Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Ella auf La Réunion

Verreist mit meiner Gastfamilie

Salut,

Ich grüße euch ganz lieb aus dem neuen Jahrzehnt, in welches wir hier, auf der südlichen Erdhalbkugel, schon drei Stunden früher gestartet sind. Dieses schloss direkt an die zahlreichen Feierlichkeiten im Dezember an und wurde, nach ein paar Tagen Neujahrsverschnaufpause, nicht weniger feierlich fortgeführt. Denn bereits ein paar Tage nach dem Jahresübergang, den ich bei einer Freundin unter Feuerwerkshimmel im Pool verbrachte, stand mein 17. Geburtstag an. 

Eigentlich hatte ich vor, mich mit meiner Gastschwester Maéna, einigen Freunden aus meinem Lycée und einer anderen Austauschschülerin am Strand zu treffen, um von den andauernden Sommer- oder auch sogenannten Zyklonferien zu profitieren. Es hatte jedoch seit einigen Tagen geregnet und somit wurde spontan beschlossen, alle zu meiner Gastfamilie nach Hause einzuladen und auf unserer Terrasse zu feiern. Ich habe dafür meine Fähigkeiten in der Küche spielen lassen und ein kleines Buffet vorbereitet, welches wir uns dann bei einem gemütlichen Beisammensitzen schmecken lassen haben. Während wir also schmatzend und erzählend unter dem Terrassendach hockten, trommelte der Regen nur so darauf, und wir haben es nicht bereut, den Strandtag verlegt zu haben ;). Meine Gastschwester hat plötzlich aus irgendeinem Küchenschrank siebzehn Kerzen hervorgezaubert und den Geburtstagskuchen damit dekoriert. Diese wurden dann angezündet und die gesamte Geburtstagsrunde hat auf deutsch „Happy Birthday“ für mich gesungen. Davon war ich wirklich sehr gerührt (denn selbst ich war mit dem deutschen Text nicht vertraut) und somit blieb mir für das Auspusten der Kerzen eigentlich kaum noch ein Wunsch offen. 

 

Ein paar Tage später verbrachten meine Gastfamilie und ich einen geselligen, typisch kreolischen Freitagabend. Dazu verabredeten wir uns mit einigen Freunden zum Picknick am Strand. Das gemeinsame Picknicken unter den Filao-Bäumen ist auf Réunion eine sehr beliebte Tätigkeit, die oft verschiedene Freundesgruppen und ganze Großfamilien zusammentrommelt. Jedoch ist ein deutsches Picknick, was an dieser Stelle vielleicht dem ein oder anderen in den Sinn kommt, mit Obstspießen, Fleischklöpschen, Mischbrot und vorbereiteten Apfelschnitzen nicht gerade viel gegen das, was eine réunionesische Familie zustande bringt, wenn das Wochenende ansteht. In der Regel werden Reis, mindestens eine Sorte Fleisch, Zwiebeln, Chili und Holzkohle mit an den Strand gebracht und es wird vor Ort auf den Feuerstellen gekocht. Solch ein Picknick kann schonmal bis in den späteren Abend hineinreichen und somit hatten wir sogar noch die Gelegenheit, den wunderschönen Sonnenübergang zu betrachten, der wirklich den Eindruck erweckte, als würde das rote Abendlicht im Ozean versinken. 

 

Im weiteren Verlauf der Ferien hatte ich zudem die außergewöhnliche Möglichkeit, für fast zwei Wochen mit meiner Gastfamilie Urlaub auf der Nachbarinsel Mauritius und auf den Seychellen zu machen. Als ich im November zu ihnen zog waren sie nämlich gerade dabei, ihre Ferienplanung anzugehen, und da sie zwar eine Urlaubsreise geplant, aber noch nichts fest gebucht hatten, haben sie mir netterweise angeboten gemeinsam mit ihnen zu verreisen. Das war für mich natürlich eine unglaublich tolle Gelegenheit, um neben Réunion auch noch Mauritius und die Seychellen kennenzulernen und ein weiteres Abenteuer zu erleben. Außerdem konnten meine Gastfamilie und ich uns somit auch mal außerhalb des Alltagslebens begegnen, sicherlich die eine oder andere neue Seite aneinander entdecken und vor allem unheimlich viel zusammen lachen. So ließen wir uns vom völlig entspannten Inselleben treiben, erkundeten die traumhafte Landschaft, ritten auf Riesen-Schildkröten (aber nur bis zum nächsten Salatblatt), schlürften so einige Kokosnüsse leer und ließen es uns an den malerischen Stränden, umgeben vom türkisen Ozeanwasser, beeindruckenden Granitfelsen, schattenspendablen Palmen und verbrannten Touristenrücken, richtig gut gehen. Weiterhin hielten wir natürlich an unserem Jahresvorhaben fest und lernten (fast) jeden Tag einen neuen Satz auf deutsch und kreolisch voneinander, der meistens ausdrückte, was wir kürzlich tolles erlebt und gesehen hatten. Außerdem brachte ich meiner Gastfamilie ein Kartenspiel bei, und selbst meine Gastmutter, die sich anfangs noch etwas verhalten an die Spielregeln gewöhnte, entwickelte sich schließlich zu einer leidenschaftlichen Mitspielerin! 

Als unsere Sonnencreme-Vorräte beinah geleert waren und sich unsere Reise dem Ende zuneigte, wurden die Zyklonferien ihrem Namen gerecht, denn wir erfuhren wir von einem heftigen Regensturm, der gerade über Réunion in Richtung Mauritius hinwegzog. Aus diesem Grund wurde unser Rückflug um einen Tag nach hinten geschoben und wir verbrachten einen zusätzlichen Tag auf den Seychellen, was keinen von uns sonderlich störte ;). 

 

Ich bin unglaublich dankbar für diesen genialen Start in das neue Jahr, mitsamt aller reichen Erfahrungen und unvergesslichen Momenten, die ich, zusammen mit meiner Gastfamilie, bereits sammeln konnte. Nun starte ich erstmal ferienerholt wieder in den gewöhnlichen Schulalltag und kann schonmal mit etwas Vorfreude an die nächsten Ferien denken.

Ganz liebe Grüße, Ella.

 

Ella berichtet über ihr Austauschjahr auf La Réunion. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt auf der Insel im Indischen Ozean? Wir beraten dich gerne!

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