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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Sarah in Japan

Japanische Teezeremonie

Als ich noch in Deutschland war, hatte ich schon über die Teezeremonie in Japan gehört. Viele Schulen haben es als AG und die Schüler treffen sich nach der Schule, um die Art der japanische Teezeremonie zu lernen. Bevor ich nach Japan kam, konnte ich diesen Teil der Kultur nicht wirklich verstehen. Ich konnte nicht verstehen, wie Jugendliche in meinem Alter Interesse an so etwas haben konnten und ich dachte, diese Schüler wären bestimmt viel unterschiedlicher als ich. Ich bemerkte aber während meines Auslandsjahres, dass die Teezeremonie AG überhaupt nicht so war, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ich lernte die Teezeremonie AG meiner Schule durch einen Austausch von Schüler aus Indonesien kennen, die eine Reise nach Okinawa machten. Meine Schule hatte
verschiedene Trips vorbereitet, um den indonesischen Austauschschülern Okinawa zu zeigen. Sie haben verschiedene Museen besucht, haben in traditionellen Restaurants gegessen und haben auch das zweitgrößte Aquarium der Welt, das sich auf Okinawa befindet, besichtigt. An all diesen kleinen Ausflüge durfte ich immer teilnehmen. Meine
Schule fand, es wäre eine gute Gelegenheit für mich als Austauschschülerin, einen Teil von Okinawa zu entdecken.



Eines Tages hat die Teezeremonie AG den Austauschschüler aus Indonesien eine Teezeremonie vorgemacht. Da durfte ich auch mitmachen und es war das erste Mal, dass ich eine Teezeremonie beobachten konnte. In der Schule gab es einen speziellen traditionellen Raum, den nur die Teezeremonie AG benutzten durfte. Dabei gibt es eine spezielle Weise, den Raum zu betreten, den Tee vorzubereiten und ihn auch zu servieren. Uns wurde alles vorgeführt und ich konnte den Matcha-Tee und auch eine traditionelle Süßigkeit probieren. Die Stimmung hat mir sehr gefallen und ich bemerkte überrascht, dass sogar zwei Mädchen aus meiner Klasse Mitglieder der Teezeremonie AG waren. Die zwei Lehrerinnen waren zwei älteren Frauen, die extra zu bestimmten Uhrzeiten in die Schule kamen, um den Schülern die Teezeremonie beizubringen. Sie waren immer in
traditionellen Kimonos gekleidet und hatten oft so viel zu erzählen und zu erklären, dass wir die Zeit vergaßen und es viel zu spät wurde.

Ich habe mich sehr schnell für diesen Teil der japanischen Kultur interessiert und wollte mehr darüber lernen. So meldete ich mich bei der Teezeremonie AG an. Zwei andere Mädchen waren auch neu und wir lernten gemeinsam die Grundlagen der Teezeremonie. Wir konnten uns schnell anfreunden und mit der Zeit sind sie sogar eine meiner besten Freundinnen geworden. Die AG hat nur ungefähr zwei mal im Monat stattgefunden. Es hat dann immer bis spät abends zwischen 20 und 21 Uhr gedauert. Die Lehrerinnen haben uns verschiedene Themen beigebracht und waren bei Kleinigkeiten sehr streng und genau. Am Anfang, als mein Japanisch noch nicht so gut war, hatte ich Schwierigkeiten die Lehrerinnen zu verstehen. Es war sehr anstrengend, aber andererseits hat es am Ende viel Spaß gemacht.



Nach der Schule bin ich immer mit der zwei Mädchen meiner Klasse zum Teezeremonie Raum gegangen. Dann sind wir Süßigkeiten kaufen gegangen, haben das Matcha-Pulver gefiltert, die Teeschalen mit Wasser ausgespült, usw. Danach haben wir die zwei Lehrerinnen von unten abgeholt und ihnen mit ihrem Gepäck geholfen. Sie brachten frisch gepflückte Blumen mit und brachten uns bei, wie man sie gut im Raum positionieren sollte. Danach fing der Unterricht an. Wir haben zuerst das Anfangsritual vorgeführt. Es ist eine spezielle Art, in den Raum zu gehen und die Zeremonie zu beginnen. Die Lehrerinnen prüften, ob jeder Schritt und jede Bewegung richtig war. Jedes kleine Detail war wichtig.

Nach der Anfangsrede einer der Lehrerinnen, haben wir uns in zwei Gruppen geteilt. Eine der Gruppe sollte den Tee und die Süßigkeiten vorbereiten und die andere Gruppe sollte sich im Raum hinsetzen und wurde bedient. Danach wurden die Aufgaben vertauscht und die, die den Tee und die Süßigkeiten serviert haben, mussten sich dieses Mal hinsetzen und bedient werden. Wir haben immer zuerst die Süßigkeit gegessen und danach, um die Süße auf der Zunge zu löschen, den Tee getrunken, der ziemlich bitter war.

Es gibt eine spezielle Art, die Süßigkeiten in der Schüssel zu positionieren, zu servieren und sie als Gast angeboten zu bekommen und zu essen. Dann musste man aufpassen, wie man den Tee vorbereitet, ihn serviert und letztendlich getrunken hat. Alles wurde von der Lehrerinnen geprüft und verbessert.



Bei der Teezeremonie muss man sich auf seine Knie setzen und am Anfang hat das unglaublich weh getan. Man muss meistens mindestens eine halbe Stunde so sitzen bleiben und oft konnten viele für eine Weile nicht mehr aufstehen. Unsere Lehrerinnen konnten aber für drei Stunden so sitzen bleiben und fühlten überhaupt keine Schmerzen. Als jeder Süßigkeiten und Tee bekommen hatte, haben wir uns in Niveaugruppen verteilt und die Teezeremonie Vorführung erlernt.

Für mich war die Teezeremonie AG nicht nur ein Weg zur Entdeckung der japanischen Kultur, sondern auch ein Ort, sich mit Freunden zu treffen und zusammen Spaß zu haben.