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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Stella in Oklahoma

Wieder ist ein Monat vergangen

Nun ist wieder ein Monat vergangen und es ist schon März. Ich möchte gar nicht daran denken, dass ich nur noch zwei Monate habe, bevor ich zurück nach Deutschland komme.

Wie immer erlebe ich einiges und mir ist nie langweilig. Dieser Monat hat begonnen, wie noch kein anderer zuvor. Es war etwas ganz Besonderes: Für mich war es wie ein ganz normaler Abend unter der Woche, an dem ich früher ins Bett gehe, da am nächsten Tag ein gewöhnlicher Schultag ist. Doch kurz bevor ich mich ins Bett legen wollte, kam mein Gastvater in mein Zimmer. Ich dachte nur, dass er mir „Gute Nacht“ sagen wollte, doch er hat mich gefragt, ob ich mit ihm ins Krankenhaus kommen möchte, um eine Geburt mitzuerleben. Mein Gastvater ist Frauenarzt im örtlichen Krankenhaus und hauptsächlich für Geburten zuständig. Ich hatte ihn bereits zuvor gefragt, ob es möglich wäre, eine Geburt mitzuerleben. Deswegen hatte ich die notwendigen Unterlagen schon ausgefüllt, eine kleine Einführung bekommen und war „ready to go“.

Trotzdem war ich ziemlich überrascht und gespannt, was mich erwarten würde. Alles musste schnell gehen, damit wir pünktlich ankommen. Somit hatte ich gar keine Zeit, müde oder zu nervös zu sein. Zügig hatte ich mir vor Ort die passende Krankenhauskleidung für eine Geburt angezogen und dann war ich auch schon in dem Raum, wo das Baby zur Welt kam. Es war ein einzigartiges Erlebnis und daneben auch sehr besonders für mich, meinem Gastvater dabei zuzusehen. Nur kurze Zeit später wurde ich sogar einen Vormittag von der Schule befreit, um eine Operation von meinem Gastvater mitzuerleben. Neben Geburten operiert er auch Frauen, deren Gebärmutter entfernt werden soll. Auch das war ein außergewöhnliches Erlebnis.

Am ersten Wochenende hatte ich ein Auswärts-Fußballspiel in Yukon, Oklahoma. Ich bin mit meiner Mannschaft nach der Schule dort hingefahren und anschließend haben wir auch gleich gespielt. Ich freue mich schon auf die kommende Saison: Die Mädchen sind alle sehr nett und wir verstehen uns gut. Wir sind wie eine große „soccer family“. Meine Gastfamilie kommt meistens zu den Spielen und feuert meine Mannschaft und mich an. Das freut mich, denn ich weiß, dass sie da sind und mich unterstützen. Diesmal war es sogar etwas ganz Besonderes: Meine Gastfamilie ist mit dem riesig großen Wohnwagen gekommen, da am nächsten Tag ein Leichtathletikwettkampf mit meinen beiden Gastschwestern im selben Ort war. Nach meinem Fußballspiel haben wir auf dem Parkplatz der Schule gecampt, sodass meine Gastschwestern am nächsten Morgen zum Sportplatz hinlaufen konnten. Auch das war ein tolles Erlebnis, besonders in einem so großen Wohnwagen mit meiner ganzen, großen Gastfamilie, zumal ich noch nie zuvor gecampt hatte.

Meine ältere Gastschwester Ruth ist zwei Jahre älter als ich und in der 12. Klasse. Sie ist mit mir Cross-Country gelaufen und nun ein „distance runner“ im Leichtathletikteam. Meine drei Monate jüngere Gastschwester Esther ist in der selben Klassenstufe wie ich und wirft Diskus. Nachdem ich mich vor der Saison entscheiden musste, ob ich Fußball spielen oder im Leichtathletikteam laufen möchte, ist es eine tolle Möglichkeit für mich, trotzdem bei den Wettkämpfen dabei zu sein. Es war der erste Wettkampf in der Saison und es hat Spaß gemacht, meine Gastschwestern anzufeuern.

Am nächsten Tag, dem Sonntag, war ich mit Ruth, JJ (meiner Gastmutter) und einer Freundin und deren Mutter in einer großen Shoppingmall in Oklahoma City, der Hauptstadt von Oklahoma. Wir haben nach Kleidern für den „Prom“ geschaut. Prom ist ein ziemlich bekanntes und typisches Tanzevent in Amerika. Es war ein unvergessliches Shoppingerlebnis und glücklicherweise haben wir alle ein schönes Kleid gefunden. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich sehr gerne shoppen gehe. ;)

Die folgende Woche war schulfrei wegen Spring Break und es passierte ziemlich viel. Es war eine abenteuerliche Woche. Als erstes hatte ich am Freitag ein auswärtiges Fußballspiel. Die Hälfte meiner Gastfamilie hatte mich bereits nach dem Spiel „eingesammelt“ und wir machten uns auf dem Weg in den Süden, nach Texas. Die andere Hälfte hat zuhause in Stillwater auf meinen ältesten Gastbruder gewartet, bis er von seiner Universität im Norden, in Kansas, angekommen war. An der Grenze zwischen Oklahoma und Texas haben wir uns getroffen. Dort sind wir gegen Mitternacht in ein Restaurant gegangen und hatten Frühstücksessen. Das war witzig. Ich glaube nicht, dass ich schon mal so spät gegessen habe. Es war auch schön, meinen Gastbruder wieder zu sehen. Wir haben alle zusammen in dem großen Wohnwagen gecampt und sind am nächsten Morgen weitergefahren. Unser erster Stopp war Tyler, Texas. Dort wohnen die Eltern meines Gastvaters. Es war das erste Mal, dass ich sie getroffen habe. Es war eine schöne Zeit und sie haben sich sehr um uns gekümmert. Die Gastgroßmutter hat immer lecker gekocht. Wir haben jeden Tag ausgeschlafen; wir wurden meistens verwöhnt und haben bekommen, was wir wollten.

Wir haben Filme zuhause geschaut, waren in einen großen Wasserpark, waren an einem See campen und haben dort gefischt. Wir haben ein bisschen Baseball gespielt und Diskus geworfen. Wir waren im Kino, in verschiedenen Restaurants und am Ende auf einem langen „adventure walk“ am See, wo wir spazieren gegangen sind und wir Kinder am Bach gespielt haben. Wir hatten einfach eine schöne Zeit zusammen. Obwohl wir nur drei Tage dort verbracht haben, hat es sich wie eine Ewigkeit angefühlt. Wir haben so viel gemacht und unternommen. Dabei habe ich auch die Großeltern gut kennengelernt. Wir haben uns gut verstanden und besonders der Großvater war sehr witzig. Der Abschied ist mir zum Glück nicht zu schwer gefallen, da ich wusste, dass ich sie wiedersehen werde. Sie werden nämlich zu der jahresabschließenden „Graduationfeier“ kommen.

Danach sind wir weiter südlich, nach New Braunfels, Texas, gefahren. Dort leben Cousinen, Tanten und Onkel der Ford Family. New Braunfels ist sogar eine Stadt, die von deutschen Einwohnern gegründet wurde. Das war interessant zu sehen. Es gibt dort eine alte Bäckerei mit deutschen Leckereien und weitere verschiedene Dinge, die aus Deutschland kommen. Wir waren viel mit der Familie zusammen und haben die Zeit gemeinsam genossen. Zuvor dachte ich immer, Texas wäre ein eher langweiliger Staat, der hauptsächlich aus Wüste besteht. Doch nun, nachdem ich ein paar Mal dort war, hat sich meine Meinung geändert. Texas ist ein wunderschöner Staat: die Landschaft ist beeindruckend und viel grüner als ich gedacht hatte. Nach vier ereignisreichen Tagen mussten wir uns auch hier leider schon verabschieden. Das war nicht so leicht, da ich sie wahrscheinlich für eine lange Zeit nicht wiedersehe. Aber über die sozialen Netzwerke kann man ja gut in Kontakt bleiben.

Samstag Morgen haben wir uns dann auf eine ungefähr 10-stündige Autofahrt begeben. Da wir schon so früh losgefahren sind, habe ich erstmal lange im Auto geschlafen. Doch auch danach wird einem mit fünf Gastgeschwistern im Auto und lauter Musik nicht langweilig. Was ich ganz vergessen habe: Am 15. März, in der Mitte von Spring Break, war der Geburtstag von meiner Gastmutter. Wir haben nicht besonders groß gefeiert, aber es war trotzdem ein schöner Tag. Obwohl Spring Break nur eine Woche war, haben wir so viel erlebt.

Doch dann ging die Schule auch schon wieder los. Ich hatte ein Fußballspiel unter der Woche zuhause und den „Stillwater-Cup“ über zwei Tage am Wochenende. Wir haben den dritten Platz erreicht. Das Beste war, dass ich Charlotte, auch eine Austauschschülerin von DFSR, treffen konnte. Sie lebt in Verdigris, einer Stadt ca. zwei Stunden entfernt von Stillwater. Ich hatte sie beim Vorbereitungstreffen getroffen und wir hatten uns angefreundet. Hier in Oklahoma sind wir sogar näher beieinander als in Deutschland. Es war nett, sie wiederzusehen und mehr zu erfahren, wie es ihr geht. Wir haben uns sogar die ganze Zeit auf Englisch unterhalten.

Die nächste Schulwoche war sehr besonders: es war SMAC-Week. SMAC steht für „Stillwater Makes A Change“. Jeden Tag gab es verschiedene „dress up days“ und abends verschiedene Events. Das diesjährige Thema war Harry Potter. Wir hatten die ganze Schule mit Harry Potter Dekorationen und Kunstwerken geschmückt. Es gab ein Quidditch Tournament und vieles mehr. Doch der eigentliche Hauptgrund war, Geld zusammen zu bekommen und einer Hilfsorganisation im Ort zu spenden. Es war unglaublich, wie viel Geld wir am Ende hatten: mehr als 170.000$. Diese Woche war eine Schulwoche, die ich nie vergessen werde und die es auch ganz speziell nur in Stillwater gibt.








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