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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Sophie in Norwegen

Dezemberbericht – Weihnachten in Norwegen

In Norwegen verbrachte ich das erste Mal die Weihnachtszeit ohne meine Familie. Es war sehr interessant verschiedene Traditionen der Norweger kennenzulernen und aber auch zu sehen, dass es auch viele Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Norwegen gibt. Allgemein lässt sich sagen, dass die Norweger, besonders meine Gastfamilie, Weihnachten lieben. Ab Oktober fangen die Supermärkte an, Weihnachtssüßigkeiten zu verkaufen. Im Laufe des Novembers kann man dann so gut wie jedes Produkt, dass es das ganze Jahr lang gibt, als Weihnachtsspezial kaufen, zum Beispiel ist es dann ein bisschen mehr mit Weihnachtskräutern gewürzt.

In der Woche und dem Samstag vor dem ersten Advent haben wir dann „Julekaker“ gebacken, was nichts anderes als Weihnachtsplätzchen ist, doch habe ich natürlich viele neue Sorten Kekse kennengelernt und ich probiert. Wir haben Pepperkaker, Kakemenn, Danske Pinner und Risboller gemacht. Die Großmutter meiner Gastschwester hat dazu noch Krumkaker und Erdnusskekse gemacht. Natürlich durfte es nicht fehlen, ein Lebkuchenhaus zu backen und zu gestalten. Meine Gastschwester meinte, dass dies erst nach Weihnachten gegessen wird, wenn die komplette Weihnachtsdeko wieder abgehangen wird. Auch haben wir an dem Samstag das Haus geschmückt. Unser Haus hat sich komplett verwandelt, jetzt war alles rot und weihnachtlich geschmückt, überall waren Lichter und wir teilten uns das Sofa mit Weihnachtselfen und Weihnachtsmännern.

Es wirkte viel gemütlicher. Jedoch habe ich auch in dem Haus meiner Gasttante gesehen, dass sie mehr modern als traditionell geschmückt hat. Was ein Unterschied zu Deutschland ist, ist, dass man keinen Adventskranz hat, sondern es stehen nur vier Kerzen auf dem Tisch, jedoch hängt an jeder Tür ein Weihnachtskranz.

Meine Gastfamilie hat die Tradition am 1.Advent zu einem gemeinsamen Essen mit der ganzen Familie zu fahren. Dort gab es dann nur traditionelle Weihnachtsgerichte. Eine Tradition die ich hier während der Weihnachtszeit kennenlernen durfte, ist, dass die Norweger vor Weihnachten allen Freunden und Bekannten Weihnachtskarten schicken, sodass unsere Kommode nun voll mit verschiedenen Weihnachtskarten ist. Wie gesagt lieben die Norweger Weihnachten, weshalb es im Fernsehen verschiedene Adventskalender gibt. Dies sind Serien, wo jeden Tag eine neue Folge ausgestrahlt wird. Auch gibt es einen Sender, der im Dezember jeden Tag Weihnachtsfilme zeigt, natürlich auch auf anderen Sendern, aber wir haben fast jeden Abend nur diesen Sender geguckt.

In Norwegen sind Weihnachtsmärkte nicht so bekannt, jedoch gab es die sogenannte Julebyen, dies ist eine Art Weihnachtsmarkt von der Größe des Weihnachtsmarktes einer Kleinstadt in Deutschland, jedoch gab es hier viel mehr Handarbeit, die man kaufen konnte, als Essensstände, so wie ich es eigentlich kenne.

Die Weihnachtstage werden dieses Jahr in meiner Familie ein bisschen anders gefeiert, weil es dieses Jahr nicht passte, die ganze Familie an Heiligabend zu versammeln. Eigentlich kommt in meiner Familie die ganze Familie an Heiligabend zusammen, zieht sich richtig schick an und isst zusammen. Da dies jedoch nicht möglich war, verbrachten nur wir fünf Heiligabend in der Wochenendhütte, ganz gemütlich. Wir haben uns alle den gleichen Weihnachtspyjama gekauft und hatten es ganz bequem. Zum Mittagessen gab es ganz traditionell Risgrøtt, was dasselbe wie Milchreis ist. Man versteckt im Milchreis eine Mandel und wer diese Mandel in seiner Schale findet, gewinnt einen Preis. Normalerweise ist das ein Marzipanschwein, doch da diese ausverkauft waren, haben wir uns einfach für einen Schokoladenweihnachtsmann entschieden. Zum Mittagessen haben wir die Nachbarn eingeladen, welche zwei Hütten weiter Weihnachten verbracht haben. Es war sehr gemütlich und mein Gastbruder hatte die Mandel in seinem Essen. Der Nachmittag verlief sehr entspannend ab. Wir haben in Ruhe das Essen vorbereitet und die Zeit gemeinsam miteinander verbracht. Abends haben wir dann gegessen. Es gab Rippe, was ich eher unter dem Namen Krustenbraten kannte, dazu Gemüse und Soße. Es war sehr lecker. Zum Nachtisch haben wir Riskrem gegessen, das ist Milchreis, der in geschlagene Sahne gegeben wird. Nach dem Essen war dann Bescherung. In meiner Gastfamilie ist es so, dass alle Geschenke unter den Baum gelegt werden, sobald dieser geschmückt wurde, weshalb man schon die letzten Tage die Geschenke bestaunen konnte. Mein Gastvater hat in diesem Jahr die Aufgabe übernommen, die Geschenke zu verteilen. So haben wir es uns alle auf dem Sofa gemütlich gemacht und ganz in Ruhe die Geschenke ausgepackt. Nach der Bescherung haben wir noch zusammengesessen und Spiele gespielt.

Am ersten Weihnachtsfeiertag sind wir dann morgens wieder nach Hause gefahren, denn wir waren am frühen Nachmittag bei der Mutter meiner Gastmutter zum Familienessen eingeladen. Die ganze Familie ist gekommen und es gab ein leckeres Buffet mit vielen norwegischen Gerichten. Auch hier haben wir wieder Spiele gespielt oder einfach nur geredet. Am zweiten Weihnachtsfeiertag ist dann die familiäre Seite meines Gastvaters zu uns gekommen. Es gab Rindersteak mit Gemüse und zum Nachtisch wieder Riskrem. Alle diese Gerichte, die ich in der Zeit rund um Weihnachten gegessen habe, sind traditionelle Weihnachtsgerichte in Norwegen, natürlich konnte ich nicht alle probieren, doch es waren die meisten. Und ich kann nur sagen, dass mir der Großteil auch wirklich sehr geschmeckt hat. Die Weihnachtsdeko wird bei uns hier erst im neuen Jahr nach Silvester abgehangen, sowie das Lebkuchenhaus gegessen.

Es war schon ein bisschen komisch Weihnachten ohne meine Familie aus Deutschland zu verbringen, doch habe ich auch hier ein schönes Fest gehabt und kann ganz viele tolle neue Erfahrungen mit nach Hause nehmen und auch leckere Gerichte, die wir dann vielleicht nächstes Jahr in Deutschland auch nochmal ausprobieren können.

 

Sophies Blog findest du hier: https://exchangeyear-in-norwegen.blogspot.com/

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