Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Image can't be displayed.

Sarah in Japan

Mein Auslandsjahr in Okinawa

Vor zwei-ein-halb Monaten, Anfang September, bin ich nach Okinawa geflogen, eine tropische südliche japanische Insel. Ich werde bis Ende Juni des nächsten Jahres bleiben, in die Schule gehen, Japanisch lernen und viele neue Erfahrungen sammeln.

Jetzt, Mitte November, sind es immer noch mindestens 26 Grad. Das Meer kann man überall schnell erreichen, da die Insel nicht besonders groß ist. Die Städte bestehen meistens aus kleinen weißen Gebäuden und die meisten Straßen sind umgeben von zahlreichen Palmen. Man fühlt sich hier wie im Sommerurlaub und es ist immer wieder interessant, jeden Tag ein bisschen mehr der japanischen Kultur kennenzulernen.   


Viele in Deutschland, inklusive mein Japanisch Lehrer, meinten, Okinawa sei nicht wirklich Japan. Dass die Kultur, da Okinawa ursprünglich nicht zu Japan gehörte, nicht dieselbe ist, wie auf der Hauptinsel. Dass die Leute einen Dialekt sprechen, der sich von der japanischen Sprache sehr unterscheidet. Seit ich hier bin, habe ich aber andere Erfahrungen gemacht. Es sprechen nur die ältesten Großeltern Okinawas Dialekt, und die Schule, das Essen und zahlreiche Traditionen kommen eindeutig aus der japanischen Kultur.

Ich lebe bei einer Gastfamilie mit besonders vielen Kindern. Insgesamt sind es vier, was in Okinawa ziemlich ungewöhnlich ist. Die jüngste ist erst ein Jahr alt und der älteste ist zwölf. Im Haus ist es also meistens ziemlich laut und belebt. In der ersten Woche war es ziemlich schwierig, sich an die komplett andere Lebensart zu gewöhnen, aber je mehr ich die Familie kennenlerne, desto glücklicher bin ich, in dieser Familie gelandet zu sein! Sie haben mir am Anfang unglaublich viel geholfen, vor allem zum Beginn der Schule. Meine Gastmutter brachte mich jeden Morgen zur Schulbushaltestelle, obwohl diese nur eine Straße entfernt von Zuhause war, und abends halfen sie mir, die verschiedenen Informationen der Schule zu verstehen. Da meine Gasteltern früher beide in dieselbe Schule wie ich gegangen sind, konnten sie viele meiner Fragen leicht beantworten. Meine Gastmutter suchte sogar in unterschiedlichen Second Hand Shops, um meine Schuluniform so billig wie möglich zu finden. Dafür bin ich ihr sehr dankbar, da die Uniform normalerweise sehr teuer ist.

In der Schule gibt es starke Regeln, was das Aussehen angeht. Man trägt eine Uniform, man darf keine Schminke benutzen, keine Ohrringe tragen oder andere Arten von Schmuck, man darf seine Haare nicht färben, keine Farbkontaktlinsen tragen, usw. Manche Schulen sehen diese Regeln eher locker, aber in den meisten privaten Schulen sind sie dafür sehr streng. Sie wollen von sich das beste Bild in der Öffentlichkeit zeigen und versuchen die Schüler ein Stück weit zu kontrollieren, indem sie viele Regeln aufstellen. Jeden Mittwoch, anstatt der Klassenlehrerstunde, gehen alle Schüler meines Jahrgangs in die Sporthalle, die auch als Aula benutzt wird. Dort überprüfen die Lehrer, ob jeder Schüler seine Uniform gut trägt, ob der Rock lang genug ist, ob man keine Schminke trägt oder lange Nägel hat, usw.

Ein Ereignis, was mich besonders geprägt hat, war an einem Tag auf dem Weg zur Schule. Der Schulbus hatte die Schule schon fast erreicht und man konnte die Schüler beobachten, die auf dem Gehweg Richtung Schule liefen. Zwei Jungs warteten vor dem Zebrastreifen und der Schulbusfahrer stoppte den Bus, um sie vorbei zu lassen. Beide bedankten sich mit einer Verbeugung, rannten über den Zebrastreifen zur anderen Straßenseite und drehten sich wieder um, um sich noch ein Mal mit einer Verbeugung bei dem Busfahrer zu bedanken. Das hat mir nochmal gezeigt, wie stark man in Japan auf Respekt achtet, und das nicht nur als Erwachsener, sondern schon als Schüler.

Ich habe gerade erst ein Fünftel meines Auslandsjahres erreicht und ich weiß schon, dass es eine super Idee war. Ich bin unglaublich froh, diese Erfahrung machen zu dürfen und ich könnte mich nie genug bei meiner Mutter bedanken, die mir einen meiner größten Träume erfüllen konnte. Natürlich gibt es schwierige Momente, durch die man durch muss, aber es lohnt sich, wenn man an all das denkt, was ein Auslandsjahr jemandem schenken kann: unvergessliche Abenteuer, Bildung und ein komplett anderes Leben für ein paar Monate.

Sarah berichtet über ihre Erlebnisse in Japan. Möchtest du auch gerne einen Auslandsaufenthalt in Japan verbringen? Wir beraten dich gerne!

Beratungstermin vereinbaren