Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Anna in Kanada

Eishockeyspiele, Ziplining und eine Musicalaufführung

Wie schnell die Zeit vergeht! Bald ist schon ein Drittel meiner Zeit in Kanada vorbei! So langsam fängt sich an eine richtige Routine zu entwickeln, und das, was vorher neu und unbekannt war, wird zum Alltag. Etwas neues gibt es allerdings: Hier beginnt jetzt die Weihnachtszeit so richtig. In Walmart und den großen Einkaufsläden wird schon seit langer Zeit Weihnachtsmusik rauf und runter gespielt, das nächste Level wurde allerdings letzte Woche erreicht: Die Weihnachtsdekorationen sind so gut wie ausverkauft! Die Gänge, in denen Lichterketten und leuchtende Elche stehen sollten, sind leer, und dafür blinkt es und leuchtet es vor allen Häusern, wenn man im Dunkeln einen Spaziergang macht. Es ist echt verrückt! Es hat allerdings immer noch nicht geschneit, es regnet hier nur ständig. Ich habe letzte Woche mit meinen Eltern telefoniert, bei denen es in Deutschland ungefähr 3 Grad hat, während es bei uns mit 12 Grad (Ende November! In Kanada!) echt warm ist. 

Ich habe im letzten Artikel geschrieben, dass ich bei den Eishockeytryouts für das Schulteam war – ich habe es leider nicht geschafft. Aber gute Nachrichten: Ich habe mich mit zwei anderen Austauschschülerinnen beim Stadteishockeyteam angemeldet und spiele jetzt in der u18 female Stadtmannschaft! Das Team besteht aus kanadischen Mädchen aus der Schule, den 2 anderen Austauschschülerinnen und mir. Und es macht super viel Spaß! Am Anfang war es unfassbar schwer zu skaten und gleichzeitig den Stick zu halten, aber so langsam merke ich Verbesserungen: Ich kann jetzt bremsen (Gott sei Dank hahaha) und gaaaanz langsam rückwärts fahren (der Trick ist, ein Bein fest auf dem Boden zu haben und mit dem anderen ein verkehrtes „C“ auf dem Eis zu ziehen.)! ich war auch schon bei zwei Spielen dabei und auch wenn ich eine der schlechtesten aus dem Team bin, gefällt es mir sehr.

Ein anderes Highlight war ein Wochenendtrip nach Corner Brook mit den anderen Austauschschülern meiner Organisation und meinem Local Coordinator. Wir waren über einem Wasserfall Ziplinen (das ist so was wie Seilbahn fahren) und haben dann in einem Hotel übernachtet. Wir sind am Samstagmorgen so gegen zehn losgefahren und waren dann um 13 Uhr in Corner Brook, wo wir uns dann direkt mit dem Zipliningtourguide getroffen haben. Das Ziplininggebiet war neben einem bekannten Skigebiet, wo wir eventuell im Winter auch mal Skifahren gehen. Das Coole an dieser Strecke war, dass man den Wasserfall erst gesehen hat, als man in der Luft war, sodass man davon überrascht wurde. Es war auch ganz schön, die ganzen anderen Austauschschüler aus der Umgebung ein bisschen besser kennenzulernen.

Am Sonntag waren wir dann noch in der Mall (die ganzen Geschäfte öffnen hier am Sonntag regulär) in Corner Brook, wo wir schon gleich mit dem „Christmas Shopping“ angefangen haben. Am Sonntag dann war unser Trip zu Ende und nach einem Stop bei Tim Hortons, wo wir Frühstück gegessen haben, sind wir über den Trans Canada Highway zurück gespeedet (da haben wir übrigens einen Elch gesehen, der direkt neben dem Highway stand!!!) , da ich am Sonntagabend eine Musicalaufführung hatte! Wir haben „All together now“ aufgeführt, das ist ein Musical ohne Storyline, das eigentlich nur aus Singen und Tanzen besteht.

Es war eine super Erfahrung und hat unglaublich viel Spaß gemacht. Im Mai wird in meiner Schule übrigens das Musical „Footloose“ aufgeführt, und ich war letzte Woche zusammen mit ein paar Freunden bei den Auditions, und ich hoffe sehr, dass ich genommen werde. Das Update dazu folgt vermutlich im nächsten Artikel :)  

Zum Thema Update muss ich auch noch etwas anderes erzählen. Ich habe doch berichtet, dass viele Fächer hier relativ leicht sind. Deshalb habe ich letzten Monat ein paar Kurse gewechselt und bin jetzt in Mathe, Bio und Englisch einen Kurs höher. Ich glaube, es war eine sehr gute Entscheidung. Es ist jetzt ein bisschen anspruchsvoller und die Leute in den Kursen sind sehr nett. 

Mittlerweile hat sich die Austauschschülerclique in der ich bin, übrigens ein bisschen vergrößert. Am Anfang bestand sie aus drei anderen Deutschen, einer Italienerin und mir. Wir haben sehr nette Kanadier kennengelernt, mit denen wir regelmäßig etwas machen. Wir treffen uns oft als große Gruppe, um einen Film zu schauen, zur Mall zu gehen oder gehen Samstagmorgens regelmäßig brunchen. Ansonsten habe ich auch ein paar andere Kanadier aus verschiedenen Kursen, mit denen ich ab und zu etwas unternehme. Ich war zum Beispiel mit zwei Mädchen aus meinem Healthy living kurs neulich in einem kanadischen Süßigkeitenladen und habe da gefühlt mein ganzes Geld ausgegeben. Allgemein esse ich hier übrigens ein bisschen ungesünder, glaube ich. Die Mahlzeiten hier sind sehr fleischlastig und Obst und Gemüse sind im Supermarkt relativ teuer, weil es so lange braucht, sie nach Neufundland zu transportieren, da wir hier ja auf einer Insel wohnen. 

Abgesehen davon wird hier seeehr viel mit dem Auto gefahren und man wird schief angeguckt, wenn man mal zwei Kilometer zum Haus eines Freundes laufen möchte. Allerdings gibt es hier auch gar keine öffentlichen Verkehrsmittel. Eine Kanadierin aus meiner Freundesgruppe wohnt allerdings ganz in der Nähe, deshalb kann sie mich immer mit dem Auto mitnehmen, wenn wir uns alle mal weiter weg treffen. 

Ein anderes Highlight war übrigens eine Begegnung mit Clifford Small, einem Parlamentsabgeordneten aus Neufundland. Ich war mit meinen Freunden an einem Samstagnachmittag in einem Cafe, in dem einer meiner kanadischen Freunde arbeitet. Dessen Vater ist in der neufundländischen Politik involviert und mit Clifford Small befreundet. Er wollte seinen Sohn im Cafe besuchen und hat seinen Freund mitgenommen. Clifford Small war sehr nett und hat angefangen, bruchstückhaftes Deutsch mit uns zu reden (beziehungsweise er hat es versucht :) )Er ist übrigens nicht der einzige: Wir haben ein paar Leuten aus der Schule ein paar deutsche Wörter beigebracht, die sie jetzt immer sagen (mit einem witzigen kanadischen Akzent hahaha). 

Am Montag war ich übrigens mit ein paar anderen Austauschschülern beim Tim Hortons, um die neuen „Timbiebs“ zu probieren. Das sind kleine gebackene Teigbällchen, die Justin Bieber kreiert hat. Sie waren allerdings ziemlich teuer, die normalen „Timbits“ kosten 30 Cent, und die von Justin Bieber fast doppelt so viel. Aber das ist nicht der Punkt, was daran eigentlich so witzig war, ist, dass das quasi die Fusionierung von zwei total Kanada- typischen Sachen ist: Justin Bieber (kommt aus Kanada) und Tim Hortons (gibt es nur in Kanada).  

Allerdings waren die nicht halb so gut wie die Lebkuchen, die meine Eltern und meine Tante mir geschickt haben (Vielen Dank übrigens! Grüße gehen raus!), und über die ich mich sehr gefreut habe. Meine Gastfamilie hat sie auch probiert und alle fanden sie sehr lecker :) Mit meinem Gastbruder habe ich neulich übrigens auch noch ein Lebkuchenhaus gemacht. 

Das wars dann auch mit meinem Bericht, bis nächsten Monat!