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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Nourian in South Hazelton

Abschied von Kanada

Juli 2016
Abschied von Kanada und Heimkehr nach Deutschland

Schließlich kam dann unvermeidlich mein letzter Monat in Kanada. Was soll ich sagen, ich fühlte mich überhaupt nicht bereit, wieder die Heimreise anzutreten und viele meiner Freunde dort nie wieder zu sehen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dieses wunderschöne Land zu verlassen und wieder ins öde Deutschland zurück zu gehen. Am Anfang des Monats Juni fand das jährliche Kispiox Valley Rodeo statt, wo meine Gasteltern und ich hingegangen sind. Auf dem Programm standen Wildpferde-Rennen, Bullenreiten, Pferde Rodeo, Fass rennen, Trickreiten und viele weitere Events. Nach der Show bin ich mit einem Freund im Fluss baden gegangen. Am Abend saßen wir dann mit Freunden am Lagerfeuer und haben gequatscht, während meine Gasteltern schon nach Hause gegangen waren. Wir hatten eine wunderschöne Zeit und redeten über viele Dinge. Ich bin sehr lange wach geblieben und schlief dann mit ein paar Freunden in einem Zelt. Am nächsten Morgen musste ich nach nur drei Stunden Schlaf schon wieder aufstehen weshalb ich den ganzen Morgen extrem müde war und bei der Show fast eingeschlafen bin.
Das Schuljahr neigte sich dann auch bald seinem Ende zu und es gab Preisverleihungen, bei denen ich nicht leer ausging, ganz im Gegenteil: Ich gewann den Preis für gutes Schüler-Verhalten, die Minor Roll (Ein Preis für einen guten Durchschnitt), den Preis für Zehntklässler in Mathe und den Preis für den am meist inspirierenden Schüler in der Theaterklasse. Ich trug am Ende zwei Medaillen und 4 Urkunden nach Hause.
Die letzten Schultage waren allerdings auch sehr traurig für mich, da mir langsam klar wurde, dass ich viele der Leute, die ich tief in mein Herz geschlossen hatte, bald zum letzten Mal sehen würde, was nicht leicht für mich war. Ich habe mir auch eins der Jahrbücher, das sehr schön gestaltet wurde, gekauft und meine engsten Freunde darin unterschreiben lassen. Sie schrieben auch alle eine Kleinigkeit hinein, die mich an sie erinnert. Ich selbst durfte auch in gefühlt 500 Jahrbücher schreiben, was mir allerdings überhaupt nichts ausmachte.
Von meinem Gastvater musste ich mich schon etwas früher verabschieden, da dieser seine Familie besuchen ging, bevor ich abreiste. Ich hatte sehr viele tolle Momente mit ihm und mit meiner Gastmutter und werde ganz sicher nochmal zurückkehren, um sie zu besuchen.
Nachdem das Schuljahr dann endgültig vorbei war, wurde ich von einer Freundin zu einer Filmnacht eingeladen, zu der die meisten meiner engen Freunde aus meiner Klassenstufe kamen. Wir haben Filme angeschaut, Kartenspiele gespielt einen Spaziergang gemacht, bei welchem wir auch ein Konversationsspiel spielten, saßen am Lagerfeuer, aßen Snacks und haben vor allem jede Menge Spaß gehabt. Ich und ein paar andere Freunde haben sogar draußen auf dem Trampolin geschlafen. Es war außerdem ein Abschied von einigen meiner Freunde!
An meinem vorletzten Tag ist mein bester Freund noch einmal herübergekommen, um mir ein Abschiedsgeschenk zu überreichen, als wir spontan entschieden, eine kleine Abschiedsfeier bei mir zu schmeißen. Ich habe noch schnell meine besten Freunde eingeladen, von denen die meisten dann auch rübergekommen sind. Ich habe Pizza gebacken und wir haben alle zusammen einen Film angeschaut, bis wir dann alle vor lauter Müdigkeit eingeschlafen sind. Am nächsten Morgen habe ich zusammen mit einem Freund Pancakes für alle gemacht und wir aßen alle ein richtig großes kanadisches Frühstück.
Dann kam auch schon mein letzter Tag in Hazelton. Meine Gastmutter entschied, dass wir nochmal alle Sehenswürdigkeiten in Hazelton abklappern sollten. Wir sind von dem ortsbekannten Ross Lake zu der sehr bekannten „Altstadt“ und am Ende noch in die weltberühmte „K’San Village“ gegangen. Das ist tatsächlich eines der wichtigsten First Nations Museen in ganz Kanada, ein originalgetreu wieder aufgebautes Dorf mit Totempfählen, den klassischen Langhäusern und dem daneben fließenden „Skeena River“, der eine große Rolle in der K´San Kultur spielt. Die Totempfähle sowie die Häuser sind mit wunderschönen First Nation Motiven bemalt.
Am nächsten Morgen ging es dann auch schon nach Smithers, wo ich dann am Nachmittag meinen Flug nach Vancouver antrat. Meine sehr gute Freundin und Austauschkameradin Julia aus Deutschland ist mit uns mitgekommen, sie ist allerdings noch nicht mitgeflogen, weil sie ihren Aufenthalt verlängert hat. Julia und ich sind dann durch die Kleinstadt gezogen, haben ein bisschen geshoppt, etwas gegessen und verbrachten nochmal ein paar schöne Momente zusammen während meine Gastmutter arbeitete. Dann um drei Uhr machten wir uns auf den Weg in Richtung Flughafen. Dort angekommen folgte der große Abschied mit tausenden Umarmungen von meiner Gastmutter und Julia. Dann durch die Passkontrolle in den Flieger und ab nach Vancouver.

In Vancouver angekommen wartete auch schon meinen Gastbruder Elijah auf mich, mit dem ich die nächsten 3 Tage dort verbrachte. Ich kaufte mir ein Skytrain-Ticket und wir fuhren zusammen los zu seiner Wohnung, die zwar relativ klein ist, allerdings für Vancouver Verhältnisse schon fast als luxuriös gelten kann. Am Abend habe ich dann noch mit Elijah, und seinen Mitbewohnern einen Film angeschaut. Am nächsten Morgen ging ich dann um etwa 13 Uhr in die Großstadt. Die erste Stunde verbrachte in der zweitgrößten Mall Nordamerikas, Metrotown, bis ich mich dann etwa um 16 Uhr mit einer Freundin, die in den Schulferien in Hazelton kennengelernt habe, traf. Sie zeigte mir den Ortsteil Steveston, welcher am Ufer liegt und sehr viele schöne Sehenswürdigkeiten verbirgt. Danach bin ich mit ihr nach Hause gegangen und wir haben noch ein bisschen geredet, bis ich wieder zurück zu der Wohnung meines Gastbruders gehen musste. Am nächsten Morgen zog ich dann wieder alleine los, da mein Gastbruder noch schlief. So konnte ich mich ein bisschen in der Stadt umschauen, bis mich Elijah in der Stadt herumgeführt hat. Er zeigte mir verschiedene Orte in der Stadt, die vielleicht keine klassischen Touristenziele waren, aber gerade deshalb waren sie sehr interessant. Am Abend haben wir dann in einer kleineren Gruppe Gesellschafts-Spiele gespielt. 

Am nächsten Morgen musste ich meine Sachen zusammenpacken und dann wurde ich auch schon von der Freundin meines Gastbruders und ihm zum internationalen Flughafen gefahren. Ich habe mich von ihnen verabschiedet und mich dann eingecheckt. Kurz darauf stieg ich in meinen Flieger nach Amsterdam. Ich habe auf dem Flug Filme angesehen und über verschiedenste Dinge nachgedacht, insbesondere darüber, wie meine Ankunft in Deutschland verlaufen würde und ob mich die Leute dort jetzt anders sehen werden, oder ob sie in mir immer noch denselben Menschen, den sie vor einem Jahr kannten, sehen.
In Amsterdam angekommen hatte ich erst einmal zwei Stunden Zeit, um am Flughafen herumzulaufen und ich konnte an einem Stand sogar eine „Virtual Reality Brille“ ausprobieren. Dann ging es allerdings auch schon wieder weiter nach Frankfurt.
Bei meiner Ankunft in Deutschland erwartete ich eigentlich ein Willkommens-Komitee, fand aber schnell heraus, dass meine Familie im Stau stand. Also durfte ich erst mal eine Stunde warten, bis ich dann schließlich von meiner Familie abgeholt wurde. Es war ein herzliches Willkommen mit vielerlei Umarmungen.
Im Auto versuchte ich dann, mit meiner Familie Deutsch zu reden, fing allerdings nach so ziemlich jedem Satz wieder aus Versehen an, Englisch zu sprechen, was meiner Oma überhaupt nicht gefiel, da sie kein Englisch versteht. Ich habe ihnen dann jede Menge Geschichten erzählt von meinen Erlebnissen in British Columbia.
Zuhause angekommen, schaute ich mir erst einmal mein Zimmer an, das mein Vater während meiner Abwesenheit renoviert hatte. Ich war ziemlich überrascht, wie gut er das hinbekommen hatte, und das fast ohne professionelle Hilfe. Am Abend sind wir dann alle zusammen in ein indisches Restaurant essen gegangen, wo wir uns über die vielen Dinge, die in dem Jahr, in dem ich in Kanada war, vorgefallen sind, austauschten. Nach 30 Stunden ohne Schlaf bin ich dann regelrecht in mein Bett geflogen.
In den nächsten Tagen ging ich hin und wieder mal zu meiner alten Schule, um meine Freunde wiederzusehen und um festzustellen, dass sie sich alle überhaupt nicht verändert haben, was irgendwie sehr komisch für mich war. Ich habe mich dabei gefühlt, als wäre ich nie weggewesen. Außerdem sehen mich die meisten immer noch als den Menschen an, der ich bis vor einem Jahr gewesen war und ignorieren komplett den neuen Menschen, zu dem ich mich in Kanada entwickelt habe.

Ich habe auch angefangen, mein Berufsorientierungs-Praktikum nachzuholen, was mich im Moment relativ gut beschäftigt. Ich war außerdem in Berlin, um eine Austauschschüler-Freundin aus Kanada zu treffen, welche ich auf meinem Trip nach Banff kennengelernt hatte. Dort haben wir uns sehr viel darüber unterhalten, wie wir uns fühlen, nachdem wir wieder zurück in Deutschland sind und kamen beide zu dem Schluss, dass es in Kanada um einiges besser ist, da die meisten Deutschen hektisch und unfreundlich sind und kein Verständnis für unsere Lage haben! Ich vermisse außerdem jeden Tag alle meine Freunde in Kanada und wünsche mir, dass ich immer noch dort wäre. Aber ich glaube trotzdem, dass ich mich mit der Zeit hier wieder einleben kann! Dennoch bin ich auf längere Sicht überzeugt, dass ich nicht für immer in Deutschland bleiben werde.

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