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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Nantke in Spanien

Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?

140 Tage Spanien! Seit beinahe fünf Monaten befinde ich mich jetzt schon im Süden, dabei fühlt es sich immer noch ab und zu so an, als hätte ich Deutschland erst vor ein paar Wochen verlassen. Der Spruch „Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?“ vom rosaroten Panther wirkt in diesem Fall mehr als an angebracht. Wo ist bloß die Zeit geblieben? Nun, in so einigen Dingen, würde ich sagen.

Während beinahe des gesamten Dezembermonats war ich nicht nur konstant auf der Jagd nach Weihnachtsgeschenken für meine Familie und Gastfamilie, sondern war auch viel mit Freunden unterwegs und hatte noch reichlich anderes zu tun. Einige der Austauschschüler in Cádiz verließen uns diesen Monat, um nach Hause zurückzukehren oder den Schüleraustausch in einem anderen Land fortzusetzen. So mussten wir uns unter Anderem von guten Freunden aus Belgien, Neuseeland und Frankreich verabschieden. Tot ziens! Goodbye! Au revoir!

Mitte Dezember fing ich dann auch endlich regelmäßig mit Surfen an. Im Surfclub „Offshore“ am Strand von Cortadura, ganz in der Nähe meiner Schule, verbringe ich nun viele meiner Nachmittage. Oder, um mich präziser auszudrücken, verbringe ich die meiste Zeit damit, vom Brett zu fallen und Salzwasser zu schlucken. Aber Übung macht ja den Meister, wie man so schön sagt.

Knapp darauf kam schon der letzte Schultag des ersten Trimesters angerollt. Als ich morgens wie üblich um 8:15 Uhr zur Tür des Instituts hineinging, empfingen mich sowohl die verdutzten Blicke nicht weniger Lehrer als auch die der Schüler in den Klassen unter mir. Es stellte sich heraus, dass ich die einzige Schülerin des gesamten Bachillerato-Kurses (der elften und zwölften Klasse) war, die zum letzten Schultag aufgetaucht war. Die Lehrer erklärten mir kurzerhand, dass sie normalerweise einfach nicht damit rechnen, dass die Schüler der oberen Klassenstufen am letzten Tag vor den Ferien zur Schule kämen. Mir wurde erlaubt, zu gehen und ich verbrachte den Rest des Vormittags am Strand mit ein paar Freunden, die ebenso verwirrt vom spanischen Schulsystem waren wie ich.

Auch für meine Gastfamilie bedeutete dieser Monat etwas ganz Besonderes: Familienzuwachs. Daniel und Jonathan, zwei Pflegekinder im Alter von sechs und neun Jahren, sind jetzt Teil dieser Familie und werden wahrscheinlich für die nächsten drei Jahre hier in San Fernando wohnen bleiben. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich jüngere Geschwister und obwohl die beiden sehr wild sind, ist es dennoch eine interessante und schöne Erfahrung.

Kurz vor Weihnachten lernte ich dann auch den Rest der Familie – einschließlich meiner erwachsenen Gastgeschwister – kennen und an Heiligabend leisteten uns außerdem noch zwei der Missionäre der Kirche Gesellschaft. Wir verbrachten den Abend damit, Karten zu spielen, uns an Garnelen und anderen Leckereinen satt zu essen und mit meiner Gastschwester und ihrem Mann führte ich eine ganze Weile ein hochinteressantes Gespräch über Harry Potter-Theorien.

Am nächsten Morgen wurde das ganze Haus schon früh von den beiden Jungs geweckt und wir öffneten im Wohnzimmer unterm Weihnachtsbaum die Geschenke. Ein Großteil davon musste allerdings noch unangerührt bleiben, denn die eigentliche Bescherung findet in Spanien normalerweise am Dreikönigstag, dem 6. Januar, statt.

So schnell wie der Dezember gekommen war, war er auch schon wieder vorbei. Den Übergang ins neue Jahr feierte ich mit zwei Freunden in der Altstadt von Cádiz – auf die spanische Art! In Spanien gibt es nämlich eine ganz bestimmte Tradition, die jedes Jahr in der Nacht des 31. Dezembers wiederholt wird: Wenn zwölf Sekunden vor Mitternacht die „Campanadas“ anfangen, zu läuten, isst man zu jedem der Glockenschläge eine Weintraube und wünscht sich etwas. Das ist einfacher gesagt als getan, denn man muss sich furchtbar beeilen – so schnell zu kauen, schlucken und zu denken ist nicht leicht – und das Ganze endet meistens in einem Desaster.

Mit Mühe und Not und gefolgt von viel Gelächter schaffte ich es jedoch, meine zwölf Trauben zu essen und rutschte somit gut ins neue Jahr!

Ich hoffe, auch ihr da oben im Norden hattet freudige Festtage mit Euren Lieben und einen guten Start ins Jahr 2018. İHasta pronto!



 

Nantke berichtet über ihr Auslandsjahr in Spanien. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt in Spanien? Wir beraten dich gerne!

 

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