Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Stella in Oklahoma

Mein Gastfamilienwechsel

Der vierte Monat meines Aufenthaltes hat meine Situation ziemlich verändert und mich viel glücklicher gemacht: Ich habe meine Gastfamilie gewechselt.

Vor Beginn meines Austauschjahres habe ich mir viele Gedanken gemacht, was alles passieren könnte und wie ich dann damit umgehen kann. Ein großes Thema war ein Gastfamilienwechsel. Was kann ich machen oder wie muss ich handeln, wenn ich mich in meiner Gastfamilie nicht so wohl fühle? Wie gehe ich damit um?
Wie kann ich eine richtige und endgültige Entscheidung treffen? Wie erkläre ich es meiner Koordinatorin vor Ort,dass ich mich nicht wohlfühle und eventuell einen Wechsel vorschlage? Wie kann ich das alles auf Englisch erklären? Und vor allem:Wie kann ich das mit meiner Gastfamilie besprechen,ohne sie zu verletzen? Mit allen diesen Fragen habe ich mich vorher schon länger beschäftigt, doch als ich dann in meine Gastfamilie gekommen bin,waren diese Gedanken natürlich weg. Man ist erstmal damit beschäftigt, alles Neue zu verarbeiten und anzunehmen. Man möchte seine Familie kennenlernen und Dinge zusammen erleben,die den Aufenthalt umso besser machen, weil man ja für eine lange Zeit dort ist und nun mit diesen Menschen zusammenlebt. Deswegen habe ich in den ersten Monaten auch nie an einen Wechsel gedacht. Es lag vielleicht auch daran, dass ich wegen einigen Cross-­Country Wettkämpfen viel unterwegs und mein Schultag wegen des täglichen Trainings auch ziemlich lang und anstrengend war. Da hatte ich vielleicht gar nicht so viel Zeit, darüber nachzudenken, ob ich wirklich glücklich in dieser Familie bin, da ich einfach nicht oft zuhause war. Doch als Saison und Training beendet waren, habe ich erstmals realisiert, dass meine Gastfamilie nicht wirklich zu mir passt.Es war nicht so, dass sie nicht herzlich oder nett mit mir umgegangen sind, doch die Interessen waren einfach zu unterschiedlich. Ich bin ein sehr aktiver Mensch und es deswegen gewohnt, oft unterwegs zu sein oder etwas zu unternehmen.

Während der Saison hat sich das auch nicht geändert, doch als ich danach an den Wochenenden zuhause war, habe ich realisiert, dass wir kaum etwas unternommen haben und oft den ganzen Tag nur Computerspiele gespielt wurden. Das hat mich traurig gemacht. Ich habe dann auch versucht, sie zu motivieren etwas gemeinsam zu unternehmen oder mal etwas zusammen zu spielen, doch das wurde auch nicht oft angenommen oder verwirklicht. Ich wollte dann mehr Zeit mit meinen Freunden oder in Jugendgruppen verbringen, doch es war immer ein großes Thema, ob ich dorthin gehen kann und teilweise wurde es mir auch ohne Grund nicht erlaubt. Deswegen habe ich mich nicht mehr wirklich wohl gefühlt und zum ersten Mal ernsthaft überlegt zu wechseln. Ich habe meine Koordinatorin vor Ort informiert und auch mit meinen Eltern darüber gesprochen. Ziemlich zeitnah kam meine Koordinatorin vorbei und wir hatten ein Gespräch. Sie hat meiner Familie erklärt, warum ich mich nicht wohlfühle und was mir negativ aufgefallen ist. Meine Gastfamilie hat das auch eingesehen und wollte in einer vereinbarten Probezeit verbessern und umsetzen, was wir besprochen hatten. Ich war froh, dass das Gespräch gut verlaufen war und meine Koordinatorin gut vermitteln konnte. Erstmals hatte ich Hoffnung, dass sich die Situation verbessert, doch ziemlich schnell merkte ich, dass sich nicht wirklich etwas veränderte. Ich habe meine Koordinatorin wieder kontaktiert und ihr gesagt, dass ich meine Entscheidung endgültig getroffen habe. Leider war sie im Urlaub und konnte vor ihrer Rückkehr nicht wirklich etwas bewegen. Aber in der Zeit konnte ich schon  mal ein Formular ausfüllen, in dem ich den Wechsel begründen musste. Zum Glück hatten mir auch mehrere Familien schon angeboten, bei ihnen zu leben. Das hat mich sehr gefreut und hat den Prozess um einiges verkürzt, da die Organisation nicht noch nach einer neuen, geeigneten Familie für mich suchen musste.

Als meine Koordinatorin zurück war, ging alles relativ schnell. Sie hat meine neue Gastfamilie geprüft,mit meiner alten Gastfamilie nochmal ein Gespräch geführt und nach einer Woche war der Wechsel schon geschehen. Ich hatte vorher auch schon mit meiner Gastfamilie gesprochen und ihnen gesagt, dass ich wechseln möchte. Davor hatte ich am meisten Angst und ich war sehr nervös, da ich sie nicht verletzen wollte und ja auch dankbar war, dass sie mich für die vergangene Zeit aufgenommen hatten. Zum Glück war das gar nicht schlimm und meine Gastfamilie konnte es auch verstehen. Natürlich waren sie auch traurig, aber sie waren nicht sauer auf mich und wollten auch, dass ich glücklich bin und mich wohlfühle. Darüber war ich unglaublich froh und das hat mir den Wechsel um einiges erleichtert. Wir werden auch weiterhin Kontakt haben, das ist mir wichtig. Dann habe ich  meine Sachen zusammengepackt, mich von meiner alten Gastfamilie verabschiedet und konnte zu meiner neuen Familie ziehen. Ich kannte sie schon, da ich mit einem Mädchen befreundet war und mit ihrer Schwester auch im Cross-­Country zusammen gelaufen bin. Somit war es umso einfacher, mich einzufinden. Ich habe mich sofort pudelwohl gefühlt und war so glücklich. Nun habe ich fünf Gastgeschwister, zwei Brüder und drei Schwestern. Der älteste Bruder studiert aber schon und lebt nicht mehr zuhause. Vom Alter bin ich direkt in der Mitte und passe auch sonst super in meine neue Familie. Ich bin so froh, diese Entscheidung getroffen zu haben, da ich jetzt die Zeit noch mehr in vollen Zügen genießen kann. Manchmal hat man also auch schwierige Phasen. Doch das ist einer der Gründe, warum dich ein Auslandsaufenthalt weiterbringt, sich deine Persönlichkeit entwickelt und man so viel für das weitere Leben dazulernt. Abschließend zu dem Thema Familienwechsel kann ich sagen, dass es natürlich nicht einfach ist, doch dass es die Zeit im Ausland wirklich um einiges besser macht, wenn man sich wohlfühlt und es passt. Man muss auch geduldig sein, doch sowohl CETUSA als auch DFSR helfen dir immer weiter und versuchen das Beste, um deinen Austausch so gut wie möglich zu gestalten.

Stella berichtet über ihre Erlebnisse in Oklahoma. Möchtest du deinen Auslandsaufenthalt auch in den USA verbringen? Wir Wir beraten dich gerne!

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