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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Ella auf La Réunion

Kulturaustausch

Hallo an alle,

nach der ausgiebigen Ferienzeit, reichlich gefüllt von Abenteuer, jeder Menge Schnorchel-Erfahrungen und frischen Kokosnüssen, starte in den letzten Januartagen aufs Neue die Schule. Obwohl mich die ersten Tage des frühen Aufstehens noch etwas wehmütig auf die Ferien zurückblicken lassen haben, hatte ich sogleich Lust darauf, meine Freunde wiederzusehen und ihnen von meiner tollen Reise mit meiner Gastfamilie zu berichten. Außerdem gab es auch das ein oder andere Unterrichtsfach worauf ich mich freute, so zum Beispiel den Theaterunterricht, welchen ich mir Anfang des Schuljahrs als Leistungskurs wählte. Dort arbeiten wir mit einem „Profi“ zusammen und setzen beispielsweise Monologe szenisch um oder machen lustige physische Übungen, um den Rest des Kurses besser kennenzulernen. Oft beginnen wir auch mit einer morgendlichen Massage oder einem Gruppentanz, es macht also wirklich Spaß. Dennoch lernt man dabei unglaublich viel, denn die improvisatorischen Übungen sind oft wirklich herausfordernd. Vor den Ferien haben wir eine Komödie gelesen, aus welcher wir nun einige Ausschnitte in Szene setzen. Dabei darf es an Übertreibung in der Umsetzung nicht mangeln, von leidenschaftlichen Bewegungen bis hin zur auffälligen Kostümwahl, wodurch wir während den Proben viel zu Lachen haben. 

 

Da meine Mitschüler nach den Ferien die ersten Abiturprüfungen geschrieben haben, und ich somit oft erst gegen Nachmittag zum Unterricht kommen musste, verliefen die Schulwochen relativ entspannt für mich. Anlässlich der geschriebenen Prüfungen hat mein Freundeskreis eine Feier organisiert, bei der ich eingeladen wurde, auch wenn ich während den Prüfungen nicht gestresst in der Schule, sondern faul auf meinem Bett saß ;).

Den Abend der Feier verbrachten wir damit, wie gewohnt unter der Diskokugel im Garten lebendig zu kreolischer Partymusik zu tanzen. Mittlerweile konnte ich sogar bei den meisten Liedern mitsingen, oder zumindest die typischen Bewegungen und Schritte, die hier einfach jeder beherrscht, mittanzen. 

Noch etwas schlaftrunken haben wir am nächsten Morgen alle gemeinsam Karten gespielt, bevor mich meine Gastfamilie dann abholte und mit mir nach Saint Pierre fuhr, um mir einige kulturelle Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Durch die große Religions- und Kulturvielfalt auf Réunion, gibt es wirklich unheimlich viel lohnenswertes zu sehen, so besuchten wir beispielsweise verschiedene hinduistische Tempel.

Dabei konnte man sich kaum satt sehen an den kraftvollen Farben und detailreichen Figuren, die die Tempel verzierten.

Von einer Religion zur nächsten begaben wir uns anschließend zur größten Moschee Réunions, welche sich ebenfalls in Saint Pierre befindet. Da meine Gastfamilie atheistisch ist, hatten sie diese selbst noch nie besucht und somit war es eine neue Erfahrung für uns alle. Kaum, dass wir die Moschee betraten, wurden wir auch schon herzlich herumgeführt und bekamen die einzelnen Räume und Gebetssäle erklärt. Nach dieser tollen Möglichkeit, sich unter anderem von der Schönheit des imposanten Gebäudes beeindrucken zu lassen, setzten wir mit der Besichtigung eines chinesischen Tempels fort. Auf Grund des kürzlichen chinesischen Neujahrs, fanden genau an jenem Tag verschieden Veranstaltungen statt, um den Besuchern die chinesische Kultur näherzubringen und diese mit ihnen zu feiern.

Wir konnten beispielsweise einige Jugendgruppen bestaunen, die typische Choreographien vorführten und uns Zuschauer mit den synchronen Trommelschlägen und Bewegungen beeindruckten. Während des Sonnenuntergangs ließen wir uns chinesisches Essen schmecken und schrieben abschließend unsere persönlichen Wünsche auf rote Fähnchen, welche wir in den Wind hingen.

 

Am darauffolgenden Wochenende hatte ich vor, ein deutsches Gericht zu kochen, um etwas von der mir heimischen Kultur an meine Gastfamilie weiterzugeben. Da ich aus Thüringen komme, war es sehr nahelegend, die typischen Thüringer Klöße zuzubereiten. In Deutschland hatte ich allerdings erst wenige Male selber Kloßteig hergestellt, weswegen sich meine große Motivation im Laufe der aufwendigen Herstellung recht bald verringerte. Glücklicherweise bekam ich Unterstützung von meinem Gastvater, der von Beruf Koch ist und sehr interessiert daran war, an der Zubereitung teilzuhaben. Dadurch, dass die Kartoffeln auf Réunion deutlich weniger stärkehaltig sind, als man es aus Europa gewohnt ist, hatte ich große Probleme damit, den Kartoffelteig zu einer festen Masse zu verarbeiten. Leider zerfielen etwa die Hälfte der Klöße im Kochtopf, welche wir letztendlich zu einem Kartoffelauflauf verarbeiteten. Somit ist mein Experiment zwar nicht wirklich gelungen, aber zumindest habe ich zusammen mit meinem Gastvater einen schönen Tag in der Küche verbracht und meine Gastfamilie konnte einen kleinen Eindruck von der Thüringer Küche bekommen, woran ich mich bestimmt noch einmal ausprobieren werde (aber diesmal mit Erfahrung und guter Vorbereitung!) ;).

Diese Art von Kulturaustausch finde ich wirklich eine der spannendsten Dinge eines Auslandsjahres, man lernt unglaublich viel Neues kennen und lässt sich von Ritualen und Bräuchen, Farben und Gerüchen inspirieren und nimmt diese vielleicht sogar mit zurück in sein hinterlassenes Alltagsleben in Deutschland. Gleichzeitig gibt man etwas von seiner heimischen Kultur weiter und wird sich selbst erst hier, über 9000 Kilometer entfernt, richtig bewusst, was „Zu Hause“ eigentlich bedeutet.

Liebe Grüße, Ella.

 

 Ella berichtet über ihr Austauschjahr auf La Réunion. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt auf der Insel im Indischen Ozean? Wir beraten dich gerne!

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