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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Hermine in Schweden

Weihnachten in Schweden

Ende November hat meine Gastmutti angefangen, weihnachtlich zu dekorieren. Sie hat rote Vorhänge aufgehangen, Christbaumschmuck bei den Hühnern verteilt, Girlanden im Pferdestall angebracht, Lichterketten im Garten und an dem Dach des Stalls aufgehangen, kleine Weihnachtsmänner (Tomte) im gesamten Haus verteilt - sie sitzen nun auf Schränken, Gardinenstangen, auf Lampen und sogar hinter dem Fernseher. In jedem Fenster, welches auf die Straße gerichtet ist, steht ein Lichterbogen. Diese Bögen sind so etwas wie ein ungeschriebenes Gesetz hier in Schweden. Jedes Haus hat mindestens einen in einem Fenster, welches auf die Straße gerichtet ist, stehen. Gern gesehen ist es natürlich, wenn in jedem Fenster ein solcher Lichterbogen steht. Ich habe nun natürlich auch so einiges an Weihnachtsdekoration in meinem Zimmer stehen und auch einen selbst gebastelten Adventskalender habe ich von meiner Gastmutti bekommen. Total lieb!

Den ersten Advent habe ich mit meiner Gastfamilie verbracht. Eine Freundin von mir war auch noch da und wir beide haben dann gemeinsam eine weihnachtliche Fotowand gebastelt (meine Gastmutti hatte sich das von mir gewünscht) an welcher wir dann Fotos machen können. Außerdem haben wir den ganzen Tag Weihnachtslieder gehört, Pfefferkuchen gebacken und gegessen und "Glögg" (so etwas wie Glühwein, aber deutlich süßer und auch mit weniger Alkohol, welcher mit Mandeln und Rosinen im Glas serviert wird) getrunken - für mich und die Kinder gab es natürlich die alkoholfreie Variante. Wir haben ca. 9 Bleche Pfefferkuchen gebacken und die schmecken so gut! Ein altes Familienrezept von der Oma meiner Gastmutter. Kleiner Fun-Fact am Rande: Früher wurde Baumharz (der ist nicht essbar) als Backtriebmittel verwendet. Natürlich hatte dann jeder Magen-Darm-Beschwerden nach Weihnachten.Wir haben natürlich Backpulver benutzt. Und ich werde jetzt weiter die "Pepparkakor" naschen!

In Schweden wird kein Nikolaus gefeiert. Aber meine Gastgeschwister haben sich natürlich sehr über die Schokolade in ihren Stiefeln gefreut!

Advent, Advent die zweite Kerze brennt! Bei Regen und Schneematsch haben mein Gastvater und ich ein Eishockeyfeld im Garten gebaut. Denn zur Zeit ist es wieder viel zu warm! Der ganze Schnee schmilzt und es regnet anstatt dass es schneit. Aber der Spruch: ,,Es gibt kein falsches Wetter, es gibt bloß falsche Kleidung", stimmt total! Das einzige was kalt war, waren meine Hände, denn die Arbeitshandschuhe waren nicht wasserfest.

Natürlich hatten wir auch wieder Fika (Kaffee und Kuchen). Dieses mal gab es Knäck und Ischoklad, das ist schwedisches Gebäck und super lecker, mit sehr viel Schokolade. Das haben wir von den Nachbarn geschenkt bekommen, aber wir backen am nächsten Wochenende wieder.

Am 13. Dezember wird in Schweden das Lichterfest gefeiert. An diesem Tag wird die Heilige Lucia gefeiert - sie ist bekannt dafür, das Licht zu den Menschen zu bringen. In jeder Stadt oder Kommune wird zwischen November und Dezember die heilige Lucia gewählt. Und am 13. wird diese denn von vielen Jungen und Mädchen in weißen oder roten Kleidern mit Kerzen begleitet, während die Lucia einen Kerzenkranz auf ihrem Kopf trägt. Auch an meiner Schule hatten wir Besuch von der Lucia und ihren Gefährten. Es wurden die Lichter ausgeschaltet und dann ist die Lucia in die Schule herein gekommen. Es wurde gesungen und "Fika" gegessen. Es war so eine schöne, entspannte Atmosphäre. Außerdem habe ich das erste mal "Lussebullar" gegessen, das ist ein Gebäck mit Safran. Schmeckt auf jeden Fall gut!

Juhu! Wir haben endlich wieder Schnee! Und jetzt liegt er auch und schmilzt nicht mehr (es ist nämlich nun auch kalt genug) Und es schneit nun auch jeden Tag. Inzwischen liegen so ca. 30 cm. Schnee. ICH LIEBE DEN WINTER!



Zum dritten Advent haben wir "Chokolad Fudge" gekocht? gebacken? Wie sagt man? Auf jeden Fall Schokolade. Die ist auch super lecker. Und wir haben Christstollen gebacken! Und meine Gastmutti ist super begeistert. Nachmittags sind wir noch in den Wald gegangen und haben unseren Weihnachtsbaum gesucht, gefunden und geschlagen. Ich habe mit meinen Gastbrüdern Eishockey gespielt (auf unserem selbstgebauten Eishockeyfeld) und mein fünfjähriger Bruder ist einfach besser als ich. Es sieht auch total süß aus. Natürlich haben wir auch Schlittenrennen veranstaltet und Schneeballschlachten geführt. Es war ein wirklich schöner Tag.

Leider haben wir uns in der letzten Woche vor Weihnachten irgendwo angesteckt. Und so kam es dann dazu; dasS meine Gastmutti und mein kleinster Gastbruder krank waren. Aber den Tag haben wir dennoch genossen. Früh morgens hat mein Gastvater Köttbullar (Fleischbällchen) gemacht, wir waren draußen Schlitten fahren, haben Karamelpudding gemacht und Schokokuchen gebacken. Außerdem haben wir unseren Weihnachtsbaum geschmückt, und der sieht echt klasse aus! Mit selbstgebasteltem Schmuck und Papier-Girlanden, total schick.

Und dann war es endlich so weit! Weihnachten war gekommen. Und manno man, meine Gastbrüder waren so aufgeregt! Wir haben erst einmal alle gemeinsam gefrühstückt und dann sind mein Gastvater, mein einer Gastbruder und ich zur Kirche gefahren, denn ich und meine Gastbrüder haben bei dem Krippenspiel mitgespielt. Da der kleine aber krank war; sind meine Gastmutti und er zuhause geblieben. Und die Aufführung war ein voller Erfolg! Meine Gastoma und der Uropa waren auch dabei und am Ende haben beide geweint weil sie so stolz auf mich waren; dass ich auf Schwedisch gesungen habe (total süß). Danach aber hat sich das Blatt gewendet, im Gegensatz zu meinem kleinsten Gastbruder der sich wieder gut fühlte als wir aus der Kirche kamen, ging es mir dann schlecht.



Nachdem wir alle gemeinsam einen Weihnachtsfilm "Donald Duck and his friends" (das ist Tradition in den meisten Familien in Schweden) gesehen hatten, kamen dann die anderen Familienmitglieder: der Onkel meines Gastvaters und seine Frau, der Uropa und die Uroma, Farfar (Opa väterlicherseits) und Farmor (Oma väterlicherseits). Da meine Gastmutti ursprünglich aus Norwegen kommt, war ihre Familie leider nicht da.Und als dann alle da war waren ging es los mit dem Essen. Bei uns gab es den traditionellen "Julbordet", also Weihnachtstisch. Und dieser ist folgendermaßen aufgebaut: Als erstes isst man kalten Fisch und "Julschinka" mit Brot, bei uns gab es dann also den Julschinka (vergleichbar mit Kochschinken würde ich sagen), eingelegte Heringe, Lachs, Rote-Bete-Salat, unterschiedlichen Käse und verschiedene Brote. Und als zweiten Gang gab es dann Köttbullar, Rinderfilet und Kartoffeln (auch super lecker!). Zum Nachtisch haben wir Schokokuchen, Christstollen und Karamelpudding gegessen. Der Christstollen kam super gut an!



Und nach einiger Zeit während des Essens ist etwas lustiges passiert. Es fing auf einmal der Uropa ganz aus dem nichts heraus an zu singen, dann stimmten alle mit ein. Nach Ende des Liedes sprach er einen Tost und alle stießen an. Es kam also so, dass oft gesungen und angestoßen wurde. Meiner Meinung nach war das sehr witzig und das hat die Stimmung gehoben. Natürlich hatten wir auch eine Bescherung und die war sehr reichlich. Wir saßen alle beisammen und die Kinder haben immer ein Geschenk unter dem Baum hervorgeholt und dann an die bestimmte Person weitergereicht. Das war sehr schön. Wir haben dann noch ganz entspannt den Abend ausklingen lassen.

Nachdem es mir am Heiligabend schlecht ging, hatte es meinen Gastvater am ersten Weihnachtsfeiertag erwischt. Und so kam es, dass wir (meine Gastbrüder, meine Gastmama und ich) einfach den Tag genossen haben. Wir haben Weihnachtsessen gegessen, die Geschenke angeschaut, waren draußen Schlittschuh laufen und haben Weihnachtsfilme geschaut.

Meinem Gastpapa ging es wieder gut und glücklicherweise ging es auch keinem anderen schlecht und so sind wir in das Nachbardorf gefahren um den Glögg-Cup zu veranstalten. Das machen meine Gasteltern nun schon einige Jahre. Es ist ein Eishockey Wettbewerb zwischen Familien und Freunden. Nebenbei wird noch gegrillt und Glögg getrunken. Das war wirklich sehr schön. Alle kennen einander und genießen einfach noch einmal die Stille und Entspannung während der Weihnachtstage. Es war eine wundervolle Zeit für mich. Ich hoffe das gilt auch für euch!