Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Johanna in British Columbia

Mein Abenteuer startet - Self-Isolation, Schulstart und Skisaison

Hey, ich bin Johanna, bin 15 Jahre alt und verbringe dieses Schuljahr in Kelowna, BC im Westen Kanadas.                          

Auf diesem Blog werde ich regelmäßig von meinen Erfahrungen und Erlebnissen während meines Aufenthalts berichten️.

Vor all den Problemen mit der Corona-Pandemie war eigentlich geplant, dass ich regulär Anfang des Schuljahres, also im September, in mein Abenteuer „Auslandsjahr“ starte. Aber leider waren die Grenzen Kanadas für internationale Schüler und eigentlich alle anderen Personen bis Mitte Oktober geschlossen, solange hieß es, immer wieder warten und hoffen, dass bald etwas geht.

Diese Zeit in der Schwebe hat einen definitiv sehr viel Geduld gelehrt, umso größer war dann die Freude, als es auf einmal doch losgehen konnte. Meine Abreise kam ehrlich gesagt ziemlich plötzlich und somit hatte ich nur ein paar Tage zum vorbereiten und packen, bevor es dann am 05. November tatsächlich Richtung Frankfurter Flughafen losging.

Dort angekommen stieg dann die Vorfreude, aber auch die Sorge, ob auch alles gut geht. Nach leichten Komplikationen am Gepäckband lief dann am Check-In alles reibungslos, wirklich realisiert habe ich erst, dass es nun tatsächlich los geht, als ich mich von meiner Mutter verabschieden musste, durch die Sicherheitskontrolle gegangen bin und somit auf mich allein gestellt war. Let the Adventure begin!

 Auch in Vancouver (dort musste ich nach Kelowna umsteigen) lief alles einfacher als gedacht, das Flughafenpersonal sowie alle anderen Personen waren wirklich hilfsbereit und nett, man braucht sich also echt keine Sorgen zu machen, wenn etwas nicht klappt oder man mal eine Frage hat😉

Meine Gastmutter hat mich dann vom Flughafen abgeholt und mir direkt mein Zimmer (das sie zuvor extra in meiner Lieblingsfarbe gestrichen hatte) gezeigt, in dem ich mich sofort wohlgefühlt habe. Witziger Weise ist meine spanische Gastschwester am gleichen Tag wie ich angereist, weshalb wir zum Glück zusammen in Quarantäne konnten. Somit hatten wir die Möglichkeit gemeinsam Spiele zu spielen (natürlich mit Abstand🙃), uns zu unterhalten oder Filme zu gucken und ich habe die Zeit auch direkt genutzt, um für meine Familie ein traditionelles deutsches Gebäck (Stutenkerle zum St. Martins-Tag) zu backen. Zudem hat uns der erste Schnee in diesem Jahr, gemeinsam mit unserem Familienhund, der mindestens genauso begeistert von dem Schnee war wie wir, das Warten angenehm verkürzt. Wir haben den Tag regelrecht gefeiert, da es sowohl bei mir in Deutschland (dort, wo ich wohne) , als auch in Spanien, kaum schneit.

Dadurch vergingen diese zwei Wochen echt schnell und ehe wir uns versahen stand auch schon der erste Schultag vor der Tür. Am Abend zuvor durften wir dann das erste Mal nach draußen und zusammen mit einem unserer Gastbrüder und dem Hund die Nachbarschaft erkunden und selten viele „Stadt-Rehe“ bestaunen, die hier zwischen den Häusern leben, im Dunkeln durch die Straßen und Gärten streifen und einfach auf den Straßen stehen, egal, ob ein Auto kommt. Das war echt eigenartig, aber gleichzeitig auch irgendwie lustig, ich zumindest habe so etwas noch nie gesehen!

Am nächsten Morgen ging es dann mit den gelben Schulbussen (wie aus den amerikanischen Highschool-Filmen!) zur Schule. Dort angekommen hat uns unsere Koordinatorin empfangen und uns die wichtigsten Informationen gegeben. Ich muss gestehen, ich war ziemlich aufgeregt (ich glaube das ist fast jeder) und daher echt froh, dass ich zusammen mit meiner Gastschwester in diese neue Umgebung kommen konnte, es lief aber alles total unkompliziert, also keine Sorge vor dem ersten Schultag, auch wenn ihr den vielleicht zunächst alleine „durchstehen müsst“️.

 Ich glaube, jeder kennt das Klischee, dass Kanadier sehr höflich sind und das kann ich nur unterstreichen. Es ist zum Beispiel normal, sich jedes Mal beim Busfahrer zu bedanken und generell jedem, dem man begegnet einen schönen Tag zu wünschen. Meiner Meinung nach, ist das eine gute Angewohnheit, ich persönlich würde mich freuen, wenn wir das in Deutschland auch so machen würden.

Soweit ich das bisher erlebt habe, sind die kanadischen Teenager aber genauso schüchtern wie alle anderen auch, wenn man aber einfach mal auf die Leute zugeht und sie anspricht, sind sie wirklich nett! Also traut euch, es ist gar nicht so schwer😉

An meinen Schulalltag habe ich mich erstaunlich schnell gewöhnt , meine Fächer machten mir auf Anhieb Spaß. Aber auch außerhalb der Schule startete mein „Abenteuer“ dann gleich in den ersten Wochen. Da es im nur 45 Minuten entfernten Skigebiet schon recht viel geschneit hatte, wurde der Sasionstart vorverlegt. Ich liebe Skifahren und habe mich deshalb echt gefreut, sogar im November schon Skifahren zu gehen!

Nach einem typisch kanadischen Frühstück mit Pancakes und – na klar - Ahornsirup sind wir dann das erste Mal los. Weil meine spanische Gastschwester noch nie Ski gefahren ist, habe ich versucht ihr die wichtigsten Sachen beizubringen und wir hatten einen wirklich lustigen und sonnigen Tag im Schnee. Am Sonntag ging es direkt wieder in die Berge und nach dem Skifahren sind wir alle los, um einen Weihnachtsbaum auszusuchen und ihn auch selbst zu Fällen. Diese Tradition war neu für mich, in Deutschland gibt es ja nicht so viel Nadelwälder, in denen man einfach einen Weihnachtsbaum finden kann. Auf jeden Fall haben wir nach viel Gesuche und Überlegen einen guten gefunden und ihn dann in der kommenden Woche, genau einen Monat vor Weihnachten, direkt gemeinsam geschmückt. Ich hoffe, dass er bis Weihnachten überlebt, da er ja nun einen Monat im Wohnzimmer steht

So langsam kam also schon ein wenig Weihnachts-Stimmung auf, die wir mit Zimtschnecken und einem ersten Besuch der weihnachtlich geschmückten Shopping Mall in den Folgetagen noch intensiviert haben. In der Mall wurde schon Weihnachtsmusik gespielt und zwischen lauter Black-Friday-Rabatten waren die ersten Weihnachts-Dekorationen nicht zu übersehen.

 Alles in allem kann ich bisher sagen, dass ich mich sehr wohl hier fühle und mich erstaunlich schnell eingelebt habe, ich bin schon gespannt, wie die Adventszeit und natürlich Weihnachten und die Ferien werden….

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2021!