Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Janne in Omokoroa

Ich werde meine Erlebnisse hier niemals für selbstverständlich halten

Ende September war gleichzeitig Ende meiner Schulferien. Das letzte Quartal ist ziemlich kurz und dauert nur 4 Wochen, also den ganzen Oktober lang. Danach werden die Schüler zum Lernen für ihre Final Exams entlassen. Diese 4 Wochen haben sich ziemlich komisch angefühlt. Auf der einen Seite bin ich immer enger mit meinen Mitschülerinnen geworden, aber auf der anderen Seite habe ich stark gefühlt, dass ich nicht wirklich in das Schulleben gehöre, da ich oft nichts zu tun hatte, während meine Mitschülerinnen Themen für die Exams selbstständig wiederholt haben. Trotzdem habe ich schätzen gelernt, wenn ein Mitschüler zu mir kommt und ein Gespräch mit mir anfängt oder mir einfach auf dem Schulhof zulächelt. Ich habe jedoch für mich herausgefunden, dass es sehr hilft, bei allen möglichen Veranstaltungen innerhalb der Schule teilzunehmen. Das ist eine gute Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen, aber es hilft auch um in den Köpfen der Leute zu bleiben, die dich bereits aus einem Kurs kennen. So habe ich zum Beispiel an einer “Tutor Class Competition” teilgenommen, wo alle Tutor Classes gegeneinander in sportlichen Aktivitäten antreten. Außerdem gab es in der Schule einen “Breast Cancer Walk” in welchem alle Schüler in pinken Klamotten durch die Schule gelaufen sind. Dieser findet statt um das Bewusstsein für Brustkrebs zu verbreiten.

Innerhalb des International Departments, das für alle Austauschschüler meiner Schule verantwortlich ist, haben wir an einem Nachmittag ein Family Barbecue veranstaltet und ein gemeinsames Dinner gehabt, während welchem wir einige Schüler verabschiedet haben. Der Oktober war durch ziemlich durchwachsenes Wetter geprägt, aber zum Teil ist es schon richtig warm geworden, so dass ich mit Freunden nach der Schule an den Strand gehen konnte. Generell kann ich sagen, dass das Wetter die allgemeine Stimmung echt stark beeinflusst. Bei Regen gibt es leider nicht so viele Aktivitäten und wir sind oft zu Hause. Bei gutem Wetter verbringe ich meine Zeit gerne im Garten, am Strand oder mit Freunden in der Stadt.

Da es insgesamt doch schon recht sommerlich ist, hat sich Halloween ziemlich komisch angefühlt. Kinder gehen im Hellen und, in meinem Fall, sonnigem Wetter um die Häuser. Ich dachte immer, Halloween ist keine große Sache in Berlin, aber anscheinend wird es in anderen Ländern noch weniger zelebriert. Ein Grund ist jedoch bestimmt die geringe Einwohnerzahl in meinem Örtchen. Während ich überlegt habe, was ich diesem Monat noch gemacht habe, bin ich erst zu dem Schluss gekommen, dass mein Leben hier ziemlich langweilig ist. Aber nach weiteren Überlegungen kam ich zum Schluss, dass das überhaupt nicht der Fall ist. Meine Eltern beschweren sich manchmal, dass ich nicht genug von meinem Leben hier erzähle, aber das ist genau der Punkt - es ist mein Leben. Ich bin auf keiner Adventure Tour, auch wenn ich immer mal wieder echt tolle Sachen erleben, aber es ist mindestens genauso gut, dass ich einen Alltag am anderen Ende der Welt in einer zuerst fremden Familie gefunden habe. Ich gehe zur Schule und zum Training, treffe mich mit Freunden und unternehme ab und zu Sachen mit meiner Familie. Da gibt es nicht viel zu erzählen, aber es ist trotzdem nicht langweilig, denn das ist doch genau das, was ist in Berlin auch gemacht habe. Eigentlich ist es nur ein Zeichen dafür, dass ich mich gut eingelebt habe.

South Island Trip

Es kommt vielleicht etwas merkwürdig rüber, dass ich zuerst meinen Alltag so lobe und dann erzähle, dass ich auf eine Reise durch die South Island gegangen bin, aber ich denke, es ist gut im Gleichgewicht zwischen Erlebnissen und Alltag zu stehen. Außerdem muss, meiner Meinung nach, jeder, der in Neuseeland ist, auch die Südinsel gesehen haben. Also habe ich mich für einen zehntägigen Trip über die Südinsel mit anderen Austauschschülern beworben. Und nachträglich kann ich das nur jedem empfehlen, denn es waren die besten und ereignisreichsten 10 Tage meines Lebens - bis jetzt. Es fing schon bei dem Flug an. Im Flugzeug hatte ich das Glück neben einem Maori zu sitzen und, da ich mich schon immer sehr für Tattoos interessiert habe, habe ich ihn auf seine angesprochen. Er war sehr offen und hat mir über die Bedeutung seiner Tattoos, über die Götter in seiner Kultur und viel über Neuseeland erzählt. Ausserdem meinte er, er wünsche, mehr Leute würden ihm Fragen stellen, anstatt ihn nur anzugucken. Aus dem Flugzeug konnten wir perfekt Neuseeland von oben betrachten und er hat mir viele Orte gezeigt.

Während meiner Reise über die Südinsel habe ich so viel erlebt, dass ich das hier nur kurz zusammenfassen kann. Meine drei Tourguides waren allesamt Maoris und super freundlich. Dank ihnen habe ich viele Dinge über die Kultur der Maoris gelernt, beispielsweise haben sie uns den Haka beigebracht. Wir waren ungefähr 35 Austauschschüler aus allen möglichen Ländern der Welt. Ein paar Gesichter kannte ich bereits von meinem Vorbereitungscamp in Auckland. Interessant zu beobachten war jedoch, wie heftig wir uns alle verändert haben und wie viel offener wir geworden sind. Auf der einen Seite waren wir einfach selbstbewusster mit unserem Englisch, aber andererseits haben wir in Neuseeland alle gelernt, auf Leute zuzugehen. So haben wir uns vom ersten Tag an super gut verstanden und nach den 10 Tagen hat es sich angefühlt, als wären wir eine Familie und beim Abschied wurden viele Tränen vergossen. Ich denke ein Grund, dass wir uns so gut verstanden haben, ist, dass wir alle durch die gleichen Situationen gegangen sind. Und wir untereinander sind die einzigen, die verstehen werden, wie es sich anfühlt, ein Austauschschüler in Neuseeland zu sein, und nur wir werden verstehen, wie wunderbar der Trip war. Das gleiche kann ich über die Landschaft sagen. Man kann nicht glauben, wie schön die Südinsel ist, bis man sie selbst gesehen hat. Die Landschaft ist so vielfältig und man sieht grüne Hügel, schneebedeckte Berge, Flüsse, Wasserfälle, Gletscher, Sandstrände, Klippen und vieles mehr alles nacheinander.







Unsere Aktivitäten waren unter anderem ein Helikopterflug über Gletscher, Stand-up Paddling, Kayaking, Wandern, mit Delfinen schwimmen, Bungee Jumping, Jet Boat Riding, eine Schifffahrt, während welcher wir Delfine, Robben und Pinguine gesehen haben, Para Sailing, Skydiving und vieles mehr. Ich habe jedoch die Abende mit meiner Gruppe, an denen wir einfach nur geredet und gegessen haben, oder das Schwimmen in Hot Pools oder Seen, ebenfalls wie das Duschen unter Wasserfällen genauso genossen. Mein Highlight was jedoch mit Abstand Skydiving. Mein wichtigster Anlass zum Skydiving war, dass ich extreme Panik davor hatte. Doch ich weiss, das mein Auslandsjahr sehr viel mit aus seinen Komfortzonen herausgehen und alles Mögliche ausprobieren, um so viel wie möglich zu lernen, zu tun hat. Ich habe von meinem Fallschirmsprung sehr viel mitgenommen - Lehren, die ich nun auch in meinem Alltag anwenden werde. Trotzdem muss ich sagen, dass Skydiving auch einfach richtig Spaß gemacht hat und ich es nun immer wieder machen würde. Der Ausblick während meines Falles war wunderschön. Insgesamt kann ich sagen, dass ich extrem viel von meiner Reise mitgenommen habe und außerdem nun jede Menge Freunde verstreut in der Welt habe. Außerdem bin ich super dankbar, dass meine Eltern mir das alles ermöglicht haben und ich kann mir vorstellen wie schwer ist, seiner Tochter am anderen Ende der Welt Skydiving zu erlauben. Ich werde meine Erlebnisse hier niemals für selbstverständlich halten.












Janne berichtet über ihr Auslandsjahr in Neseeland. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt in Neuseeland? Wir beraten dich gerne!

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