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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Sarah in Japan

Ein japanischer Speech

Irgendwann in Dezember bekam meine Schule einen Brief mit Infos über einen Wettbewerb für Ausländer, die zu dieser Zeit auf Okinawa wohnten. Meine Lehrerin bat mich und andere Austauschschüler mitzumachen. Bis Januar sollte man seine Anmeldung mit einer selbstgeschriebenen japanischen Rede verschicken. Die besten zwölf sollten dann zum Finale vorgeführt werden und die Jurys würden die Gewinner aussuchen. Das Thema konnte man sich selber aussuchen. Es sollte aber eine Verknüpfung zwischen Japan und seinem Herkunftsland haben. Insgesamt sollte die Rede sieben Minuten lang sein.

Ich hatte am Anfang gar keine Ahnung, worüber ich schreiben sollte. Ich hätte über die Kultur und Unterschiede mit Deutschland schreiben können. Jedoch hatte ich immer noch nicht das Gefühl, die japanische Kultur wirklich zu verstehen. Es ist so unterschiedlich, dass man Jahre brauchen könnte, um alles zu kennen. Die Leute, die die Rede hören würden, waren Japaner. Mit dem Ziel, diesen Leute etwas Neues beizubringen, entschied ich mich über Flüchtlinge zu schreiben, gerade ein wichtiges Thema in Deutschland und in der ganzen Welt, in Japan aber stark vernachlässigt.

Ich schrieb meine Rede erst auf Englisch und meine Lehrerin übersetzte sie dann auf Japanisch. Nach der Anmeldung fing schon der ganze Stress an. Obwohl es auch sein konnte, dass ich nicht gewählt würde, drängte mich meine Lehrerin schon, die Rede auswendig zu lernen, falls ich genommen würde. Es war sehr schwierig. Insgesamt waren es dreieinhalb Seiten und ich schaffte es schon nicht, den ersten Satz auswendig zu lernen. Langsam hoffte ich immer mehr, nicht genommen zu werden. Aber eine Woche nach dem Abschicken der Anmeldung bekam meine Schule einen Anruf, dass ich zum Finale herzlich eingeladen war.

Ich wusste nicht, wie ich es schaffen sollte. Ich suchte dann Hilfe bei meinen Klassenkameraden, von denen schon viele eine Rede auf Englisch gehalten hatten. Sie schlugen mir ein paar Tipps vor und ein Mädchen fragte ihre Freundin, meine Rede aufzunehmen, damit ich es abends oder auf dem Weg zur Schule und nach Hause hören konnte. Das half mir unglaublich und jeden Tag in der Mittagspause übte ich mit meiner Lehrerin. Sie korrigierte kleine Fehler bei meiner Aussprache und gab mir Vorschläge über Haltung und Betonung.

Ein paar Tage vor der Vorführung sollte ich meine Rede als Übung in der Schule vor drei Klassen vorführen. Ich war so gestresst. Ich hatte zwei, drei Mal einen kompletten Blackout und hatte keine Ahnung, wie ich weitermachen sollte. Zum Glück waren alle super nett und haben mich ermutigt.

Der Tag der Rede kam schneller als erwartet und wir fuhren mit meiner Lehrerin zusammen zum Ort der Vorführung. Es gab ein anderes Mädchen aus meiner Schule, die gewählt wurde und sonst waren es nur ältere Studenten, die vorgeführt haben. Ich hatte so Angst, auf der Bühne der von Leuten vollgefüllten Halle zu stolpern oder das Micro fallen zu lassen.

Als ich dann auf der Bühne stand, war ich plötzlich (warum auch immer) nicht mehr gestresst. Die Zuschauer konnte ich kaum sehen, da sie weiter weg waren und das Licht auf die Bühne gerichtet war. Jedoch konnte ich in der ersten Reihe meine Gastfamilie erkennen und ganz hinten die Kamera meiner besten Freundin, die alles gefilmt hat, obwohl es eigentlich verboten war. Ich versuchte, mich nur auf meine Rede zu konzentrieren und alles verlief viel besser als erwartet. Was ich aber überhaupt nicht erwartet hatte, war, dass es eigentlich Spaß gemacht hat.

Ich habe den zweiten Platz gewonnen. Eine Reise, Geld, Gutscheine und ein paar andere Sachen habe ich geschenkt bekommen. Meine Gastfamilie hat mir auch einen Blumenstrauß gekauft und abends haben sie spontan eine kleine Feier vorbereitet. Es gab sogar einen Kuchen, auf dem „Sarah, herzlichen Glückwunsch“ auf Japanisch stand. Am nächsten Tag gab es sogar ein Bild aller Finalisten in der Zeitung!

Am Anfang habe ich mich gefragt, warum ich so dumm war, mich da angemeldet zu haben. Ich hatte überhaupt keine Lust, zur Vorführung zu gehen und war die ganze Zeit gestresst, alles auswendig lernen zu müssen. Dennoch bin ich jetzt froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Es war nicht so schlimm, wie ich dachte und es ist etwas, was ich nie in meinem Leben vergessen werde.




Sarah berichtet über ihre Erlebnisse in Japan. Möchtest du auch gerne einen Auslandsaufenthalt in Japan verbringen? Wir beraten dich gerne!

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