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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Paula in Japan

Weihnachten und Silvester

Den ganzen Dezember haben sich alle in der Schule total auf Weihnachten und Neujahr gefreut, obwohl fast keiner aus meiner Klasse so ein “echtes” Weihnachten gefeiert hat, wie meine Gastfamilie. Die meisten haben sich mit Freunden getroffen und keine Geschenke bekommen, nur die kleinen Geschwister. Eigentlich wäre sogar Schule gewesen aber Montag, der 24. hat sich mit einem Japanischen Feiertag überschnitten (ich weiß nicht genau welcher) und war daher zum Glück frei. Am nächsten Tag war noch einmal Schule und dann haben die Neujahres-Ferien angefangen, insgesamt eineinhalb Wochen.

Meine Gastfamilie hat zu meiner großen Überraschung, und aller meiner Verwandten, fast genauso Weihnachten gefeiert, wie ich es aus Deutschland kenne - mit Plätzchen backen, Weihnachtsbaum und vielen Geschenken. Wir sind zwar nicht in die Kirche gegangen (nur die Oma ist Christin) aber haben Weihnachtslieder gehört. Es war echt süß, wie viel Mühe sie sich gegeben haben, auch mit den Geschenken für mich! Ich habe auch Pakete von meiner Familie bekommen und habe welche verschickt, und daher hatte ich auch nicht das Gefühl, dieses Weihnachten komplett von meiner Familie in Deutschland abgeschnitten zu sein.

Ein bisschen blöd war, dass halt am nächsten Tag Schule war und ich einen Test schreiben musste…das heißt nach dem Geschenke auspacken musste ich noch ein bisschen lernen, aber es war schön, sich direkt nach dem Feiern mit den Freunden zu treffen! Und ab Mittwoch waren dann ja auch zum Glück wirklich Ferien.

Die Tage vor Neujahr hatte ich noch Fußballtraining -  jeden Tag um acht Uhr morgens. Aber mittlerweile bin ich es gewohnt, fast jeden Tag Fußball zu spielen und es war auch ganz schön, alle anderen in den Ferien zu sehen, ansonsten haben nämlich alle die Ferien über gelernt… Meine Familie hatte aber viel Zeit und wir waren in einem Illumination- Park (solche Parks sind anscheinend sehr beliebt auf Okinawa), an einer super schönen Steilküste und am Strand, iceskaten und shoppen.



Am 31. haben wir bei den Großeltern Okinawa Soba gegessen, haben uns lange unterhalten und sind dann kurz vor Mitternacht nach Hause. Meine Gastfamilie hat zwar kein Feuerwerk gemacht, aber man konnte eins von meinem Balkon aus sehen :) Dann sind wir alle schnell ins Bett, weil wir morgens ganz früh aufstehen wollten um はつひので, den ersten Sonnenaufgang des Jahres anzugucken. Wir sind so um viertel nach sechs zum Meer gefahren und es war wirklich mega schön! Das ist eine Tradition, die ich auf jeden Fall auch in Deutschland übernehmen möchte!

Mittags haben wir die Familie meiner Gastfamilie besucht, die weiter weg wohnen und abends sind wir wieder zu den Großeltern zu einer Familienfeier. An Neujahr wird den Kindern in Japan immer Geld von allen Verwandten gegeben. Die meisten dürfen die Hälfte behalten und der Rest wird auf ein Sparkonto eingezahlt, mit dem z.B. das College oder der Führerschein bezahlt wird. Mir haben auch alle Geld gegeben, sogar richtig viel, was mir am Anfang ziemlich unangenehm war, aber mich auch sehr gefreut hat, denn das bedeutet ja, dass man irgendwie zur Familie gehört.

Am dritten Tag nach Silvester sind wir in einen Schrein in der Nähe gegangen und ich habe endlich verstanden, was der Unterschied zwischen einem Schrein (じんじゃ) und einem Tempel (てら) ist. Ein Tempel ist Buddhistisch und in einem Schrein wohnen die japanischen Götter. Wir sind also in einen Schrein gegangen und erstmal muss man sich in einer bestimmten Weise die Hände waschen, dann wirft man 5 Yen in eine Box und erzählt dem Gott (still für sich) was man sich im nächsten Jahr wünscht. Danach kann man sich für 100 Yen (weniger als ein Euro) einen Zettel kaufen auf dem steht, wie das nächste Jahr so für einen wird.

Meins wird anscheinend so mittel (na toll). Am Schluss haben wir noch Essen an einem der Stände, die vor dem Schrein aufgebaut sind, gekauft und sind dann zurück nach Hause gegangen. Rückblickend war das die schönste Zeit auf Okinawa und mit meiner Gastfamilie! Danach hat mein Fußballtraining wieder angefangen, dann auch irgendwann die Schule wieder und dann habe ich erfahren, dass ich die Gastfamilie wechseln muss. Meine erste Gastfamilie war inzwischen wie eine richtige Gastfamilie geworden und ich war ziemlich traurig, aber ich hoffe, dass ich den Kontakt beibehalten werde und dass die neue Gastfamilie genauso toll ist, wie meine erste. Es hat mich auf jeden Fall nochmal aus meiner Komfortzone geholt und darum geht es ja auch zum Teil bei einem Auslandsjahr (war natürlich trotzdem sehr schade).

Also neues Jahr, neue Gastfamilie. Mal sehen, wie es wird!
Liebe Grüße
Paula

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