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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Milena in Irland

Verfrühter Abschied

Im letzten Bericht habe ich noch fröhlich verkündet, dass ich trotz Covid 19 in Irland bleiben kann, doch nach wenigen Wochen sah die Situation schon ganz anders aus…

Ich hatte meinen letzten Beitrag gerade fertig getippt und war nach unten gegangen um Mittag zu essen, als meine Gastschwester verkündete, dass sie bald nach Hause fliegen würde, da ihre Oma kürzlich verstorben war. Das traf mich völlig unvorbereitet und ich fragte mich wirklich „Was soll ich jetzt machen?“. Zusammen mit ihr waren die letzten Wochen schnell vergangen, da wir uns immer irgendwie beschäftigt haben und gemeinsam etwas unternommen haben. Und das würde nun nicht mehr möglich sein, ich würde niemanden mehr in meinem Alter haben.

Innerhalb von zwei Tagen war ihr Flug gebucht, ihr Koffer gepackt und wir machten uns noch zwei letzte schöne Tage. Ihr Flug ging um sieben Uhr morgens, deshalb fuhr mein Gastvater sie um ein Uhr nach Dublin. Ich blieb noch so lange wach um mich von ihr zu verabschieden. Wir hatten einen lustigen Abend, doch als sich der Abschied dann anbahnte, wurden wir immer trauriger und als wir uns dann verabschieden mussten, waren wir beide schon lange am heulen. Wir knipsten noch ein letztes Familienfoto und dann stieg sie ins Auto und war weg.

In den nächsten Tagen schaffte ich es irgendwie mich zu beschäftigen und verbrachte auch viel Zeit mit meiner Gastfamilie, doch die ersehnte Öffnung der Schulen, die eigentlich am 20. April geplant war, wurde immer unwahrscheinlicher.

Schließlich musste ich mich auf Rat meiner Organisation und meiner Familie, schweren Herzens dazu entscheiden, ebenfalls die Heimreise anzutreten. Es wird wohl noch einige Zeit vergehen, bis die Schulen in Irland wieder öffnen werden, ich meine Freunde wieder hätte sehen können und alles wieder zur Normalität zurückkehren wird.

Also informierte ich meine Organisation, die mir sofort einen Flug organisierte, der schon zwei Tage später ging. Ich versuchte noch restliche Angelegenheiten mit der Schule zu regeln, alles in meinen Koffer zu stopfen und noch eine schöne Zeit mit meiner Gastfamilie zu verbringen. Leider konnte ich mich von meinen Freunden nicht wirklich verabschieden, allerdings kam meine beste Freundin am Tag vor meiner Abreise vorbei und gab mir ein kleines Abschiedsgeschenk. Sie verabschiedete sich noch einmal persönlich und meinte außerdem, dass sie hoffe mich bald wiederzusehen und ich auch in den Sommerferien gerne eine Woche bei ihnen wohnen könne. Dabei standen wir natürlich zwei Meter voneinander entfernt.

Als ich mir ihr Geschenk später ansah, flossen auch schon wieder die Tränen. Sie hatte mir eine Fotocollage gebastelt und während ich mir diese so ansah, wurde mir klar, wie viel Glück ich hatte, schon am ersten Schultag so gute Freunde gefunden zu haben. Und, dass es überhaupt nicht wichtig ist, was wir alles nicht mehr unternehmen und erleben konnten, denn wir hatten auch so eine tolle Zeit.


Am Donnerstag morgen stand ich dann um 4 Uhr auf und verabschiedete mich von meiner kleinen Gastschwester und meiner Gastmutter, die mir noch versicherte, dass sobald alles wieder zur Normalität zurückgekehrt ist, ich jederzeit wieder kommen kann und immer willkommen bin.

Dann fuhr mich mein Gastvater nach Dublin, ich verabschiedete mich noch von ihm und saß dann weinend am Flughafen. Während ich dort saß, wurde es mir erst richtig bewusst: Mein Auslandsjahr ist vorbei.

Meine beiden Flüge verliefen sehr entspannt und in München wurde ich von meiner Mutter in Empfang genommen.



Die ersten Tage waren etwas merkwürdig, ständig fiel mir etwas Neues auf, von dem ich mich fragte ob es denn schon immer so gewesen war, nur um dann festzustellen, dass eigentlich wirklich alles so war, wie ich es zurück gelassen hatte. Das einzige, das sich verändert hat, bin ich selbst.

Und allein dafür bin ich unendlich dankbar. Mir ist klar, dass eigentlich nichts so lief wie geplant und besonders der Abschied sehr überstürzt war. Aber am Ende, wenn ich auf die letzten Monate zurückblicke, glaube ich, dass alles genau so gekommen ist wie es sollte, alles einen Sinn hatte und jeder Moment und jedes Erlebnis unfassbar wertvoll ist und mir für immer im Gedächtnis bleiben werden.