!DOCTYPE html>

Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Image can't be displayed.

Hannah in Bristol

Abschied nehmen

Wieder zu Hause angekommen ist es nun der perfekte Zeitpunkt um einmal auf mein gesamtes Auslandsjahr reflektierend zurückzuschauen und ein Fazit zu erstellen. Doch zuerst reisen wir ein Stück zurück um die letzten und meiner Meinung nach intensivsten Wochen Revue passieren zu lassen, da ich mich niemals mehr zu Hause und zugehörig fühlte wie in den letzten Tagen, als der Abschied immer näher rückte.

Eine Sache, die wie selbstverständlich beginnt, ich allerdings noch nie vorher erfahren habe, ist dieses konstante Zeitbewusstsein, welches einen die 10 Monate unabdingbar verflogt. Im Monatsrhythmus zählt man von 10 runter, wie ein kleines Kind, welches grad die ersten Zahlen lernt, vergleichsweise zu meiner Bedeutung dieser Nummern geradezu lächerlich. Obwohl man weiß, was einen nach diesem Countdown erwartet, das Zuhause, das Land in dem man mehr als 16 Jahre seines Lebens verbracht hat, ist einem doch mehr als bewusst, dass dies ein Umbruch ist und es nie wieder so sein wird wie in diesem Augenblick. Die Vergänglichkeit und ihre Unausweichlichkeit wird einem extrem bewusst wie nach dem griechischen Philosophen Heraklit: „Nichts ist so beständig wie der Wandel“.



Das letzte Wochenende verbrachte ich mit meiner Gastschwester und ein paar anderen Austauschschülern und Schulfreunden in London, um dem Summertime Ball 2019 im Wembley Stadium teilzuhaben, als der krönende Abschluss dieses Jahres. Es war ein unglaublicher Nachmittag, an welchem wir neben Mark Rohnson, Anne Marie und Halsey, auch Jess Glynne und Maroon 5 und die Jonas Brothers live erleben durften. Darüberhinaus besuchten wir noch einmal unsere Lieblingsecken Londons wie Camden Town, Covent Garden, die Tower Bridge, sowie Sky Garden, welchen ich jedem Touristen als Aussichtsplattform mit einem wunderbarem Ausblick ans Herz legen kann.




An dem letzten Sonntag, zwei Tage vor meinem Abflug, überraschten uns ein paar Schulfreunde mit einem Picknick inklusive italienischen Kartenspielen, Fußballspiel und einem gemeinsamen Abendessen. Ein anderes prägendes Ereignis trug sich in meinem Theater und Drama Kurs zu, als meine Klassenkameraden mir ein Abschiedsgeschenk in Form eines "Alice in Wonderland" Buches überreichten. Dies berührte mich sehr, da es sich um eine zweisprachige Ausgabe (English-Deutsch) handelte. Es sind diese besonderen Momente an die man sich, auch wenn man wieder zu hause ist, gerne erinnert und mit ganz bestimmten Emotionen verbindet. Allerdings sind es auch die kleinen Dinge, die ich vermisse oder an die ich noch immer ab und zu denke, wie zum Beispiel unseren gelben Schulbus mit dem sehr lieben Busfahrer, welcher sich mit jedem stundenlang unterhalten konnte.

Als ich dann schlussendlich nach 300 Tagen wieder meine Familie und Freunde traf, fühlte sich dies überraschend selbstverständlich an, allerdings zeigte sich Veränderungen als ich sehr vertraute Orte betrat, wie mein Haus, meine Schule oder die Innenstadt. Das Gefühl, welches ich empfand ist schwer zu beschreiben, eine Mischung aus merkwürdigem Deja-vu und Neugier, obwohl ich wusste, wie alles aussieht.

Alles in allem war dies wohl das größte Abenteuer meines Lebens bis jetzt und ich bin unglaublich stolz auf mich und froh, dass ich diese Chance wahrnehmen konnte. Auch wenn nicht alles immer rund lief und ich mich manchmal überfordert und ein bisschen allein gefühlt habe, hat dies alles dazu geführt, dass ich jetzt um einiges an Selbstvertrauen und Unabhängigkeit dazugewonnen habe. An schwierigen Aufgaben und unüberwindbar scheinenden Steinen, die auf dem Weg liegen, lernt man zu wachsen, nach dem Motto: 'What doesn't kill you makes you stronger'.

Darüberhinaus überwiegen die guten Erfahrungen, welche mich unfassbar stark geprägt haben und auch noch in Zukunft werden...Denn so schnell werde ich die vielen inspirierenden Menschen, Ereignisse und Orte, die ich während diesem Jahr kennen lernen durfte, nicht vergessen.