!DOCTYPE html>

Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Charlotte in Italien

Weihnachten und Silvester in Italien

Auch wenn es mittlerweile bereits Mitte Januar ist, habe ich euch noch immer nicht vom Dezember in Italien erzählt. Der interessanteste Punkt dieses Monats wird für euch sicherlich sein, wie man die Feiertage hier verbringt. Während bei uns ja bekanntlich mit Adventskalender und -kranz überall auch der Advent zu spüren ist, kommt dieser in Italien kaum zur Geltung, da diese beiden adventstypischen Elemente nicht zu finden sind und auch Weihnachtsmärkte nicht wirklich vorhanden sind.

Aus diesem Grund habe ich mich vor den eigentlichen Feiertagen nur wenig weihnachtlich gefühlt, auch wenn meine Gastfamilie das ganze Haus bereits am 1. November weihnachtlich geschmückt hatte. Traditionell stellt man den Tannenbaum jedoch am 8. Dezember, also Maria Verkündigung, auf und schmückt dann auch erst das Haus. Weiterhin gegensätzlich zu uns gibt es in Italien den Nikolaus nicht und der 6. Dezember ist ein normaler Tag.



Unsere Weihnachtsferien haben am 23. Dezember angefangen, wobei der Samstag, der 22. , mehr eine gemeinsame Weihnachtsfeier der ganzen Schule als ein Schultag war. Am 24. Dezember, der Vigilia, gab es eine große Familienfeier bei der einen Tante, wo circa 30 Personen der Familie anwesend waren und sehr viel gegessen wurde. Dann um Mitternacht haben wir alle Angestoßen und jedem einzelnen, was bei 30 Leuten seine Zeit braucht, „Frohe Weihnachten“ gewünscht und danach wurden (sehr zur Freude der kleinen Cousinen) die Geschenke mit den entfernteren Verwandten, also Tanten und Cousinen ausgetauscht, während die der Eltern erst am Morgen des 25. ausgepackt werden, da für die Italiener mit Weihnachten der 25. Dezember gemeint ist und die Geschenke auch hier der Weihnachtsmann (Babbo Natale) über Nacht bringt.

Ich bin meiner Gastfamilie auf jeden Fall sehr dankbar, dass sie dabei auch mich bedacht hat und kann mein Glück, das ich mit meiner Gastfamilie habe, kaum fassen. Der 26. gehört offiziell zwar nicht mehr zu Weihnachten, ist jedoch trotzdem Feiertag, da es sich um Sankt Stefanus handelt, wobei mir bisher noch keiner erklärt hat, wer genau Sankt Stefanus ist bzw. wieso das so ein großer Feiertag ist. An beiden dieser Tage geht auch das Festessen weiter, teils mit der Familie teils mit Freunden.

Eine kampanische/ napoletanische Tradition zu Weihnachten ist das Spiel der Tombola, was im Prinzip Bingo ist, aber auch in der napoletanischen Variante mit verschiedenen Bedeutungen der einzelnen Zahlen gespielt werden kann. Auch verschiedene Kartenspiele (mit napoletanischen Karten) werden häufig vorgeschlagen, wobei immer um Geld gespielt wird, kurz gesagt das Glücksspiel blüht also auf in der weihnachtlichen Zeit. Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester gingen dann auch recht schnell vorüber. Ich hatte einige Proben der Theatergruppe meiner Schule und ansonsten haben wir die Zeit mehrheitlich mit Essen, egal ob mit Freunden oder Familie, verbracht.

An Silvester sind wir abends wieder zu Tante Desiree gefahren, da sie in der Familie das größte Haus besitzt, wodurch dieses sich besonders für die Feiern eignet. Da Silvester jedoch im Gegensatz zu Weihnachten nicht als reines Fest im Kreise der Familie betrachtet wird, bestand die „Familienfeier“ aus der Familie, den Freunden der Familie, der Familie der Freunde der Familie, den Freunden der Familie der Freunde der Familie und so weiter, sodass wir im Endeffekt ca. 70 Personen waren. Nach dem gemeinsamen Anstoßen und dem Feuerwerk, das hier tendenziell ein bisschen aggressiver als das in Deutschland ist, um Mitternacht, begeben sich die meisten Jugendlichen entweder zu weiteren Feiern mit Freunden oder gehen aus z. B. auf dem Corso. Ich habe mich dem jedoch verweigert und bin als eine der wenigen jüngeren Personen auf der Familienfeier geblieben.

Am 1. Januar haben sich dann mittags alle noch zum gemeinsamen Essen im Restaurant getroffen und dann war die Zeit des ausschließlichen Essens auch wieder vorbei. Am 2. Januar sind mein Gastbruder, zwei der Cousinen und ich mit dem Bus nach Salerno gefahren, um dort die Lichter, die Altstadt und das Meer anzuschauen, da ich trotz der Nähe zu Avellino bis dahin noch nicht in Salerno war.




Der letzte der Feiertage war dann der 6. Januar, an dem die Befana kommt. Die Befana ist eine alte Hexe, die in der Nacht vom 5. zum 6. durch den Kamin in die Häuser steigt und in die dort aufgehängten Strümpfe Süßigkeiten für die guten und Kohle für die bösen Kinder füllt. Und so habe ich morgens also einen Strumpf mit meinem Namen am Kamin gefunden, in dem verschiedene Süßigkeiten und auch ein Kohlestück, das man aber essen konnte, wie ich herausgefunden habe, enthalten waren. In den letzten Tagen unserer Weihnachtsferien hat es dann tatsächlich geschneit in Avellino und so haben wir noch einen Tag im Schnee verbracht, bevor dann am 7. Januar die Schule wieder los ging.

Damit beende ich diesen Bericht, sodass ich euch im nächsten noch etwas vom Januar zu erzählen habe.






Charlotte verbringt ihren Austausch in Avellino, Italien. Hast du auch Lust auf einen Austausch in Italien? Dann vereinbare noch heute einen Beratungstermin!

Beratungstermin vereinbaren