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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Mathilda in Italien

In Krisenzeiten im Ausland

Hallo und herzlich willkommen zum zweiten Bericht aus Italien. Die momentane Situation erlaubt es mir, über etwas zu schreiben, das nicht zwangsläufig etwas mit Italien zu tun hat, aber eher damit, in einer Krisensituation nicht zuhause zu sein. Ich hatte mich Mitte März mit meinen Eltern und meiner Gastfamilie dazu entschieden in Italien zu bleiben. Ich wollte das so, da es mir hier sehr gut geht, und ich gerne weiter Italienisch lernen wollte. Ich bin weiterhin der Meinung, dass es eine gute Entscheidung war, aber es haben sich auf jeden Fall einige Dinge entwickelt, über die zu schreiben, ich als wichtig empfinde.

Wann immer ich die schulische Situation in Krisenzeiten hier in Italien zur Sprache bringe, neigen die meisten in Deutschland dazu, überrascht zu sein. Das liegt daran, dass ich gelernt habe, dass Italien deutlich besser digitalisiert ist, zumindest im schulischen Sektor. Die allermeisten Schulen hier haben eine Website, und in vielen Fällen sogar eine Schul-App. Auch die Lehrer haben sehr schnell reagiert, sodass wir innerhalb ein paar Wochen regelmäßigen online-Unterricht hatten. Auch wenn das manchmal nur so mäßig funktioniert, ist es doch besser, als endlos viele schriftliche Aufgaben von den Lehrern zugesandt zu bekommen, wie ich das von vielen meiner Deutschen Freunde höre. Meine Lehrer finden sogar die Zeit, extra Aufgaben und Projekte für mich zu finden, die auf mein Sprachlevel ausgelegt sind. Ich finde das sehr beeindruckend.

Ich verstehe mich zum Glück auch weiterhin sehr gut mit meiner Gastfamilie, wobei ich aber auch sagen muss, dass wir in einem einigermaßen großen Haus leben, mit kleinem Garten, wo es leicht fällt sich aus dem Weg zu gehen, wenn man das wollen würde. Um uns die Langeweile, von der es reichlich gibt, zu vertreiben, backen meine Gastschwester und ich, schauen Filme zusammen oder versuchen uns anderweitig zu beschäftigen.

So generell komme ich sehr gut klar, auch wenn mir mein Zuhause deutlich mehr fehlt als es unter normalen Umständen der Fall wäre. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich natürlich mehr mit meinen Eltern und Freunden in Deutschland in Kontakt stehe. Andererseits ist das auch eine ziemlich gute Art und Weise „to kill time“.

Natürlich sind auch die Maßnahmen in Italien deutlich strenger, sodass man sich nur 200 Meter von seiner Haustüre entfernen darf, vor dem Lebensmittelladen endlos Schlange steht, und auch mit dem Auto nicht aus seiner Kommune heraus darf. Ich hoffe, dass bald einige Lockerungen eintreten. Bis jetzt sieht es so aus, als würden gegen Anfang Mai zumindest die kleinen Läden wieder öffnen dürfen, und man mehr Bewegungsfreiheit erlangen, aber die Schulen bleiben bis September geschlossen.