Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Image can't be displayed.

Sarah in Japan

Die Schule in Japan

Erziehung ist ein Thema, über das man bei einem Auslandsjahr sehr viel erfahren kann, indem man die Schule besucht und möglicherweise in einer Gastfamilie mit Kindern lebt.
Man lernt, wie Kinder in diesem Land erzogen werden. Und so bemerkte ich, dass es bei der Erziehung viele Unterschiede zwischen Japan und Deutschland gibt.

Es gibt insgesamt fünf Arten von Schulen. Die erste Schule ist für Kinder von 1 oder 2 Jahre bis 4 Jahre, die zweite von 5 bis 6 Jahre, die dritte von 7 bis 12 Jahre (Grundschule), die vierte von 13 bis 15 Jahre (Mittelschule), und die fünfte von 16 bis 18 Jahre (Oberschule). Nach der fünften kann man mit den Studien an der Universität anfangen.

Wenn man ein Auslandsjahr macht, besucht man eine „Oberschule“, die der Oberstufe des deutschen Gymnasiums entspricht. Um diese Schule zu besuchen, müssen die japanischen Schüler einen Test bestehen, deren Schwierigkeitsgrad von dem Niveau der Schule abhängt. Je höher das Niveau, desto höher sind auch die Schulgebühren.

Ein paar Tage nach meiner Ankunft wurde ich von meinem Koordinator abgeholt. Zusammen fuhren wir zu meiner Schule, wo ich mich vorstellen musste. Mir wurde der Uniformrock geliehen, sowie die Karateuniform, da es in meiner Schule Karate als Schulfach gibt. Bluse, Blazer, Socken, usw. musste ich selber kaufen. In der Schule läuft man nicht durch das Gebäude mit seinen normalen Schuhen, sondern mit seinen Sportschuhen, die auch zur Uniform gehören und die man sich auch besorgen muss. Ich empfehle es vor allem zu versuchen, seine Uniform in Second Hand Shops zu kaufen, da es sonst sehr teuer werden kann.

Ich bekam mein Stundenplan und am nächsten Morgen ging es schon mit der Schule los. Meine Gastmutter fuhr mich zur Schulbushaltestelle und eine Schülerin begleitete mich zum Sekretariat. Von da aus wartete jemand aus meiner Klasse und zusammen liefen wir zur Sporthalle, die auch als Aula dient. Meine ganze Stufe versammelte sich für das „Wochentreffen“, bei dessen die Lehrer einmal pro Woche wichtige Informationen mitteilen. Die Stufen bestehen aus zehn Klassen, die aus dreißig bis vierzig Schüler bestehen. Bei einem solchen Treffen musste ich an meinem ersten Schultag nach vorne gehen und mich vor allen vorstellen.

Die japanischen Fächer unterscheiden sich von den deutschen. Geschichte wird in zwei verschiedenen Unterrichtseinheiten gelehrt: Weltgeschichte und Japanische Geschichte. Dann gibt es zwei unterschiedliche englische Fächer: „Communication“ und „English Expressions“, wobei ich keinen Unterschied zwischen den beiden Fächer erkennen kann, außer dass es unterschiedliche Lehrer unterrichten. Man hat eine Stunde Karate pro Woche und eine Stunde normalen Sport.



In den normalen Sportstunden werden Mädchen von Jungs getrennt. Zusätzlich gibt es die Hauptfächer Japanisch und Mathe. Dann noch Politik, Chemie oder Biologie, und Gesundheit. Ein Fach, das mich überrascht hat, war „Home Economics“. Dies ist ein Fach, in dem man lernt zu nähen, kochen, sich um ein Baby kümmern, etc. Man lernt wie man als Hausfrau arbeitet und sogar die Jungs machen dieses Fach fleißig mit.



Die meisten Fächer werden im eigenen Klassenraum unterrichtet und man bekommt zehn Minuten Pause zwischen jeder Stunde. Eine Stunde ist 70 Minuten lang. Die Schule geht bis halb fünf, aber die meisten bleiben noch bis spät abends, um zu lernen oder um Zeit in ihren Clubs zu verbringen.

In der Mittagspause ist man meistens im Klassenraum. In meiner Schule gibt es keine richtige Cafeteria, sondern nur einen kleinen Ort wo man sich einen Bento (eine Art japanische Lunchbox) kaufen kann. Die meisten Gastfamilien bereiten aber ihren Austauschschülern einen Bento von zuhause vor.

In den ersten Tagen bzw. in den ersten Wochen ist es sehr schwer, sich in der Schule zurecht zu finden. Wenn man die japanische Sprache noch nicht beherrscht und dann noch nicht weiß, wie das Schulsystem funktioniert, wird man eine gewisse Zeit brauchen zu verstehen, was man wann und wie machen muss. Am Anfang kann es auch sein, dass man wichtige Informationen verpasst, die auf Japanisch den Schüler mitgeteilt werden und die man vergisst, dir zu übersetzen. Es ist wichtig, selber nachzufragen, was gesagt wurde, da die Schüler meistens vergessen, dass man als Austauschschüler am Anfang sehr viel nicht verstehen kann.




Sarah berichtet über ihre Erlebnisse in Japan. Möchtest du auch gerne einen Auslandsaufenthalt in Japan verbringen? Wir beraten dich gerne!

Beratungstermin vereinbaren