Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Jette auf La Réunion

Ausflug zu einem Wasserfall in Cilaos

Bisher ist mir gar nicht bewusst gewesen wie schnell so ein Auslandsjahr unvorhergesehen vorbei gehen kann. Da hat man sich gerade richtig gut eingelebt und Pläne für die nächsten Ferien gemacht und von einem Moment auf den anderen muss man seine Koffer packen und sich von seinem neuen Leben verabschieden, obwohl man nicht mal gegen die Regeln verstossen hat. Vor ein paar Wochen erreichte mich die traurige Nachricht eines Freundes, der sein Auslandsjahr in China machte, dass er dieses aufgrund des Coronavirusses vorzeitig abbrechen musste und schon in Deutschland angekommen sei. Der Schock sass tief, ich wüsste nicht wie ich mit einer solchen Nachricht umgehen sollte, wenn es mich treffen würde. Ab sofort müssen wir alle also umso mehr jeden einzelnen Tag auf la Réunion geniessen.

Ganz nach diesem Motto bin ich vor einigen Wochen trotz Schulfrei in aller Hergottsfrühe aufgestanden um mit meinem Gastbruder und seinen Freunden einen der ersten Busse nach Cilaos zu nehmen. Wir hatten uns vorgenommen dort eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall zu unternehmen und um diese nicht in der Mittagshitze durchführen zu müssen und mehr Zeit im Wasser verbringen zu können mussten wir unsere Betten eben sehr zeitig verlassen. Dieses Opfer hat sich dann aber auch ausgezahlt. Mit dem Wetter hatten wir nur so semi Glück, bei unserer Ankunft hat es angefangen zu nieseln, nach dem Einkauf unseres Picknicks hat der Regen aber glücklicherweise nachgelassen und die Sonne fing an sich durch die Wolken zu kämpfen. Müde, aber mit guter Laune haben wir uns dann auf den Weg gemacht.

Der erste Zwischenstopp wurde schon ziemlich schnell eingelegt, als wir unterwegs auf einen steinbruchartigen Fluss mit kleinen Wasserbecken gestossen sind.
Das Wasser war eisig kalt im Vergleich zu den alltäglichen Höchsttemperaturen hier, aber das hat uns nicht davon abgehalten ins Wasser zu springen und den Steinbruch regelrecht runterzurutschen. Einige Stunden später plagte die Ersten der Hunger und wir beschlossen vorort zu essen um uns danach gestärkt auf den Weg zum eigentlichen Ziel des Ausfluges zu machen.

Eine ganze Weile ging es immer abwechselnd bergauf und bergab, mit wunderschönen Ausblicken auf Cilaos. Irgendwann bemerkte jemand, dass wir doch mal stehenbleiben und gut hinhören sollen, er habe Wasserrauschen gehört. Und tatsächlich, von dieser Aussicht aufs Ende hoch-motiviert sind wir super schnell den felsenartigen Weg runtergekrachselt und eine gute halbe Stunde später unten angekommen. Der Wasserfall war nicht einmal so groß wie diejenigen, die die anderen Austauschschüler schon besichtigt hatten, aber ich war absolut hin und weg.

Nachdem alle ein paar Fotos gemacht hatten schälten wir uns aus unseren durchgeschwitzten Klamotten und sprangen ins erfrischende Kühl. Die Kraft des Wasser war unglaublich stark und wenn man sich dem Wasserfall annäherte wurde man regelrecht angesaugt, untergetunkt und anschließend weggespült. Ein endloser Kreislauf, mit dem wir alle ordentlich unseren Spaß hatten. Kurzzeitig ist es mit sogar gelungen mich unter dem ca. 7 m hohen Wasserfall zu halten und die Wasserstränge auf meinem Kopf brechen zu lassen. Da kann kein noch so gutes Schwimmbad mithalten sage ich euch. Ein absoluter Traum.

Auf dem Rückweg hat uns dann leider der Regen wieder eingeholt und so mussten wir klatschnass nach dem Anstieg über eine Stunde auf unseren Bus warten. Dieser hatte nämlich Verspätung, da der Sturm einige Tage zuvor eine Straße beschädigt hatte und die Buslinie so gezwungen war von ihrem alltäglichen Weg abzuweichen.

Der Februar als kürzester Monat des Jahres verging dann trotz Schaltjahr super schnell.
Der Valentinstag scheint hier eine grössere Sache zu sein, als ich es gewohnt bin und sowohl Schule als auch Schüler waren am 14.02. passend geschmückt. In den darauffolgenden Wochen konnte ich ein wenig vom Strand und auch vom Pool eines Freundes profitieren. Die Karnevalskostüme meiner Freunde begutachten und den ersten Schulausflug mit meiner Kunstklasse unternehmen um an einer anderen Schule mit bekannten Künstlern zusammen unsere Arbeiten auszustellen.

Ende Februar habe ich dann meinen 17. Geburtstag mit Freunden und Familie gefeiert. Das Schwarzbrot welches meine Eltern dem Geburtstagspaket beigelegt hatten habe ich natürlich auch an meine Gastfamilie verköstigt, doch so richtig gut geschmeckt hat es glaube ich nur meinem dänischen Gastbruder und mir, der es genauso zu vermissen scheint wie ich.