Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Stella in Oklahoma

Jeden Tag passiert ein neues Abenteuer

Ich kann es gar nicht glauben, dass dies schon mein fünfter Monat in Amerika ist und ein weiterer schon wieder vergangen ist. Gefühlt ist die Zeit in meinem Leben noch nie so schnell gerannt wie jetzt in meinem Auslandsjahr. Im Dezember ist einiges geschehen und wie ich in meinem letzten Bericht schon geschildert habe, habe ich meine Familie gewechselt. Das war der aufregendste und spannendste Moment in diesem Monat. Doch natürlich sind noch viele andere Dinge geschehen. Es war schließlich Dezember, der Monat des Weihnachtsfestes.

Schon nach Thanksgiving wurden die Häuser weihnachtlich geschmückt; mit vielen Dekorationen und Lichtern an den Häusern wurde man automatisch schon an die Weihnachtszeit gewöhnt. Die Weihnachtsstimmung in Amerika ist schon ziemlich beeindruckend. Anfang Dezember bin ich mit einer Freundin und ihrer Familie in die Hauptstadt, Oklahoma City gefahren. Dort war ein riesiger Park mit ganz vielen verschiedenen Weihnachtslichtern. So etwas hatte ich vorher noch nie gesehen, das war sehr beeindruckend. Da habe ich mir gedacht: So etwas kann es nur in Amerika geben! Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht und es hat mich gefreut, dass ich dies mit ihnen zusammen erleben konnte.



Die ersten zwei Wochen im Dezember habe ich noch mit meiner alten Gastfamilie verbracht, bevor ich dann umgezogen bin. Ich war so froh, dass ich wechseln durfte und konnte es kaum erwarten. Meine Vorfreude war riesig und ich war mir ziemlich sicher, dass es besser werden würde. Die Gastfamilie einer Freundin aus Norwegen, die auch eine Austauschschülerin an meiner High-School in Stillwater ist, ist Ende Dezember umgezogen. Deshalb gaben sie eine Abschlussfeier, wo wir alle schön gefeiert haben. Ich hatte zuvor viel Zeit mit ihnen verbracht, als ich mich mit meiner norwegischen Freundin getroffen habe. Wir haben viele Dinge zusammen unternommen und sie waren wie eine zweite Gastfamilie für mich, auch wenn es mir mal nicht so gut ging wegen meiner vorherigen Gastfamilie. Sie haben mir auch in meiner schwierigen Situation sehr geholfen und mir sogar angeboten, dass ich in der Übergangszeit bei ihnen bleiben kann. Das war sehr nett und hat mich gefreut, doch leider hat das nicht geklappt. Trotzdem war ich dankbar dafür. Es ist mir nicht leicht gefallen, sie zu verabschieden, aber sie werden noch ein paar Mal nach Stillwater kommen und uns besuchen.


Am 14. Dezember war es dann endlich soweit und ich bin zu meiner neuen Gastfamilie gezogen. Ich habe nun vier Gastgeschwister, zwei Hunde und eine Katze. Es ist klasse! Es ist immer etwas los, wir spielen viel und haben Spaß zusammen. Wir wohnen in einem Haus mit riesigem Garten. Da ich ein Einzelkind bin und es nicht gewohnt bin, so viel Trubel zuhause zu haben, ist es mal etwas ganz Neues. Ich liebe es einfach! Jeden Tag passiert ein neues Abenteuer wie auf einer langen Achterbahnfahrt.

Das Schulhalbjahr neigte sich dem Ende zu und das bedeutete auch, dass sich meine Fächer ändern werden und sich somit auch mein Cross-Country Team auflösen wird. Darüber war ich ziemlich traurig, weil mir das Team ans Herz gewachsen war und ich jeden Tag mit ihnen zusammen trainiert hatte. Es gab aber eine Abschluss- bzw. Weihnachtsfeier, auf der wir uns gegenseitig beschenkt haben und noch eine schöne Zeit zusammen verbracht haben. Es war wirklich eine tolle Saison mit diesen Mädels, die meine Zeit hier in Stillwater sehr bereichert hat.

Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien hat mich meine Familie überrascht und wir sind zu „Eskimo Joes“ gegangen. Das ist ein sehr bekanntes und berühmtes Restaurant in Stillwater. Das war mein erstes Mal dort und ich habe mich sehr gefreut. Dort werden auch Klamotten verkauft und die „Eskimo Joes“ T-Shirts sind sogar weltweit die am zweithäufigsten verkauften Shirts. Und Stillwater ist der einzige Ort, wo es auch ein Restaurant neben dem Klamottenstore gibt. Das Essen war auch sehr lecker: typisch amerikanisch.

Weihnachtsshopping stand natürlich auch auf der Liste, mit meiner Gastmutter war ich in der Mall. Sie hat mir geholfen für jeden eine Kleinigkeit zu finden. Dann ging es auch schon los zum großen Weihnachtstreffen nach Cleburne, Texas, der Heimat meiner Gastfamilie. Texas ist ein riesiger Staat, wo es viel zu erleben gibt. Die ganze Familie ist zu meiner Gastgroßmutter auf eine riesige Ranch gekommen. Sie ist wirklich unglaublich groß, mit vielen Tieren und voller Erlebnissen und Abenteuern. Es war das erste Mal, dass ich die vielen Verwandten kennengelernt habe. Alle waren sehr nett und herzlich zu mir und haben mich wie ein neues Familienmitglied aufgenommen. Es gab auch noch ein paar Cousins und Cousinen, mit denen ich die Zeit dort verbracht habe und wir alle zusammen viel Spaß hatten. Wir Mädchen hatten oben ein großes Bettenlager, wo wir es uns bequem gemacht haben und uns die Nächte pausenlos unterhalten haben.



An Heiligabend, dem 24. Dezember haben wir nichts wirklich Besonderes gemacht. In Amerika wird Weihnachten hauptsächlich am 25. Dezember gefeiert. Trotzdem haben wir uns alle chic gemacht und sind abends in die Kirche zum Weihnachtsgottesdienst gegangen. Das war anders als ich es gewohnt bin, doch trotzdem war es schön und eine weitere, neue Erfahrung. Es war auch ziemlich warm, um die 20 Grad und das ist sogar für Texas, einer der südlichen Staaten der USA ziemlich ungewohnt. Das hat sich zwar nicht wirklich nach Weihnachten angefühlt, aber es gibt Schlimmeres. Abends als wir wieder zuhause waren, haben wir zusammen lecker gegessen und das war es auch fast schon. Wir Kinder durften ein einziges Geschenk unserer Wahl am „Christmas-Eve“ aufmachen. Danach sind wir ins Bett gegangen und waren alle aufgeregt und gespannt auf den nächsten Morgen: „Christmas Morning“. Traditionell schlafen in meiner Familie alle Geschwister in einem Raum. Wir sind früh aufgewacht und endlich war es soweit: Alle Geschenke lagen unter dem riesigen Weihnachtsbaum. Es sah feierlich aus und ich war so gespannt und neugierig, was ich alles bekommen werde. Ich hatte vorher schon zwei große Pakete von meinen Eltern aus Deutschland bekommen, doch auch von meinen amerikanischen Eltern lag einiges für mich unter dem Baum. Das hatte ich gar nicht erwartet, aber ich habe mich natürlich sehr gefreut. Die Bescherung war schön mit so vielen anderen Kindern und alle meine Geschenke waren toll. Sogar meine Gastgeschwister haben mich reich beschenkt. Jeder hat sich auch über meine Geschenke gefreut. Das hat mich umso glücklicher gemacht. Ich war einfach so fröhlich mit meiner neuen Familie zusammen zu sein und mit ihnen zu leben. Es war die beste Entscheidung zu wechseln und schon nach zwei Wochen hat es meinen Auslandsaufenthalt und einiges verbessert. Obwohl ich mich nun so wohlfühle und ich überglücklich bin, hatte ich trotzdem etwas Heimweh über Weihnachten. Weihnachten ist ein Familienfest und du wächst mit den Traditionen deiner Familie auf. Es war mein erstes Weihnachtsfest ohne meine Eltern und natürlich machte mich das traurig. Besonders an Heiligabend hatte ich Heimweh, weil das hier kaum gefeiert wird und ich einfach die Familientraditionen vermisst habe. Nachdem ich dann aber mit meinen Eltern telefoniert hatte, ging es schon besser und es war auch wirklich nicht schlimm. Doch als ich dann die persönlichsten Geschenke aus Deutschland von meinen Eltern ausgepackt habe und ihre Zeilen gelesen habe, war ich schon sehr berührt und meine Tränen sind geflossen. Als ich dann auch noch einen persönlichen Brief von meiner Gastmutter gelesen habe, waren meine Augen nur noch voll Wasser. Das hat mich gefreut und glücklich gemacht. Meine Gastfamilie hat mich dann umarmt und getröstet. Später habe ich realisiert, wie glücklich ich bin oder sein kann, weil ich eine so gute Familien in Deutschland und Amerika habe.

Trotzdem war es auch etwas komisch und ungewohnt, Weihnachtsgeschenke morgens im Schlafanzug auszupacken. Es ist hier auch üblich, den Weihnachtsbaum schon Ende Dezember aufzustellen und zu schmücken und gleichzeitig das ganze Haus schon nach Thanksgiving weihnachtlich aussehen zu lassen. Generell habe ich das Gefühl, dass es viel mehr Dekorationen gibt und fast jede Familie Lichter aufstellt. Auch die verpackten Weihnachtsgeschenke werden schon im Laufe des Monats Dezember unter den Baum gelegt. Diese Tradition kannte ich zuvor auch nicht, doch es war auch interessant all diese neuen Dinge mitzuerleben.

Insgesamt war mein Weihnachtsfest trotz der Gefühlsschwankungen sehr schön und mit Sicherheit eines, welches mir für immer in Erinnerung bleiben wird. Auch die Zeit mit der großen Familie auf der Ranch war einzigartig. Alles war etwas, was ich noch nie erlebt habe und sehr aufregend war. Dort war ich auch zum ersten Mal mit meinen Gastgeschwistern reiten. An einem Morgen bin ich sogar „hunting“ gegangen. Das war wirklich mal etwas anders, aber auch eine Erfahrung wert. Einer meiner Highlights war das „Küssen“ mit den Kühen auf der Ranch. Das war so witzig, auch wenn es sich nicht wirklich appetitlich anhört.



Nach einer Woche sind wir dann wieder nach Hause gefahren. Es war ziemlich traurig, die ganze Familie schon wieder zu verabschieden, obwohl ich sie gerade erst kennengelernt habe. Es fühlt sich schon an, wie eine zweite Familie auf der anderen Seite der Welt. Schon nach kurzer Zeit habe ich sie alle ins Herz geschlossen. Doch ich weiß, dass wir uns im Februar für das anstehende Rodeo wiedersehen. Darauf freue ich mich schon jetzt.



Stella berichtet über ihre Erlebnisse in Oklahoma. Möchtest du deinen Auslandsaufenthalt auch in den USA verbringen? Wir Wir beraten dich gerne!

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