Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Mathilda in Italien

Meine Erfahrungen an einer italienischen Schule

Liebe Leserinnen und Leser, hier nun wie angekündigt, der zweite Teil meiner Schulerfahrung in Italien. 

Ich muss gleich zu Anfang erwähnen, dass ich mich in Italien deutlich schneller in den Schulbetrieb eingewöhnt habe als in Spanien. Ob das daran liegt, dass ich das ganze schonmal gemacht hatte und dass die Sprache mir hier leichter fiel, oder aber daran, dass meine Mitschüler und Lehrer besser auf mich vorbereitet waren und mich dadurch besser willkommen heißen konnten, weiß ich nicht. Vielleicht lag es auch daran, dass alle meine Mitschüler schon ein halbes Jahr in dieser Klasse verbracht hatten und somit deutlich entspannter waren, oder daran dass der Alltag in meiner italienischen Schule deutlich stetiger ist, da man kaum den Klassenraum wechselt und alle Kurse mit den gleichen Mitschülern hat. Alles in allem, war ich auf jeden Fall freudig überrascht über mein rasches Eingewöhnen. 

Für alle Austauschschüler die ein Jahr in der italienischen Schule verbringen möchten, muss ich auch sagen, dass italienische Schüler wahnsinnig viele Schulbücher haben. Oft kommt es vor, dass man für ein einziges Fach zwei oder Drei Bücher braucht. Ich persönlich habe kein einziges gekauft, da ich nur 4 Monate hier verbringe und ein paar Lehrer mir extra Material geben konnten, aber ich kann mich vorstellen, dass einige Lehrer von einem Gastschüler, der für ein ganzes Jahr Teil der klasse ist, verlangen würde die meisten Schulbücher auch zu kaufen. 

Am dritten Tag meines Aufenthalts in meiner neuen Klasse, bekamen meine Mitschüler einen Test zurück, schauten ihn sich an, verbrachten die Stunde damit, dem Lehrer Fragen über Fehler zu stellen, und gaben ihm dann alle den Test wieder zurück. Ich fragte eine Freundin von mir, wann sie den Test denn endgültig zurück bekommen würden, und lernte, dass zumindest in meiner Schule, die Schüler ihre Tests nicht behalten dürfen. Die große Mehrheit der Tests wird hier von er Schule Archiviert. Das finde ich nach wie vor irgendwie seltsam, auch wenn die Schule mit Sicherheit ihre Gründe dafür hat. 

Mir ist auch aufgefallen, das es ziemlich häufig vorkommt, dass an den Schulen Deutsch Unterrichtet wird. Ich weiß nicht, wie es im Süden ist, aber hier in Mittelitalien und im Norden unterrichten es die meisten Technischen Institute und die Licei Linguistici. Das kann ein Segen und ein Fluch sein, denn einerseits ist es das Fach in dem ich keine Probleme habe und in dem ich meinen Freunden helfen kann, aber andererseits kam es während der Schulzeit oft vor, dass die Lehrerin mich bat, vor der Klasse irgendwelche Geschichten in sehr langsamen Deutsch zu erzählen, was im Nachhinein lustig ist, mich aber in dem Moment nicht so wirklich amüsierte. 

Im Allgemeinen gibt es in den Italienischen Schulen keine Kantinen für ein Mittagessen, in meiner schule aber eine gut ausgestattete Bar. Meine Klasse hat da, wie ich finde, eine ziemlich effiziente Methode entwickelt, um ihre Snacks zu kommen bevor alles alle ist. Während der ersten Stunde wird ein Zettel herum gereicht, auf den man schreiben kann ob man etwas für die zweite Schulpause haben möchte. Freiwillige bringen dann meistens den Zettel und das eingesammelte Geld zur Bar, und holen in der zweiten Pause das Essen für alle ab. 

Summa summarum, ich hatte eine wirklich gute Zeit in meiner italienischen Schule, und ich werde einige Dinge sehr vermissen.

Giulia war eine Klassenkameradin von mir, die mittlerweile meine beste Freundin hier ist. 

 

Silvia und ich shoppen: Jetzt wo hier alle Läden wieder aufhaben, müssen Silvia und ich das natürlich voll ausnutzen. Hier in Florenz gibt es eine riesen Anzahl Vintage Läden die man sich auf jeden Fall mal anschauen sollte.