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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Fine in Schweden

Die Schwedischen Eigenheiten

Man kennt’s.. zu eigentlich jedem Land gibt es irgendein Vorurteil. Ob diese sich bewahrheiten merkt man erst, wenn man wirklich etwas Zeit dort verbracht hat. Da ich ja jetzt schon gut vier Monate in Schweden war, möchte ich im Folgenden etwas erzählen, welche Sachen mir so als ‚typisch Schwedisch‘ aufgefallen sind. Also mal von den ‚physischen Vorurteilen‘ abgesehen (auch wenn diese weitgehend zutreffend sind) gibt es doch noch einige andere Schwedische Eigenarten, die mir bisher so
aufgefallen sind.

Was wohl am auffälligsten ist, ist, dass die Schweden relativ Nationalstolz sind. Dabei aber absolut nicht im negativen Sinne und ‚übelnehmen’ kann man es ihnen bei so einem
schönen Land auch nicht. Man sieht aber tatsächlich an den meisten Häusern schwedische Flaggen hängen. Falls mal der Geburtstag oder Namenstag des Königs ist, dann werden auch alle Busse mit Flaggen geschmückt. Generell darf die Flagge an Feiertagen einfach nicht fehlen.

Meistens sind mir die Schweden als äußerst hilfsbereit und freundlich vorgekommen. Allerdings sind sie trotzdem unglaublich zurückhaltend… Ich habe häufig über Deutschland gehört, dass die Norddeutschen deutlich kühler als zum Beispiel die Bayern wären. Und manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl, dass dieser Charakterzug in Schweden weitergeführt wird. Gerade hier in Umeå, ganz im Norden des Landes, sind die Menschen wirklich nicht eifrig, Small Talk zu führen. Aber wie gesagt, der Großteil ist trotzdem sehr freundlich. Man muss einfach versuchen mehr Gespräche von sich selbst zu initiieren, ich habe auch meine Zeit gebraucht, mich daran zu gewöhnen.

Etwas, dass sich auch etwas auf den letzten Punkt bezieht ist das Wort ‚lagom‘. Richtig übersetzen kann man das nicht, aber es bedeutet so etwas wie ‚gerade richtig‘. Im Sprachgebrauch habe ich es nicht sonderlich häufig wahrgenommen, aber es beschreibt den Großteil der Schweden wirklich gut. Die Meisten fühlen sich am wohlsten, wenn sie nicht aus der Masse herausstehen. Das bezieht sich, soweit ich beobachtet habe, auf eigentlich jeden Lebensbereich - sei es Kleidung, Gehalt oder Leistungen, abgesehen von Sport allerdings. Wie ich vielleicht auch vorher schon einmal berichtet habe, machen die Schweden unglaublich gerne Sport und nur Sportwettkämpfe sind noch besser. Im Moment sitze ich tatsächlich in der Bahn nach Stockholm, weil mein Gastvater dort am Stockholm-Marathon teilnimmt. Klischeehafter geht es eigentlich nicht.

Im Übrigen hat sich an meinem Leben hier nicht viel verändert. Die Sonne scheint (mehr oder weniger) noch um Mitternacht und das ist wirklich sehr angenehmen, wenn man
das zum dunklen Winter vergleicht. Es ist relativ warm für diese Jahreszeit. An meinem Geburtstag hatten wir sogar Prinsesstårta, die wir dann bei 20 Grad und Sonnenschein
draußen essen konnten.