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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Charlotte in Italien

Schule und Corso

Seit meinem ersten Bericht ist nun bereits ein Monat vergangen, was bedeutet, dass ich jetzt zweieinhalb Monate in Italien bin. Die Zeit verfliegt sehr schnell und ich kann es kaum glauben, dass ich schon so lange hier sein soll. Da ich sagen würde, dass ich mittlerweile hier auch richtig im Alltag angekommen bin, werde ich euch diesen schildern. Zunächst einmal muss gesagt werden, dass man in Italien auch am Samstag in die Schule geht, weswegen meine Tage vor allem davon bestimmt werden.

Der Unterricht beginnt um 8:20 Uhr (wobei sowohl Schüler als auch Lehrer meistens zwischen 8:20 Uhr und 8:30 Uhr eintreffen) und endet an zwei Tagen um 14:20 Uhr, sonst um 13:20 Uhr und samstags um 12:20 Uhr. Theoretisch gibt es keine Pausen zwischen den einstündigen Unterrichtseinheiten, jedoch entstehen diese automatisch, da nicht die Schüler, sondern die Lehrer die Klassenräume wechseln. Durch diese kleinen Lücken wird der Unterrichtstag trotzdem nicht zu anstrengend.

In meiner Klasse sind wir 20 Schüler (18 Mädchen und 2 Jungen), wobei es an der Schule durchaus auch Klassen mit nahezu 30 Schülern gibt. Wie ich bereits im letzten Bericht erwähnt habe, liegt der Schwerpunkt meines Liceos auf den klassischen Fächern, sodass ich hier einige Fächer habe, die in Deutschland nur an wenigen Schulen angeboten werden, wie Altgriechisch, Kunstgeschichte und Philosophie. Dahingegen liegen sie in den naturwissenschaftlichen Fächern vergleichsweise zurück. Den Unterricht selbst beschreibt, finde ich, bereits das Klassenzimmer sehr gut, weswegen ich euch auch ein Foto desselben in den Bericht eingefügt habe. Genau wie das Smartboard neben der Tafel, die verhältnismäßig alt aussieht, und dem Kruzifix, so ist auch der Unterricht von dem Kontrast zwischen altem Frontalunterricht und neuesten Textbüchern und Unterrichtsmaterialien bestimmt - vom Kontrast zwischen Tradition und der Veränderung.


Ich besuche übrigens das dritte Jahr des Liceos, in dem auch hier die Oberstufe anfängt und was altersmäßig auch unserer 11. Klasse entspricht, jedoch müssen die italienischen Jugendlichen insgesamt 13 Jahre zur Schule gehen.

In meiner Freizeit nehme ich auch an der Theatergruppe meiner Schule teil, wo wir im Moment für die Aufführung der Tragödie „Phaedra“ proben. Ich rate jedem, sich während seines Auslandsaufenthaltes eine Freizeitgruppe zu suchen, da man dort seine sozialen Kontakte sehr schnell erweitern kann und außerdem auch einen freizeitlichen Ausgleich zur Schule hat. In meiner Theatergruppe hier sind alle sehr aufgeschlossen und es hilft mir außerdem beim Lernen der Sprache. Des weiteren gehe ich auch zum Conservatorio, wo ich Geigenunterricht nehme.

Der wichtigste Teil des Alltags der Jugendlichen hier ist jedoch sicherlich der Samstagabend, der zum Ausgehen genutzt wird. Ich hatte es bereits im anderen Bericht erwähnt, allerdings verdient dieser Teil doch noch einen eigenen Kommentar: der Corso. Im Prinzip ist das die Fußgängerzone der Stadt, eine relativ lange und breite Straße mit Geschäften und Cafés. Der Samstagabend besteht also mehrheitlich darin, dass man mit Freunden den Corso hinauf- und hinuntergeht. Dabei isst man und trifft vor allem diverse Bekannte. Für mich war das am Anfang sehr verwirrend, zu sehen, wie viele Menschen sich hinaus in die Kälte (denn auch in Italien ist es abends im November kalt) stürzen, „nur“ um einige Stunden mit den Freunden immer die gleiche Straße entlangzugehen, doch mittlerweile macht das tatsächlich Spaß.

Vielleicht auch noch ein paar Worte zu der Region, in der ich jetzt lebe, also Kampanien, d.h. die Gegend, in der auch Neapel, Pompeii, die Amalfiküste, der Vesuv, Salerno und Paestum zu finden sind. Dadurch kann ich von meiner Stadt, die nicht am Meer sondern weiter in den Bergen liegt, im Prinzip alle diese großartigen Orte erreichen. Tatsächlich war ich bisher zwar nur in Neapel, aber ich freue mich bereits darauf, auch die anderen kennenzulernen.

Das war es jedoch für jetzt erst einmal von mir, im nächsten Bericht werde euch dann von Weihnachten und Neujahr in Italien berichten.




Charlotte verbringt ihren Austausch in Avellino, Italien. Hast du auch Lust auf einen Austausch in Italien? Dann vereinbare noch heute deinen Beratungstermin!

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