!DOCTYPE html>

Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Image can't be displayed.

Helene in Montreal

Die letzten Tage in Kanada

Hey Leute,

mittlerweile bin ich schon seit zwei Wochen wieder zurück in Deutschland, aber ich wollte euch gerne noch von meinen letzten zwei Monaten in Kanada berichten. Mein wahrscheinlich größtes Highlight in meinem gesamten Auslandsjahr fand Anfang Juni statt. An einem Wochenende schmiss meine Gastmutter Lizon nämlich eine Prom Party für mich und Giulia, denn der offizielle Prom war kurz vorher gecancelt worden. Also luden wir unsere engsten Freunde ein, verwandelten den Garten mit ganz vielen Lichterketten in eine traumhaft schöne Party Location und liehen uns dutzende schicke Kleider von Lizons Freunden aus. Nachdem wir uns alle aus dem Kleiderfundus was Hübsches ausgesucht hatten und fertig aufgebrezelt waren, überquerten wir in voller Montur die Straße, um in den kleinen Park hinter der Schule zu gehen. Die Fußgänger blieben alle stehen und schauten uns nach, während das ein oder andere Auto uns zuhupte. Lizon hatte sich auf Pinterest großartige Fotoideen herausgesucht und so stellten wir diese mit einem fetten Lächeln im Gesicht brav nach.

Als wir die Fotosession beendet hatten, war es auch Zeit fürs Abendessen. Lizon und ihre Töchter Corine und Maika hatten den Gartentisch wie in einem fancy Restaurant gedeckt und servierten uns ein Drei-Gänge-Menu. Genau wie in einem High Class Restaurant gab es auch bei uns alles in klitzekleinen Portionen, aber für große Portionen wäre in unseren Kleidern gar kein Platz gewesen. Während wir unser leckeres Essen genossen, sorgte mein Gastbruder Jay-Lee für Live Musik. Es war wie in einem kitschigen High School Film, also definitiv ein unvergessliches Ereignis.

Ganz spontan veranstaltete meine Schule dann Mitte Juni eine Art Graduation für die Seniors und da ich alle notwendigen Prüfungen gemacht hatte, gehörte auch ich zu den Graduates. Das Ganze fand draußen vor der Schule statt und so hatten die Lehrer eine riesige Bühne mit rotem Teppich aufgebaut und auch ein professioneller Fotograf war da. Alle Graduates bekamen ein Grad Hat in die Hand gedrückt und dann mussten wir uns auch schon aufstellen. Aufgrund des Social Distancings wurden im 2m Abstand Sterne mit unseren Namen auf den Boden geklebt. Nachdem sich alle aufgereiht hatten, ging es auch schon los.

Unsere Musiklehrerin stand neben der Schule und spielte die Hymne Kanadas auf der Geige und damit begann die Zeremonie. Während ein Schüler nach dem anderen aufgerufen wurde und sein Diploma abholte, saßen die meisten Eltern im Auto auf dem Parkplatz und schauten sich die Zeremonie auf einer gigantischen Leinwand an und hörten alles übers Radio mit. Ein paar Eltern versammelten sich auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite und so machte es auch Lizon. Irgendwann wurde dann auch mein Name aufgerufen und ich durfte über den roten Teppich zur Bühne gehen. Dann überreichte mir der Direktor mein Diploma und es wurden ein paar Fotos geknipst. Bevor die Fotos gemacht wurden, musste ich aber das Bändel am Hut von der rechten auf die linke Seite flippen. Somit symbolisiert man, dass man sein Diploma bekommen hat und erfolgreich die Schule abgeschlossen hat. 

Kurz vor Giulias und meiner Abreise machten wir mit unserer Gastfamilie noch einen letzten Trip und dieser führte uns in Richtung Nord-Quebec nach Saint Michel des Saints. Unser Ziel war eine kleine Cottage Anlage am Ufer eines Sees. Der See war umringt von dunkelgrünen Kiefern und süßen roten Cottages, weshalb man sich wie inmitten einer Postkarte fühlte. Wir gingen auf Entdeckungstour und durchquerten den See sowohl mit dem Ruderboot als auch schwimmend, was sich beides als anstrengender als erwartet rausstellte. Auch die Wanderung um den See herum hatte es sich in sich, aber gewährte uns dafür einen traumhaft schönen Einblick in die Natur Kanadas.

 

Als es dann endlich dunkel war, legten wir uns alle mit dem Rücken auf dem kleinen Steg und starrten in den Himmel und schauten uns die Sterne an. Hin und wieder sahen wir sogar eine Sternschnuppe. Es war einfach unbeschreiblich!

Besonders dieser Abschluss Trip mit meiner Gastfamilie hat mir gezeigt, wie sehr wir während der ganzen Corona-Krise doch zusammengewachsen sind. In den drei Monaten Zuhause haben wir uns erst richtig kennengelernt und angefangen Zeit miteinander zu verbringen. Im Nachhinein hatte die Corona-Krise also doch gute Seiten gehabt und ich bin ehrlich gesagt sogar dankbar, dass alles so gekommen ist.

Wenige Tage nach unserem Trip war es dann schon Zeit, sich von all meinen Freunden in Kanada zu verabschieden und mit dem Kofferpacken anzufangen. In der letzten Woche war alles so surreal und kein einziger Abschied fühlte sich wie ein Abschied auf unbestimmte Zeit an. Erst am Flughafen wurde alles langsamer real und ich bekam gar nicht mit, wie schnell ich wieder in Deutschland angekommen war. Als sich dann die Türen zur Ankunftshalle öffneten, stand da meine gesamte Familie und jubelte. Alle begrüßten mich überschwänglich und überreichten mir Blümchen und Luftballons und ein großes "Welcome Home" Schild gab es auch noch.

Mittlerweile habe ich mich wieder gut zu Hause eingelebt. An den ersten Tagen fühlte sich alles so fremd an und gleichzeitig schienen die letzten 10 Monate wie ein Traum für mich. Vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen mit der Rückkehr gemacht oder werdet sie machen.

Ich wünsche allen zukünftigen Austauschschülern einen großartigen Aufenthalt (hoffentlich ohne Pandemien). Hoffentlich konnte ich den ein oder anderen für Montreal oder insgesamt ein Auslandsjahr in Kanada begeistern.

Vielen Dank an DFSR, dass ich hier meine Erfahrungen mit allen Teilen durfte. Falls ihr mich noch irgendwas über mein Auslandsjahr fragen wollt, schreibt mich einfach auf Instagram unter @maple.year_1920 an.