Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Molly in Kanada

April auf Vancouver Island

Hello everyone!

„April showers bring spring flowers“ so lautet ein kanadisches Sprichwort, an das ich diesen Monat sehr oft denken musste. Meine Gast Mum hat es mir Anfang des Monats gesagt, während wir aus dem Fenster den immer andauernden Regen draußen beobachtet haben. Das Sprichwort passt sehr zum Frühling auf Vancouver Island, besonders in diesem Jahr, da es wirklich ein sehr verregneter, recht kühler April war. Viele Kanadier haben mir erzählt, dass es normalerweise im April schon sehr viel wärmere Temperaturen hat, aber auch so konnten wir uns über ein paar Sonnenscheintage freuen!

Mit dem neuen Monat hat die Rugby Saison in Nanaimo begonnen. Einige meiner Freunde spielen Rugby und schon allein deswegen wollte ich bei den Spielen zuschauen. Natürlich hat, wie es in Kanada üblich ist, unsere Schule ein eigenes Team. Aus Schul Gemeinschaftssinn sind bei den Spielen nicht nur Freunde der Spieler, sondern fast die ganze Schulgemeinschaft inklusive einiger Eltern und Lehrer auf den Tribünen um die Spieler anzufeuern. Schul Sport Teams, egal ob Rugby, Volleyball und vor allem natürlich Footballl sind in Kanada ein wichtiger Teil des Schul Spirits und der Gemeinschaft. So hat auch jede Schule eigene Teamnamen (unsere Schulteams sind die Barsby Bulldoggs), Teamfarben und sogar Maskottchen (unsere Schule hat dem Namen entsprechend natürlich eine Bulldogge).

Während meine erste Gastschwester letzten Monat ja zurück nach Japan geflogen ist, hat meine Gastfamilie wieder Familienzuwachs bekommen. Da eine andere japanische Austauschschülerin von meiner Schule ihre Gastfamilie wechseln wollte, und meine Gasteltern wieder einen zweiten Gastschüler aufnehmen wollten, habe ich jetzt wieder eine Gastschwester. Ich habe mich total gefreut eine neue Schwester zu bekommen und die letzten drei Monate mit zwei Gastgeschwistern zu verbringen. Schon nach kurzer Zeit hatte sie sich bei uns allen eingelebt und wir sind alle sehr glücklich über den Familienzuwachs! Jetzt laufen wir wieder jeden Morgen zu dritt gemeinsam zur Schule, mein kanadischer Gastbruder, meine japanische Gastschwester und ich.

In der ersten Aprilwoche gab es einen Jahrmarkt bei einer großen Einkaufs Mall in Nanaimo, der ein riesiges Highlight für alle Kinder und Jugendlichen in der ganzen Stadt war. Für mehrere Tage waren Riesenräder, Berg- und Talbahnen, Autoscooter, Spielbuden und andere Attraktionen neben Zuckerwatte und Fastfood Ständen aufgebaut. Nach den vielen grauen Wintermonaten hat der bunte und glitzernde Attraktionenpark eine wunderbare Abwechslung geboten. Ich habe den Jahrmarkt zusammen mit meinen Gastgeschwistern besucht, um die verschiedenen Fahrgeschäfte auszuprobieren. 

Ein weiteres Highlight im April war natürlich das Osterfest. Genau wie in Weihnachten wird auch Ostern hier von den meisten Familien gefeiert, unabhängig von den religiösen Hintergründen einfach als Tradition im Frühling gefeiert. Da die kanadische Provinz British-Columbia natürlich trotzdem wie die meisten westlichen Länder christlich geprägt ist, haben wir in der Schule zwei freie Tage um das Osterwochenende bekommen. Meine Gastfamilie haben ein Easter Dinner veranstaltet und die morgendlichen Pancakes hatten Osterhasen Form. Nach dem Frühstück sind meine Gastgeschwister und ich auf eine Easter Egg Hunt gegangen und haben den ganzen Vorgarten nach versteckten Eiern abgesucht. Überraschend für mich war Von Freunden in anderen Familien habe ich erfahren, dass es auch in Kanada andere Oster Traditionen wie Ostereier anmalen und färben gibt. Gemeinsam mit meiner Gastfamilie habe ich den Tag am Blueback Beach verbracht. Es ist einer der vielen Strände in Nanaimo, von dem aus man am Horizont das Mainland und die Berge um Vancouver herum sehen kann. Wir haben mit unserem Hund am Strand getobt und Muscheln und Krabbenpanzer gesammelt, die größer als unsere Hände waren. Obwohl es sehr windig war, hat die Sonne den Strandspaziergang sehr schön gemacht. Es ist unglaublich toll in einer Stadt direkt am Ozean zu wohnen und ich weiß schon jetzt, dass ich das ich das Meer in Deutschland sehr vermissen werde.

Ende April bin ich mit meiner Gastfamilie zusammen auf einen zehntägigen Trip in die Provinz Alberta aufgebrochen. Die kanadische Provinz liegt zwar direkt neben British-Columbia, trotzdem sind wir zwei Tage gefahren, um von Vancouver Island zu unserem ersten Ziel in Alberta zu gelangen. Wir sind morgens schon um 4am aufgestanden um eine frühe Fähre von der Insel zum Festland zu nehmen. Danach sind wir den ganzen Tag gefahren, und haben am späten Nachmittag Golden erreicht, wo wir die Nacht verbracht haben, um nicht die ganze Strecke am Stück zurücklegen zu müssen. Golden liegt in British-Columbia, wir haben also trotz langen Fahrens in einem Tag noch nicht einmal unsere Provinz verlassen, geschweige denn die Provinzgrenze zu Alberta erreicht. Daran kann man ziemlich gut sehen, wie unglaublich groß Kanada ist. Auf der Fahrt durch British-Columbia und Alberta sind wir durch drei verschiedene kanadische Nationalparks gefahren und ich habe meinen ersten kanadischen Bären gesehen, der direkt neben dem Highway am Waldrand stand.

Unser erstes Reiseziel war Banff, eine kleine Stadt, umgeben von schneebedeckten Bergen, dunklen Wäldern und Seen, gelegen inmitten der Rocky Mountains. Dort haben meine Gasteltern vor langer Zeit gelebt und gearbeitet und sie haben den Trip als eine Gelegenheit genutzt ihre alten Freunde wieder zu sehen. Wir sind auf Wanderungen in den Bergen und Canyons um die Stadt herum gegangen und gefrorene Flüsse und eisige Wasserfälle bestaunt. Wir haben ein altes, riesiges Hotel in Banff besucht, das zwar angeblich verspukt ist, mich allerdings vor allem mit seinen altehrwürdigen Hallen und Fluren beeindruckt hat, nicht zu sprechen von drei wild lebenden Elchen, die direkt neben dem Parkplatz des Hotels herumliefen. Wir werden noch für zwei weitere Tage in Banff bleiben, um unseren Trip durch Alberta danach in den Mai hinein fortzusetzen. Ich melde mich wieder in einem Monat und werde vom weiteren Verlauf der Reise berichten!

See you soon! Eure Molly

Rubrik: Noch nicht gewusst? …verreisen mit der Gastfamilie.

Da ich das große Glück habe, Ende dieses Monats und Beginn des Nächsten mit meinen Gasteltern eine Reise durch Alberta anzutreten, habe ich dies zum Anlass genommen mal generell über Reisen mit Gastfamilien zu sprechen. Reisen und längere Trips mit seiner Gastfamilie zu unternehmen, manche in den Ferien, andere in auch mal während der Schulzeit (Reisen während der Schulzeit sind in Kanada generell nicht unüblich!). Freunde von mir sind beispielsweise schon auf Wochentrips zu Verwandten der Gastfamilie gefahren oder auch einfach mit in die Ferien gefahren. Manche der Austauschschüler auf Vancouver Island sind so schon über die nahe Grenze in die United States gefahren, nach Seattle beispielsweise, das von Nanaimo aus bequem mit der Fähre erreicht werden kann. Andere hat es in weiter entfernte Gebiete wie Toronto auf der anderen Seite Kanadas oder sogar nach Kuba oder Mexiko verschlagen.

Man kann sich auf jeden Fall sehr glücklich schätzen, wenn die eigene Gastfamilie eine Reise geplant hat und einen mitnehmen möchte. Viele Gastfamilien freuen sich ihrem internationalen Schüler mehr von der Welt zu zeigen und so kann man meistens an den Trips teilhaben. Falls es wegen bestimmten Umständen leider nicht möglich ist auf eine Reise mitzukommen, die die Gastfamilie unternimmt, während man dort lebt, so verbringt der Austauschschüler die Zeit bis sie wieder zurück ist meistens bei einer temporären Gastfamilie. Wenn man allerdings mitkommen darf, kann man sich immer auf eine spannende Zeit gefasst machen. Das Programm und die Koordinatoren wollen natürlich auch, dass die Schüler während ihres Auslandsjahres viel erleben und geben für eigentlich jede Unternehmung mit der Gastfamilie grünes Licht, solange es für den Austauschschüler in der Schule ganz gut läuft. Solche Reisen sollten mit den eigenen Eltern zuhause schon lange vorher abgesprochen und angekündigt sein, um die Erlaubnis zu bekommen und auch, da eventuelle Kosten anfallen können. Je nach Gastfamilie wird für die Unterbringung und Verpflegung des Host Students mit bezahlt, oder aber der Schüler muss noch etwas dazu zahlen. Auch ob für Restaurants, Museen oder andere Attraktionen gemeinsam oder getrennt gezahlt wird, ist je nach Gastfamilie und Situation sehr unterschiedlich und muss unbedingt vorher abgesprochen werden, um Probleme oder Unannehmlichkeiten auf der Reise zu vermeiden! Ansonsten, Koffer packen, Kamera einstecken und die Reise in vollen Zügen genießen!