Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Anna in Kanada

Ice Hockey, Costume Day und Blaubeeren

Hi! Ich heiße Anna und verbringe gerade 10 Monate in Kanada. Aktuell bin ich schon knapp zwei Monate hier und werde euch mal ein bisschen von meiner Zeit hier berichten. Gerade sitze ich draußen im Garten in der Sonne und beginne diesen Artikel. Eigentlich hätte ich gedacht, dass es Ende Oktober in Kanada ziemlich kalt wäre, aber es lässt sich hier draußen tatsächlich sehr gut im Pulli aushalten :) (Allerdings meinte meine Gastmutter, dass es schon bald anfangen soll zu schneien)

Ich bin gerade von einer Halloween-Übernachtungsparty zurückgekommen und werde heute Abend mit ein paar anderen Austauschschülern aus meiner Schule „Trick or Treating“ gehen. Aber erstmal von vorne: Am 10. September bin ich in Kanada angekommen! Nachdem mich mein Local Cordinator zu meiner Gastfamilie- sie besteht aus meiner Gastmutter und meinem Gastbruder- gebracht hatte, habe ich viel erlebt. Das erste, was mir aufgefallen ist, ist, wie unglaublich viel Natur es hier gibt! Vom Flughafen zu meiner Stadt sind wir ungefähr vier Stunden gefahren, und das einzige was ich gesehen habe war Wald, Wald und nochmal Wald! Die Natur hier ist unglaublich schön!

Am ersten Wochenende, dass ich hier verbracht habe, bin ich mit meiner Gastfamilie bereits zu einem Wasserfall gewandert und wir haben wilde Blaubeeren mitten in der kanadischen Wildnis gepflückt. Am Montag hatte ich dann meinen ersten Schultag und ich war UNGLAUBLICH nervös! Mein Homeroom Advisor (so was wie ein Tutor) hat mich und zwei andere Austauschschüler herum geführt und uns unsere Stundenpläne erklärt. Ich habe hier sieben verschiedene Fächer: Drama, Newfoundland Studies, English, Maths, Biology, Visual Arts and Design, und Healthy living. Das Niveau an meiner Schule liegt allerdings deutlich unter dem meiner Schule in Deutschland, in Mathe zum Beispiel beginnen wir gerade mit dem Thema „Wurzeln“. Andererseits habe ich hier ziemlich coole Fächer, die ich in Deutschland nicht habe, wie zum Beispiel Drama. Dort machen wir gerade Improvisationstheater und es macht mir sehr viel Spaß. Am Anfang war ich echt schüchtern und habe mich nicht wirklich getraut, mich bei den Übungen freiwillig zu melden, aber als ich über meinen Schatten gesprungen bin, ging es plötzlich ganz leicht. Das etwas, das ich bereits gelernt habe, und als Rat weitergeben kann: Komm aus deiner Komfortzone heraus und probiere neue Dinge! Du musst nach einer bestimmten Zeit wieder zurück nach Deutschland, deshalb: Egal was es ist, go for it!

Ich habe in diesen knapp zwei Monaten schon unfassbar viel erlebt: Ein Trip an den Atlantik (es war seeeeeehr kalt und windig), ein zweitägiges Fussballturnier in St. Johns, Neufundlands Haupstadt (wir haben leider verloren), und die Ice Hockey tryouts! Tryouts sind so etwas wie Trainingsstunden von Schulsportclubs, bei denen der Coach die besten auswählt, welche dann das reguläre Team bilden. Ich bezweifle allerdings, dass ich ins Team komme, da ich ungefähr fünf Mal hingefallen bin, aber es hat UNGLAUBLICH viel Spaß gemacht und alle waren unglaublich nett. Außerdem gehe immer zu den Basketballtryouts (es gibt insgesamt sechs, da so viele ins Team wollen), ich weiß allerdings noch nicht, ob ich im Team bin.

Ein anderer Club, dem ich beigetreten bin, ist der Musicalclub. Momentan proben wir für „All together now“, ein Broadway Muscical, das wir bald aufführen. Zudem bin ich bei den Meetings für eine Schul-Fashionshow dabei. Das alles hört sich zwar unfassbar stressig an, ist es aber tatsächlich gar nicht so. Ich glaube, es hilft mir sogar, mich beschäftigt zu halten: In den ersten Wochen hatte ich sehr starkes Heimweh, da noch alles neu und ungewohnt war und ich noch keine Freunde hatte. Aber als ich dann angefangen habe, mich bei verschiedenen Clubs zu beteiligen und meine Freizeit „zu füllen“, habe ich mich davon abgelenkt. Das mit den Freunden ist allerdings so eine Sache: Ich würde sagen, dass ich immer noch nicht wirklich Freunde habe, eher viele „Bekannte“. Ich mache viel mit den anderen Austauschschülern, was allerdings glaube ich nicht so gut ist, da wir uns ein bisschen von den Kanadiern abspalten und eher unser eigenes Ding machen. Ich habe mir vorgenommen, in der nächsten Zeit anstatt all zu viel Zeit mit den anderen Austauschschülern zu verbringen, meine Kontakte zu meinen kanadischen „Bekannten“ zu vertiefen. Im nächsten Artikel, den ich schreibe, könnt ihr dann ja sehen, wie es gelaufen ist :) 

Ein anderes Thema, das ich noch ansprechen will, ist Halloween! Hier in Kanada wird es viel größer gefeiert als in Deutschland, alle hier sind richtig verrückt danach! Drei Meter große aufblasbare Geister in den Vorgärten sind hier keine Seltenheit, in Walmart und Dollarama sind die Halloweenkostüme nach zwei Wochen nicht mehr vorrätig, wir hatten eine „Halloween Spirit Week“ in der Schule… Die war allerdings wirklich cool! Jeder hat sich verkleidet (ich bin als Junge gegangen), es gab einen Kostümwettbewerb, die Schule war „gruselig“ dekoriert…

Apropos Halloween, ich muss langsam aufhören, es wird Zeit, mich für „Trick or Treating“ fertig zu machen! Happy Halloween, wie der Kanadier sagen würde und: See ya!