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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Elternbericht

Unsere Tochter Frauke auf La Réunion

Sobald bei unseren Kindern der Gedanke aufkam, ein Auslandsjahr oder -Semester zu absolvieren, haben wir sie vorbehaltlos dabei unterstützt. Als wir in ihrem Alter waren, haben uns die finanziellen Mittel dafür gefehlt, und nichts haben wir rückblickend so sehr bedauert wie die verpasste Gelegenheit, während der Schulzeit einfach so in eine andere Kultur, Sprache und Familie einzutauchen. Unseren Kindern wollten wir dieses Erlebnis unbedingt ermöglichen, sofern sie den Schritt wagen wollten. Dass bei diesem Abenteuer nicht nur sie, sondern auch wir als Eltern ganz neue, nicht immer einfache Erfahrungen machen würden, hatten wir dabei gar nicht so sehr in Betracht gezogen.

Aber nun war es soweit: Wir hatten Frauke zum Flughafen gebracht und mussten uns nach dem Abschied einer ganz neuen Situation stellen: Zunächst wurde uns bewusst, dass mit der Abwesenheit eines Kindes nicht einfach nur ein Platz am Tisch leer bleibt – wir als daheim gebliebene Restfamilie mussten uns erst einmal zu dritt neu ausbalancieren.

Uns wurde außerdem mit jedem vergangenen Tag klarer, was, wann und wie Frauke im normalen Alltag ein Teil von uns war und wie schwer es uns vor allem zu Beginn fiel, auf sie zu verzichten. Denn wir wollten sie ja nicht mit unseren Fragen, Sorgen und Ratschlägen bestürmen, während sie gerade auf La Réunion versuchte, sich an ihre neuen Lebensumstände zu gewöhnen. Vielmehr hatten wir vor ihrer Abreise vereinbart, uns nicht allzu häufig bei ihr zu melden – was angesichts von WhatsApp & Co eine echte Herausforderung darstellt. Denn natürlich wollten wir dringend von ihr hören, wie sie mit ihrer neuen Familie auskommt (remuant!), wie es ihr mit der Sprache geht (difficile!), was in der Schule läuft (diversité!) und wie es sich so lebt auf der kleinen Insel im Indischen Ozean (la mer!). Aber wir wollten ihr auch Raum und Freiheit lassen, sich ihr neues Leben ohne unsere geistige Anwesenheit zu erschließen.

Im Lauf der ersten Wochen hat sich unsere Kommunikation nun schon ganz gut eingespielt: Meist warten wir ab, bis Frauke sich meldet und nutzen dann den Moment, uns über unsere 9000km entfernten Leben auszutauschen. Dabei geht es mal um Backzutaten, mal um Kreditkartenbenutzung, mal um geplante Ausflüge zum aktiven Vulkan der Insel, und manchmal einfach auch nur darum, dass man sich gerade sehr vermisst.

Familie Thoms

Hier geht es zum Bericht von Frauke: Frauke auf La Réunion