Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Nantke in Spanien

Mormonen, Meer und Wellenreiten

Die ersten 6 Wochen in Cádiz waren wild. So wie ich jetzt darauf zurückblicke, kann ich kaum fassen, dass es schon mehr als zwei Monate her ist, seit ich Deutschland verlassen habe. Da hat man so viel zu tun und zu erleben, dass man gar nicht bemerkt, wie die Zeit mit Höchstgeschwindigkeit an einem vorbeisaust.

Die anfänglichen zehn Tage waren nicht der Höhepunkt meines Aufenthaltes. Ich fühlte mich sehr unwohl in meiner Gastfamilie und meiner neuen norwegischen Zimmermitbewohnerin Amalie ging es genauso. Zwar kosteten wir die vielen Stunden, die wir zusammen mit den anderen Austauschschülern unserer Organisation am Strand und in der Altstadt verbrachten, voll und ganz aus, doch sobald es zurück in die Wohnung der Gastfamilie ging, herrschte eine furchtbar unangenehme und unfreundliche Stimmung. Aufgrund dessen und ein paar anderer Gründe wechselten Amalie und ich die Gastfamilie, sobald die Schule für uns anfing. Amalie blieb in Cádiz und ich zog einige Kilometer weiter in eine Stadt auf dem Festland namens San Fernando. In meiner neuen Familie fühle ich mich pudelwohl. Meine Gasteltern sind sehr freundlich und haben in der Vergangenheit schon viel Erfahrung darin gesammelt, Austauschschüler aus anderen Ländern aufzunehmen. Meine Gastgeschwister sind schon erwachsen und leben nicht mehr zuhause, doch ich teile mir ein Zimmer mit einem Mädchen aus Brasilien, das bis Februar hier bleibt, um ebenso wie ich Spanisch zu lernen. Ich merke jetzt schon, wie sich ein Haufen portugiesischer Wörter in mein Spanischvokabular schleichen! Was anfänglich sehr merkwürdig für mich war, war die Religion. Meine Gasteltern sind Mormonen und sehr religiös. Jedes Wochenende gehen sie für vier Stunden in die Kirche und sonntags laden sie immer zwei Missionare zum Essen ein, was sehr interessant ist.





Auch die Schule hier im sonnigen Andalusien ist völlig anders als ich sie kenne. Statt 45-minütigen Stunden und Pausen zwischendurch, besteht der Schultag hier aus sechs Stunden mit jeweils 60 Minuten und einer 30-minütigen Pause zwischen der Dritten und der Vierten. Ich bin im ersten Bachillerato-Kurs (was der elften Klasse entspricht) des Sozialkundeprofils. Was mich sehr gewundert hat ist, dass ich in dieser Klasse keine wissenschaftlichen Fächer wie Physik, Chemie oder Biologie habe und, da ich stattdessen Latein gewählt habe, auch kein Mathematik. Alternativ werden unter anderem Ökonomie, Kulturwissenschaften und Philosophie unterrichtet. Fächer wie Musik oder Kunst gibt es gar nicht.

Die ersten zwei Monate wurden gefüllt mit Picknicks am Strand, Schwimmen und Surfen im Atlantik und der Entdeckung zahlreicher gemütlicher Cafés in der Altstadt von Cádiz. Sowohl mit den vielen anderen Austauschschüler, als auch mit einigen meiner spanische Mitschüler verstand ich mich sogleich super! Und dann, Mitte Oktober, die erste große Errungenschaft: Wie viele Deutsche hatte auch ich große Probleme mit dem gerollten R gehabt. Doch nach ewigem Üben und viel Gelächter der anderen Spanischlerner gelang es mir endlich! Jetzt kann ich das R rollen wie eine richtige Spanierin! Naja, beinahe…

Außerdem habe ich wieder mit Volleyball angefangen und spiele jetzt zweimal in der Woche in einem Team in San Fernando, was mir sehr viel Freude bringt. Das Training hier ist intensiver als in meinem Verein in Deutschland und ich genieße es in vollen Zügen. Ich hoffe, vielleicht bald die Möglichkeit zu haben, bei einem richtigen Turnier gegen ein anderes Team antreten zu können. Meinen 17. Geburtstag Ende des Monats verbrachte ich mit einigen Freunden mit einem Picknick am Strand und es war wundervoll. Ich freue mich schon auf meine nächsten Erlebnisse hier.

İHasta prrrronto! Nos vemos, Alemania.



Nantke berichtet über ihr Auslandsjahr in Spanien. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt in Spanien? Wir beraten dich gerne!

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