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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Sarah in Japan

Ein Winter auf Okinawa

Bis Dezember ist es in Okinawa immer noch sehr warm. Als es in Deutschland schon 2 Grad war, gab es hier noch 22 Grad. Doch dann fing es an, mit 15 Grad kälter zu werden. Man würde glauben, es ist noch warm genug, um in Sommerkleidung rum zu laufen, dennoch fühlt es sich viel kälter an. Draußen laufe ich mit zwei Pullis und eine Jacke über. Vielleicht wirkt es durch den Wind so kalt, oder ich habe mich die warmen Temperaturen schon angewöhnt.

Weihnachten bleibt ziemlich unsichtbar. Es gibt keine Straßendeko, keine Weihnachtsmärkte. Es wird kein Tannenbaum verkauft. Die Familien stellen einen kleinen künstlichen Weihnachtsbaum im Haus und dann war’s das.



In Japan wird normalerweise keine Weihnachten gefeiert, da es sehr wenige Christen gibt, doch es werden immer mehr, die Weihnachten einfach nur so als Spaß feiern. Dennoch hat es keine Ähnlichkeit mit Deutschland oder allgemein Europa. Anstatt auf dem Weihnachtsmarkt zu gehen, geht man abends zu sogenannten Beleuchtungen. Da werden Plätze mit Lichten dekoriert, kleine Spiele für Kinder organisiert und Essensstände gestellt. Bei besonders großen Beleuchtungsplätzen gibt es auch kleine Konzerte, Feuerwerke und es wird auch künstlicher Schnee hergestellt, damit die Kinder, die noch nie in ihrem Leben Schnee gesehen haben, damit spielen können.

Die Weihnachtsferien fangen erst kurz vor Silvester an, sodass man während der Weihnachtszeit in der Schule gehen muss. Man hat nur am 23. und 2.  Dezember frei für den Geburtstag des japanischen Kaisers. Beim Heiligabend haben wir Kuchen bei den Großeltern gegessen und die Kinder haben Geschenke bekommen, aber mehr haben wir dann nicht mehr gemacht.

Insgesamt hat man ein bisschen mehr als eine Woche Ferien. Mit meiner Gastfamilie sind wir am Wochenende auf eine Insel gefahren und haben dort eine Nacht übernachtet. Es hat sehr viel Spaß gemacht und durch solche Ausflüge knüpft man mit seiner Gastfamilie noch engere Kontakte. Ich habe für die Ferien sehr viele Hausaufgaben von der Schule bekommen, sodass ich eine lange Zeit daran arbeiten musste, was ich sehr schade fand. In Mathematik habe ich um die 200 Aufgaben bekommen und in den anderen Fächern auch noch ein paar Sachen. Hier merkt man wieder, wie stark die Japaner beim Lernen dabei sind.

Am 31. Dezember, der letzte Tag des Jahres, geht man Soba essen. Das sind lange japanische Nudeln, die durch ihre Länge ein langes Leben und Glück symbolisieren. Sonst haben wir nicht viel gefeiert. Es gab bei uns kein Feuerwerk. Es war ein Tag wie jeder andere. Die Silvesterparty haben wir dann am Abend des 1. Januar gemacht. Wir sind zu den Großeltern gefahren, wo sich die ganze Familie getroffen und zusammen gegessen hat. Es gab sehr viele kleine Gerichte zu essen und jeder konnte sich nehmen, was er wollte. Insgesamt gab es um die 50 verschiedene Gerichte. Manche wurden selbst gemacht und andere wurden gekauft. Sushi, Tempura, Fleisch, Mochi, etc.

Ein paar Tage später gehen alle zum Tempel beten. Berühmte Tempel in der Stadt werden sehr voll. Die Warteschlange reicht bis zum anderen Straßenende und die Leute warten da stundenlang, um hereinzukommen. Es war sehr beeindruckend.

Zwischen Weihnachten und Neujahr gab es Momente, wo ich wirklich Heimweh hatte, zum Beispiel am Silvesterabend um Mitternacht, als ich alleine in meinem Zimmer saß, und daran gedacht habe, wie in Deutschland gerade alle auf der Straße gehen, um sich das Feuerwerk anzugucken. Solche Momente vergisst man aber schnell, wenn man merkt, dass es viele andere positive Aspekte gibt, wenn man ein Jahr in Japan verbringt.