Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Maxie in Japan

"Irgendwie ganz japanisch geworden"


Erfahrungsbericht von Maxie, High School in Okegawa-shi 2008/09
Japan ist klasse! Bin hier jetzt seit fast 10 Monaten und in 3 Wochen geht’s schon zurück nach Hause. Aber irgendwann möchte ich zu meinem japanischem Zuhause zurück. Ich habe hier eine neue, klasse Familie, sowie sehr, sehr gute Freunde gefunden und bin irgendwie ganz japanisch geworden. Für mich ist Japan kein, "Hey guck mal: die schlafen alle in Zügen" oder ein "Cool, grünes Eis” mehr. Klar, jeden Tag sind hier immer noch jede Menge Sachen, über die ich schmunzle, aber eigentlich ist alles für mich hier normal. Mein Alltag hier sieht ungefähr so aus:
 
Schule:
Ich bin Schülerin der 3 Jahrgangsstufe, der Inagakuen High School. Wir haben hier 3600 Schüler, und die Schule ist riesig. Jeden Tag gibt es hier Leute, die ich zum ersten Mal sehe (manchmal sogar welche aus der gleichen Jahrgangsstufe). Meine Schule ist ähnlich wie die amerikanische High School. Wir haben ein Kurssystem, aber eine gemeinsame Klasse. Ich hab mir hier meinen Stundenplan mit Englisch-Klassen voll gestopft (nach dem Motto: Englisch braucht man, japanisch lern ich hier, Geschichte versteh ich nicht). Seit das neue Schuljahr angefangen hat, bin ich in einer englischen „Debate Klasse“ die ist zwar ein Haufen Arbeit, aber mit dem Team zusammen ist das auch ein eine Menge Spaß. 
In einer japanischen Schule gibt so genannte „club activities“, und man fragt sich ständig: „Hey, was machst du am Wochenende - I hafu a kurabu akutifiti". Ich mag es hier nicht, Zeit allein zu verbringen, deshalb habe ich schell beschlossen: Ja, du auch! Am Anfang war ich im Kalligrafie- und Tee-Zeremonie-Club (wollte unbedingt Tee-Zeremonie lernen), der war aber dummerweise nur 2x die Woche - also brauchte ich noch was anderes. Aber Kalligrafie hat mir nicht so gefallen und dann bin ich schließlich in den Kunstklub gewechselt. YEAH! 7 Tage die Woche! Ganz schön krasse Sachen gemacht, aus Lehm Köpfe gemacht und nachher in Zement gegossen, große Ölgemälde, etc.
Man kann sagen, ich habe hier 98% meiner Freizeit in der Schule verbraucht.

Japan Girls posing with pom poms

 
Gastfamilie:
Meine Gastfamilie war von Anfang an oberklasse. Ich habe zwar 4 – 5 Monate gebraucht, um sie als richtige Familie zu akzeptieren, aber als ich dann in Kyoto war und meine Gastschwester krank wurde, habe ich richtig gemerkt, wie viel sie mir bedeutet.
Klar, ich hatte auch meine Probleme. Das ist ganz normal! Meine Familie zum Beispiel ist ziemlich beschäftigt (der Vater arbeitet in Chiba und kommt nur am Wochenende nach Hause; die Mutter geht arbeiten und ist immer erst um 8:00 Uhr da.) Das war am Anfang ziemlich doof, bin dann aber einem Klub beigetreten und war auch erst um 8 wieder zu Haue. Meine Gastmum ist klasse, oft ein bisschen übermüdet, aber sie hat immer ein Ohr für meine Probleme, für plötzliche Gedankengänge oder für japanische Sprachunsicheinheiten.  Ich bin nämlich ziemlich redselig. Meine Gastschwester ist süß, kommt aber langsam in die Pubertät und sie ist immer da, um plötzlich zusammen "Avril Larvine, Skaterboi" zu singen. Mein Gastbruder ist Gameboy (POKEMON) süchtig und wenn er zu Hause ist, ist er am Witze machen oder putzen. Ja -  Das ist meine Fam!!!


 
Japanisch:
Von Anfang an wollte ich nur japanisch sprechen. Mit meinen minimalen Sprachkenntnissen war das am Anfang eine ziemliche survival Aktion. Mich stört das nicht, habe dann munter mit Händen und Füßen geredet und mit meinem lieben Freund dem Übersetzter (empfehlenswert für jeden, der nach Japan will: elektronisch zum Kanji reinmalen und zum Bildchen verstehen, aber leider etwas teuer. Kaufbar in Japan, oder wie ich über ebay.com) Klar, vom Charakter ist jeder anders, aber ich finde, wer reden will und jemanden zum zuhören hat, der kriegt das schon hin. Jetzt nach 10 Monaten kann ich über alles, was mir gerade in den Sinn kommt, im fließenden High School Schüler Style Japanisch reden. Kanji kann ich nur ungefähr 500 lesen, und schreiben ist auch schwierig. Dank der lieben Technik gibt’s auch dafür eine Lösung- mein Handy!
In den japanischen Unterrichtsstunden habe ich wie besessen Kanjis gelernt und so komm ich mit den Alltagskanjis (bei denen man denn Sinn nicht erraten kann) ganz gut klar.

Japan Friends in school uniforms closeup

 
Freunde:
Meine besten Freunde hier sind Nobu und Miyako. Nobu ist der Sohn einer Freundin meiner Mutter, der hier in der Gegend wohnt und am Anfang immer trotz " I wanna sleep longer" mit mir zusammen zur Schule geradelt ist. In Japan oder zumindest hier ist die normale High School Japanerin so schüchtern, dass man selbst mit den Typen in der eigenen Klasse nicht spricht. Miyako ist im Kunstklub mit mir und voll verpeilt. Die beiden sind also meine besten Freunde. Von Anfang an habe ich hier viele Freunde gefunden und wurde akzeptiertso wie ich bin . Ich bin kein Ausländer, der auf einem Sightseeing Trip durch Tokyo ist, sondern ein ganz normaler japanischer High School Student. Dafür bin ich sehr dankbar.
 
Japan:
"Warum in Gottes Namen möchtest du denn ausgerechnet nach Japan?" Ich habe diese Frage bevor ich nach Japan gekommen bin ungefähr 10tausend Mal gehört. Die beste Antwort, die ich darauf finden kann, ist ein einfaches: „Weil ich Japan mag, hier leben wollte und Japan nicht nur aus der Sightseeing Perspektive ("He! komisch, die essen rohen Fisch") sehen, sondern auch verstehen wollte. Ich wollte ein Jahr einfach etwas ganz anderes haben.
Die Hälfte der Vorurteile über Japaner stimmt. Aber ich kann Japaner verstehen, und weiß, was für tolle Menschen hier leben. Wie auch immer: Japan ist in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnliches Land, mit tollen Menschen und einer faszinierenden Kultur (auf die nicht nur Japaner stolz sein können)!!!

Japan two friends in school uniforms



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Maxie in Japan