


Sport in den USA
Ich schwimme nicht mehr viel, aber ich schwimme. Ich schwimme für meine High School. In Deutschland bin ich im Verein auf Leistungsniveau geschwommen und hatte pro Woche bis zu achtmal Training. Mein Training hier in den USA unterscheidet sich sehr stark zu meinem Training in Deutschland, vor allem deshalb, weil ich mein Trainingsniveau herabgesenkt habe. In meinem Schwimmteam in der High School gehe ich nur noch dreimal pro Woche trainieren. Ich hätte hier auch die Möglichkeit gehabt, in einem Schwimmteam außerhalb der Schule zu schwimmen, und so ein höheres Leistungsniveau zu bekommen. Ich bin aber mit dem Ziel nach Amerika gegangen, dieses Auslandsjahr zu genießen, neue soziale Kontakte zu knüpfen und neue Erfahrungen zu machen. Deswegen möchte ich nicht die meiste Zeit am Tag im Wasser sein, da das Wasser in den USA ja eigentlich so ist, wie das Wasser in Deutschland. Außerdem hatte ich in Deutschland kaum oder gar keine Zeit für etwas anderes zwischen Schule und Schwimmen und genau das möchte ich hier nicht. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich an meiner Schule schwimmen kann. In meinem Schwimmteam habe ich sehr viele neue Freunde gefunden. Außerdem bringt es sehr viel Spaß, als ein Teil des Teams die Schule auf Wettkämpfen zu vertreten. Wir haben jeden zweiten Tag in der 1. Stunde von 7:30 Uhr bis 9:30 Uhr Training. Das ist sehr angenehm, wenn man die 1. Stunde dann nicht in einem Klassenraum herumsitzen muss, sondern das machen kann, was einem Spaß bringt und Zeit in der Schwimmhalle verbringen und Sport treiben kann. Wir hatten bereits unsere ersten Wettkämpfe. Daran ist das Beste, dass man für Wettkämpfe, die unter der Woche stattfinden, von der Schule befreit wird, um mit seinen Freunden zusammen für die eigene Schule auf einem Wettkampf schwimmen kann. Nur der Weg dorthin kann manchmal beschwerlich sein. Wenn der Wettkampf etwas weiter entfernt liegt, fahren wir mit einem Schulbus. Die Schulbusse scheinen nur irgendwie für Grundschüler und nicht für Schwimmer konzipiert zu sein, da ich mich nicht normal in einen Schulbus reinsetzen kann, da die Sitze irgendwie zu klein sind. Und wenn ich dann sitze, dann ist kein Platz mehr für meine Beine. Jetzt muss man sich vorstellen, dass man zu zweit auf dieser kleinen Schulbusbank sitzt und dann zwei Stunden ausharren muss, bis man am Ziel ist, um dann die Beine möglichst schnell durchs Wasser zu bewegen. Alles im allem liebe ich die Erfahrung, in den USA zu schwimmen.




Lion berichtet über sein Auslandsjahr in den USA. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt in den USA? Wir beraten dich gerne!

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