Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Ella auf La Réunion

Mein Auslandsjahr beginnt

Coucou! Mein Name ist Ella, ich bin 16 Jahre alt und mittlerweile bin ich seit zwei Monaten nicht weit entfernt vom südlichsten Fleck Europas zu Hause. Der kleine Ort, in dem ich bei meiner Gastfamilie wohne, heißt Petite île und ist im Süden Réunions auf den Hängen des Vulkans Piton de la Fournaise gelegen. Diese etwas erhobene Lage ist bei den stets steigenden Temperaturen sehr angenehm und bietet außerdem einen wirklich schönen Blick auf das Meer. Manchmal stehe ich morgens auf dem kleinen Balkon, von dem aus man den Kirchturm von Petite île und weiter unten den Ozean in der Morgensonne sehen kann, und erst wenn mich meine Gastmutter ruft, um meinen Gastbruder und mich zur Bushaltestelle zu bringen, fällt mir auf, dass ich bei diesem Ausblick ganz in meinen Gedanken versunken bin und die Zeit vergessen habe. 

 


 

Insgesamt wohnen wir zu fünft in dem gemütlichen Haus meiner Gastfamilie, denn ich habe zwei jüngere Gastbrüder, wovon einer der beiden 8 Jahre alt ist und in die Grundschule in unserem Ort geht. Zusammen mit dem älteren der Gastbrüder, welcher 15 Jahre alt ist, gehe ich auf ein Lycée in der nächstgelegenen Stadt Saint Joseph. Um dorthin zu kommen, nehmen wir jeden Tag den Schulbus, so wie viele andere Schüler unseres Lycées. Die Straße dorthin führt mit gewohntem Meerblick zwischen Zuckerrohrfeldern den Hang hinunter, denn das etwa 20-minütig entfernte Saint Joseph liegt ganz unten am Fuße des Vulkans. 

 

Der Alltag, den ich hier nun erlebe, war für mich anfangs erstmal ziemlich neu und ungewohnt, da dieser sehr durch das Schulleben geprägt ist. Der normale Schultag geht von 8 Uhr bis 17.30 Uhr, doch dadurch, dass man zwischen den Unterrichtsstunden oft kleine Pausen oder Freistunden hat, kann man die Zeit beispielsweise dafür nutzen, mit seinen Mitschülern die Hausaufgaben zu machen oder man überbrückt die Zeit mit seinen Freunden. Die allermeisten Schüler sind mir gegenüber wirklich aufgeschlossen und freundlich und sehr interessiert daran, was ich auf La Réunion schon alles gesehen und gegessen habe. 

 


 

Und die wahrscheinlich am häufigsten gestellte und wichtigste Frage: „Verstehst du eigentlich kreolisch?“ Dann präsentiere ich meine einzige Kreolisch-Kenntnis, die aus dem Satz „ich liebe dich“ besteht, und sage lachend „noch nicht wirklich“. Dass ich mit Kreolisch noch nicht sehr vertraut bin, ist allerdings nicht allzu problematisch, da die Schüler mich wirklich mit Freude, durch die kurze Erklärungen einiger Wörter, an ihrer Sprache und Kultur teilhaben lassen. Ganz besonders in der „Hitliste“ der Musik Réunions spielt Kreolisch eine wichtige Rolle, und somit kann ich durch die meist lustigen Liedtexte, die hier wirklich jeder kennt, gleich ein paar neue Worte lernen. 

 

Das Schulgelände ist so aufgebaut, dass sich die Unterrichtsräume nicht in einem großen, sondern in verschiedenen kleineren Gebäuden befinden. Somit verbringt man viel Zeit draußen, entweder um zwischen dem Unterricht das Gebäude zu wechseln, oder um auf dem Außengelände die Pausen oder Freistunden zu verbringen. Die ersten Schulwochen war es manchmal schwierig, sich auf dem Weg zum nächsten Kurs nicht zu verlaufen. Aber sobald ich etwas verirrt über das große Gelände lief, kam meist auch schon eine Gruppe von Schülern, die mir sofort ihre Hilfe anboten und mich zum richtigen Raum brachten. Somit habe ich innerhalb meiner ersten Schulwochen schon unglaublich viele nette Leute kennengelernt, und selbst wenn sich möglicherweise nicht jede dieser Bekanntschaften zu einer festen Freundschaft entwickeln wird, habe ich trotzdem das Gefühl, hier wirklich sehr freundlich aufgenommen worden zu sein. 

 

 

Ich wurde beispielsweise vor einigen Wochen zur Geburtstagsfeier einer Freundin aus meiner Klasse eingeladen, was mich wirklich sehr gefreut hat. Dort haben wir in einem relativ kleinen Kreis einen richtig netten Abend verbracht. Es wurde jede Menge gegessen und zu kreolischer Musik getanzt, die Stimmung war voller Energie und Lebensfreude und somit hatten wir viel zu lachen und ich konnte die anderen noch etwas besser kennenlernen. Um Mitternacht wurde dann der Kuchen angeschnitten, den ich für meine Freundin gebacken hatte, und nachdem jeder etwas zu wohl gesättigt war (was eigentlich schon vor dem Kuchen der Fall war), kamen auf einmal alle gleichzeitig auf mich zugestürmt, was dann in einer riesigen Umarmung endete. Ich würde sagen, der Kuchen hat gut geschmeckt!

 

Ich bin unheimlich gespannt auf weitere unvergessliche Erlebnisse und tolle Erfahrungen, die ich in meiner kommenden Zeit hier auf La Réunion ganz bestimmt sammeln werde. Um ein wenig Abenteuer kommt man im Ausland nun mal nicht drum herum! :)
 
Ganz liebe Grüße und bis demnächst!

 

Ella berichtet über ihr Austauschjahr auf La Réunion. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt auf der Insel im Indischen Ozean? Wir beraten dich gerne!

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