Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Ella in Nanaimo

Mein erster Monat in Kanada

Es ist jetzt schon fast einen Monat her, seit ich das letzte Mal geschrieben habe und ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell die Zeit eigentlich vergeht. Der erste Monat in Kanada war sehr neu, anstrengend aber auch wunderschön- ich habe neue Freunde gefunden und schon viel erlebt.

Als ich am 29 Januar losgeflogen bin, war ich sehr nervös und müde, da ich um 5 Uhr morgens aufstehen musste :(. Außerdem wurde meine Gastfamilie positiv auf Corona getestet und ich musste für 2 Tage in eine Ersatzfamilie. Ich wusste also überhaupt nicht, was mich in Nanaimo erwartet und das ist natürlich ein mulmiges Gefühl. Als mich dann von meinen Eltern verabschieden musste war ich traurig und wollte am liebsten wieder Nachhause, dieses Gefühl verschwand allerdings sofort, sobald ich durch den Zoll war.

Der Flug an sich war auch sehr schön: alle Austauschschüler haben sich ausgetauscht, das halbe Flugzeug hat um ein Uhr nachmittags geschlafen und wir haben realisiert, dass wir jetzt nach Kanada fliegen und unsere Reise nun endlich richtig beginnt.
In Vancouver angekommen mussten wir dann erstmal durch die Immigration und auch mit den neun Stunden Zeitverschiebung kämpfen.
Nach 8 Stunden Wartezeit und einem PCR Test ging es dann endlich weiter nach Nanaimo und ich wurde in meiner Ersatzfamilie sehr nett aufgenommen. Da ich bis zu meinem negativen PCR Ergebnis einen Tag in Quarantäne war, konnte ich endlich Schlaf nachholen ( meinen Jetlag habe ich allerdings noch eine Woche lang gespürt ). Als ich dann nach drei Tagen endlich in meiner richtigen Gastfamilie aufgenommen wurde, war ich so erleichtert und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. 

Zwei Tage nach meiner Ankunft hatte ich dann meinen Schultag an der Ladysmith Secondary School. Hier in Kanada hat man nur vier Fächer pro Semester, was natürlich für mich sehr ungewohnt war. Außerdem haben wir dadurch jeden Tag die gleichen Fächer, was auch erstmal eine große Umstellung war. Die Schule beginnt um halb neun, jedoch musste ich am ersten Schultag wegen der Einweisung schon um acht da sein. Dort wurde uns dann die Schule gezeigt und unsere Stundenpläne ausgeteilt. Ich hatte als erstes Kunst, dann Tanzen, Composition ( Englisch) und schließlich Outdoor Education. Man hat pro Tag 5 Blöcke, welche alle 1 Stunde und 10 Minuten gehen, wie sich daraus wahrscheinlich schließen lässt, hat man ein Fach am Tag als „Doppel-Block“ und somit doppelt so lange. Zwischen dem Doppelblock haben wir dann noch eine 35 minütige Mittagspause, welche unsere einzige Pause ist.   
In Kunst machen wir Projekte und Visual Journeys ( zweiseitige Projekte). Dies macht mir sehr viel Spaß, da einem dort sehr viel Freiheit gelassen wird. In Composition schreiben wir sowohl Essays als auch persuasive Paragraphs, ich hoffe aber, dass wir auch dort noch mehr lernen werden und ich meiner Fantasie auch mal freien Lauf lassen kann. In Outdoor Education lernen wir viele nützliche Sachen wie CPR und Tripplanung. Bald gehen wir wahrscheinlich auch auf einen Kanutrip, auf welchen ich mich riesig freue. In Dance Choreography haben wir jetzt in den paar Wochen sogar schon unsere eigene kleine Choreo entwickelt und komplett gemeistert.
Allgemein ist meine Schule hier eine sehr offene und freundliche Schule. Hier wird jeder so akzeptiert wie er ist und die Schule stellt sich klar gegen Rassismus und Homophobie. So z.b steht in der Eingangshalle eine riesige Schnitzfigur von einen Adler, den ein native Canadian mit allen Kindern der Schule geschnitzt hat und es gibt einen Anti-Bullying- Day an denen alle Pink tragen. Mittags bereitet der Cafeteria Kurs immer sehr leckere Gerichte vor, die man sich dann gegen kleines Geld kaufen kann. 

Natürlich war die Schule jedoch nicht das einzige spannende in meinen drei Wochen hier. Ich habe erstmal viel Zeit mit meiner Gastfamilie verbracht. Da ich hier zwei Hunde, eine Katze und zwei Pferde habe, waren wir an den Wochenenden oft im Wald spazieren oder reiten. Außerdem war ich mit meiner deutschen Gastschwester Annik in Vancouver. Vancouver ist eine echt große Stadt , die ein bisschen wie New York in klein aussieht. Die Fahrt mit der Fähre war echt schön, das kann ich euch echt empfehlen. Man kommt nur mit der Fähre nach Vancouver Island zurück und die Busse fallen manchmal aus, also nehmt immer die vorletzte, denn wir haben unsere verpasst und waren froh, dass wir noch eine Fähre nehmen konnten. In Vancouver waren wir in einer riesigen Shoppingmall shoppen, wo ich von den Preisen echt überrascht war. Hier sind nämlich die Taxes nicht im Preis mit inbegriffen, weshalb eine Pizza auch schon mal 15 Dollar und dann auf der Rechnung 17 Dollar kosten kann.

Außerdem war ich oft mit Emma, einer Freundin von mir, in Ladysmith, um Pizza zu essen, an den Strand zu gehen oder im Trift Store nach Schnäppchen zu schauen. Letzten Freitag war ich dann mit Isabel, einer kanadischen Freundin von mir in der Eisarena, dass richtig viel Spaß gemacht hat. Ich war total glücklich, endlich mehr mit kanadischen Leuten zu tun zu haben.

Der Ort, an dem ich mich sehr wohlfühle ist Volleyball. Da an meiner Schule in diesem Halbjahr kein Volleyball angeboten wird, habe ich mich im November bei dem Marineers Volleyball Club angemeldet. Nach zwei Probetrainings wurde ich dann angenommen und bin sehr glücklich, auch in Kanada richtig Volleyball spielen zu können. Am Wochenende hatte ich auch meine erste Competition, die ganz anders als in Deutschland war. Hier spiele ich auf einem höheren Level und allgemein ist die Atmosphäre viel energiereicher als bei mir zuhause.

Am Montag, den 28.2, hatten wir dann unseren ersten Skiausflug mit allen Internationals, die Lust hatten, zum Mount Washington um Skifahren zu gehen. Da unsere Schule am nächsten liegt, mussten wir um schon um 5:50 Uhr an der Schule sein, was ich zu meinem Erstaunen tatsächlich hingekriegt habe. Danach sind wir nach Nanaimo gefahren, haben die anderen Internationals von anderen Schulen eingesammelt und sind dann endlich nach ca. 2 ½ Stunden angekommen. Wir haben dann unsere Skier ausgeliehen uns in Gruppen von mindestens 3 Leuten, die wir uns selber aussuchen durften, zusammen, getan und sind auch schon losgefahren. Obwohl es nicht eine so große Variation an Pisten gab, hat es sehr viel Spaß gemacht und auch das Wetter wurde am Nachmittag endlich besser, es hat sogar geschneit. Die Pisten waren echt gut zu fahren und die Landschaft war ein einziger Traum. Als wir dann am Abend wieder Zuhause ankamen, war ich komplett erschöpft, was bei mir wirklich selten vorkommt.

Das war dann auch ziemlich genau mein erster Monat in Kanada und ich bin schon sehr gespannt, was ich noch so alles in den kommenden Monaten erleben werde :)

P.S. In Kanada gibt es sehr schöne Sonnenuntergänge und sternenklare Nachthimmel. Darauf könnt ihr euch auf jeden Fall freuen, denn es ist auf das eine oder andere Foto wert, auch wenn ihr normalerweise vielleicht nicht so viele macht :)