Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Sophie in Norwegen

Realität und Vorstellung – Was sind die Unterschiede zwischen Deutschland und Norwegen?

Jetzt bin ich schon eine Weile hier in Norwegen. Ich habe viele Eindrücke vom Leben, dem Alltag und der Kultur bekommen. So konnte ich natürlich auch schon einige Unterschiede feststellen und auch sehen, ob meine Vorstellung von Norwegen der Realität entspricht.

Ich habe mir einiges vorgestellt, habe mich ein bisschen schlau gemacht und auch bei meinem Vorbereitungsseminar einiges gelernt. Meine Hoffnung war, dass, wenn ich hier ankomme, sofort alle mit offenen Armen auf mich zukommen, doch ich hatte vorher auch gehört, dass die Norweger eher kühl im Umgang mit fremden Menschen sind. Ich wurde von meiner Gastfamilie super lieb und mit offenen Armen empfangen, was ich sehr wichtig fand. Doch in der Schule war das schon anders. Viele Lehrer sind super offen gewesen, einige dann schon ein bisschen schroffer, also am Anfang. Die Schüler dagegen, waren sehr distanziert. Ich habe echt einige Wochen gebraucht, um Leute zu finden, die mich mit in die Gespräche einbeziehen und auch Interesse an mir gezeigt haben. Doch nach einiger Zeit wurde das dann. Ich glaube, das liegt daran, dass sich hier einige Schüler sehr unsicher sind, Englisch zu sprechen. Das haben mir zumindest einige Leute erklärt, mit denen ich mich angefreundet habe.

Ein weiterer Punkt ist natürlich die Natur. Ich wusste schon vorher, dass Norwegen echt mega schön sein soll, was auch ein Grund war, weshalb ich mich überhaupt für das Jahr in Norwegen entschieden habe. Doch dass es so schön ist, habe ich mir nicht vorgestellt. Mir gefällt die Natur mit am meisten bei Sonnenauf- und Untergang. Ich habe eine sehr schöne Strecke zur Schule, zwar dauert sie etwas länger, dafür kann ich jedes Mal die wunderschöne Natur betrachten. Und es sieht jedes Mal, wenn ich im Zug sitze, ein bisschen anders aus.



Dann natürlich die Sache mit dem Geld. Ich wusste vorher schon, dass Norwegen sehr teuer ist. Doch ich habe mich ganz schön erschrocken, als ich die ersten Preise beim Einkaufen im Supermarkt gesehen habe und auch jetzt, obwohl ich schon fast zwei Monate hier lebe, erschrecke ich mich oft noch über die Preise für eine Kugel Eis oder der Pizza vom Lieferservice, denn die kostet hier so viel wie in Deutschland in einem Edelrestaurant. Das sind dann so Sachen, die etwas Besonderes bleiben. Auch kann man hier alles mit Karte bezahlen, was ziemlich praktisch ist, da man nicht immer das ganze Geld mitschleppen muss. Ich habe echt nicht gedacht, bevor ich nach Norwegen kam, dass man wirklich alles mit Karte zahlt. Selbst bei einem Amateur-Fußballspiel oder auf einem Bauernmarkt, wo es Wurst oder Snacks gibt, wird mit Karte bezahlt.

Ein weiterer Unterschied zu Deutschland ist die Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Straßen. Im Ort darf man hier gerade mal 30 bis 40 km/h fahren und auf der Landstraße 60 – 80 km/h. Daher dauert es natürlich auch ewig, bis man eine Strecke von 40 km hinter sich hat. Ich lebe ziemlich zentral im Süden von Norwegen, südlich von Stavanger. Als ich noch in Deutschland war, dachte ich, wow, mega cool, nur 250 km bis Bergen und nur 450 km bis Oslo, da können wir dann öfters mal hinfahren. Ne, ist nicht. Nach Bergen fährt man ca 5 ½ Stunden und nach Oslo um die 8 Stunden. Und die Züge brauchen genauso lange. Auch sind die Distanzen zwischen einzelnen Häusern oder zu kleineren Dörfern sehr groß. Ich habe eine Freundin, die in einer kleinen Siedlungsgruppe außerhalb meines Ortes wohnt, was ungefähr fünf Kilometer von mir entfernt ist. Es fahren dort keine Busse hin, allgemein gibt es wenige Busverbindungen zwischen den Orten. Das Einzige, was hier fährt, ist ein regionaler Zug. So muss meine Freundin jeden Morgen diese Strecke laufen oder mit dem Fahrrad zurücklegen, um überhaupt bis zur Zugstation zu kommen.

Was das Essen angeht, hatte ich auch eine ganz bestimmte Vorstellung. Ich habe in meinem Buch, was ich in Deutschland zum norwegisch lernen nutzte, einige Gerichte gesehen und habe daher dann eine Vorstellung entwickelt. Meine Vorstellung war, dass die Norweger sehr viel Fisch essen, also in allen möglichen Kombinationen, dazu noch Rentier oder andere Wildtiere. Ich weiß nicht, ob es an meiner Familie liegt oder ob es normal ist, aber wir essen bei uns komplett andere Sachen. Die Norweger sind allgemein sehr modern eingestellt. Es gibt sehr viele internationale Restaurants und auch in den Supermärkten findet man viel Internationales zum Kochen für Zuhause. Meine Familie hat bisher nur einige Male Fisch gegessen, aber auch nur das, was ich auch aus Deutschland kenne. Etwas was für mich neu war, ich aber sowas von liebe, ist, dass die Norweger Tacos einfach lieben. Im Supermarkt findet man eine ganze Abteilung nur für Tacozubehör. Es gibt hier Taco auf der Pizza oder zu der Pizza, im Kino, als Snack usw. Meine Familie macht jede Woche Tacofriday. Wir bereiten das Dinner gemeinsam mit der Familie vor und essen dann auch gemeinsam.



Bei dem Wetter wurde meine Vorstellung hauptsächlich bewahrheitet. Es ist seitdem ich hier bin größtenteils nur am Regnen und Stürmen, doch ich habe es ein bisschen unterschätzt. Ich bin davon ausgegangen, dass der Regen genauso wie in Deutschland ist, ist aber nicht so. Wenn es regnet, dann richtig, was es ja die meiste Zeit tut. Auch der Wind ist viel stärker hier als der, den ich aus Deutschland kenne. Doch man gewöhnt sich dran und freut sich dann umso mehr, wenn es mal nicht regnet und die Sonne scheint.



Es gibt natürlich noch einige weitere Unterschiede zwischen Deutschland und Norwegen, aber für mich sind dies die Wesentlichen. Ich werde bestimmt auch noch einige weitere Unterschiede im Laufe des Jahres kennen und entweder lieben oder hassen lernen. 

Sophie berichtet über ihr Auslandsjahr in Norwegen. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt in Norwegen? Wir beraten dich gerne!

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