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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Milena in Irland

Der Corona Virus - Was er für Austauschschüler/innen bedeutet

Im Gegensatz zu den letzten Artikeln, gibt es in diesem keine außergewöhnlich schönen Erfahrungen mitzuteilen, aber dennoch, außergewöhnliche … .

Auf Grund der Corona-Krise ist auch in Irland mittlerweile alles geschlossen: Restaurants, Kinos, Fitnessstudios und natürlich Schulen. Besonders für Austauschschüler war dieser Monat voller Höhen, Tiefen und vor Allem Veränderung. Gleich vorweg, ich werde in Irland bleiben, da es hier weitaus weniger Fälle gibt und insgesamt relativ gut mit der Situation umgegangen wird. Durch einen Heimflug würde ich nur eine Infektion riskieren und trotz Schulausfall und Quarantäne mache ich hier immer noch neue Erfahrungen, lerne dazu und verbringe viel zeit mit meiner Gastfamilie.

Aber alles von Anfang:

Natürlich waren die Nachrichten schon seit Wochen voll von den neuesten Corona-Entwicklungen und am Anfang des Monats, jeden Tag als ich von der Schule heimkam, meinte meine Gastmutter: „This Corona virus is getting really serious now“. Trotzdem war ich nicht wirklich besorgt, da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht betroffen war und der Alltag wie gewohnt stattfand. Ich ging zur Schule, traf mich mit Freunden und es war alles wie immer.

Dann am 12 März, nachdem schon erste Ausflüge für die kommenden Tage abgesagt wurden, hieß es dann ganz unvermittelt, dass die Schulen geschlossen werden, vorerst für zwei Wochen. Um mich herum freuten sich alle auf ihre „Corona-Ferien“, aber das war das erste Mal, dass ich mir wirklich Sorgen gemacht habe. Nicht etwa, dass ich mich anstecke, sondern, dass die Schulen länger geschlossen bleiben und ich nach Hause fliegen muss. Am selben Tag folgte ein Krisen Meeting mit der Direktorin, die uns erklärte, dass falls wir in den Osterferien nach Hause fliegen wollten, wir nicht wieder kommen können, bzw. nicht mehr auf diese Schule gehen können. Das hatte ich zwar sowieso nicht geplant, allerdings wollten meine Schwester und meine Freundin mich besuchen kommen, was ich jetzt natürlich auch vergessen konnte.

Nach diesem letzten Schultag passierte dann alles ganz plötzlich, viele Austauschschüler brachen überstürzt und ohne richtigen Abschied nach Hause auf, unter Anderem eine meiner Besten Freundinnen. Da sie eigentlich Anfang April nach Hause geflogen wäre, hatte sie Angst, dass dieser Flug abgesagt wird und sie in Irland festsitzen würde. Das war der erste Tiefschlag, wir hatten noch so viel geplant und jetzt musste ich mich völlig unvorbereitet von ihr verabschieden. Wir gingen noch ein letztes Mal in unser Lieblingscafe und dann hieß es schon Abschied nehmen.

Die nächsten Tage waren dann jedoch ganz schön, nach Monaten kam endlich mal wieder richtig die Sonne raus und es wurde unerwartet warm. Außerdem ging meine Gastmutter mit uns frühstücken um uns alle ein bisschen aufzuheitern. Insgesamt bin ich momentan sehr dankbar für meine Gastfamilie, da sie sich (besonders meine Gastmutter) so viel Mühe geben, damit uns nicht langweilig wird und uns in dieser Zeit sehr unterstützen.

Also wurden die nächsten Tage mit einem Pancake Frühstück, langen Spaziergängen, Brettspielen, Trampolin spielen, Just Dance, einem Koch-Wettbewerb verbracht und (an St Patricks Day) einer Spielzeug Parade im Wohnzimmer. Zudem haben wir eine neue Routine eingeführt: Montag bis Freitag, von 10 bis 13 Uhr machen wir Hausaufgaben und lernen für die Schule, damit wir weiterhin produktiv bleiben und das Denken nicht ganz verlernen…

Eigentlich war dann auch alles wieder in Ordnung und wir waren für die nächsten Wochen gerüstet, doch dann folgte der zweite Tiefschlag:

Nun wollte auch meine Mutter, dass ich nach Hause komme. Aufgrund der Empfehlung meiner Organisationen, dachte sie, es sei sicherer jetzt nach Hause zu kommen, bevor es noch schlimmer wird und ich im Juni meinen Flug nicht mehr nehmen kann. Auch das traf mich völlig unerwartet, da meine local coordinatorin und auch meine Gastfamilie sehr entspannt waren und die Fälle in Irland schon wieder weniger wurden. Glücklicherweise konnten ich und ein Gespräch mit meiner Gastmutter meine Mutter dann überzeugen und ich darf vorerst hierbleiben.

Seit diesem Gespräch verlief dann alles wieder wie gewohnt und wir sind mittlerweile an unseren neuen Alltag gewohnt, auch wenn die Regeln noch einmal verschärft wurden; Wenn man jetzt spazieren geht, muss man sich in einem Umkreis von 2km von seinem Haus entfernt aufhalten und natürlich darf man sich nicht mehr mit anderen treffen. Aber das haben wir davor auch schon nicht mehr gemacht.

Die ganze Situation ist gerade sehr ungewohnt und vor einem Jahr, als ich mich auf mein Auslandsjahr vorbereitet habe, habe ich natürlich nicht damit gerechnet, dass eine Pandemie ausbricht. Aber ich versuche gerade einfach so gut es geht mit der Situation umzugehen und hoffe sehr, dass nach den Osterferien die Schulen wieder öffnen und spätestens im Mai, alles wieder einigermaßen zur Normalität zurückkehrt, so dass ich wenigstens noch einen letzten schönen Monat in Irland verbringen kann.