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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Anna in Manchester

Mein Auslandsjahr beginnt

Einen Austausch zu machen und, wie in meinem Fall 10 Monate von zu Hause weg zu sein, ist ein unglaubliches Privileg, eine Erfahrung fürs Leben und eine Möglichkeit, erwachsen zu werden. Man lernt neue Leute kennen, besucht eine neue Schule und lebt in einer anderen Kultur.

Ich bin eine von vielen Austauschschülern, die das Glück haben, all das zu erleben und eine so große Reise antreten zu dürfen. Mein Name ist Anna, ich bin 16 Jahre alt, spiele Geige und bin seit Ende August für 10 Monate in England. Zusammen mit meinen Gasteltern (66, 70) und meiner Gastschwester (26) lebe ich in einem schönen, typisch britischen Haus in Didsbury, einem Vorort von Manchester. Ab und zu kommt meine zweite ältere Gastschwester mit ihrem 3-jährigen Sohn zu Besuch.



Die Loreto Grammar School, meine Schule für die Zeit hier, liegt etwa eine halbe Stunde Busfahrt von meinem Haus entfernt, die ich normalerweise immer für Hausaufgaben nutze. Jeden Samstag besuche ich das Royal Northern College of Music und bin Teilnehmerin des dortigen Junior RNCMs. Also auch für Musikbegeisterte sollte ein Austausch nicht das Ende der „Musikkarriere“ bedeuten, sondern vielmehr eine Möglichkeit viele, viele neue Erfahrungen zu sammeln!!

Didsbury bietet viele Möglichkeiten am Wochenende unterwegs zu sein, Sport zu machen, Freunde zu treffen und vor allem lecker essen zu gehen. Die vielen Gärten und Parks in der Umgebung sind super um an sonnigen Tagen Spaziergänge zu machen, Joggen zu gehen oder einfach mit Freunden und Familie einen schönen Tag zu verbringen, falls es mal nicht regnen sollte hier in Endland ;) Aber auch für die regnerischen Tage gibt es Schwimmbäder, Kletterhallen (in einem anderen Vorort ganz in der Nähe), Restaurants und vieles mehr. Das Beste aber an einem solchen Vorort wie Didsbury ist, für mich persönlich, die Ruhe vom Großstadttrubel, obwohl man doch einigermaßen schell im Stadtzentrum Manchesters ist.



Da ich wegen des Musikunterrichts regelmäßig nach Manchester reinfahren muss, hat Educatius (die Partnerorganisation in England von DFSR) eine Gastfamilie ausgesucht, die relativ nah an all meinen Aktivitäten wohnt. Bedeutet, ich wohne nah genug an der Schule und an Manchester, sodass ich ohne Probleme und viel Zeitaufwand überall hinkomme. Dass ich 30 Minuten mit dem Schulbus zur Schule fahre, ist also recht ungewöhnlich. All die anderen Austauschschüler auf meiner Schule müssen nicht so weit fahren.

Meine Schule, die Loreto Grammar School in Altrincham, ist eine reine Mädchenschule mit Akademiestatus, Teil der weltweiten Loreto-Gemeinschaft und wurde 1909 von den Schwestern von Loreto, des Instituts der Heiligen Jungfrau Maria, gegründet. Die Schuluniform, die für alle Schülerinnen der siebten bis elften Klasse Pflicht ist, besteht aus einem gestreiften Blazer, einem blauen Rock oder einer blauen Hose, einem gelben Hemd mit Krawatte und schwarzen Lederschuhen. Als Schülerin der Oberstufe, auch Sixth Form genannt, muss ich mich nur nach einem Dresscode kleiden, der mir zwar ein wenig mehr Freiheit bietet, aber dennoch Office Kleidung vorsieht. Ich könnte mir trotz der strengen Regeln und den hohen Erwartungen keine bessere Schule vorstellen. Ich habe nicht nur das Glück, Zugang zu tollen Musikräumen zu haben, sodass ich täglich in der Schule Geige üben kann, sondern habe auch unglaublich nette, hilfsbereite und fürsorgliche Lehrer, bin ein Teil einer festen und sehr guten Schulgemeinschaft, habe besonders in
den Naturwissenschaftlichen Fächern, als auch in den anderen, qualitativ hochwertigen Unterricht und das Wichtigste: ich fühle mich wohl und habe schon jetzt super Freunde gefunden.

Zu Beginn der Planungen meines Auslandsjahres hatte ich einige Bedenken, welche Möglichkeiten ich in England haben werde, weiter Geigenunterricht oder im Allgemeinen Musikunterricht zu bekommen und somit mein wichtigstes Hobby weiter machen zu können. Ich habe mich also lange damit auseinandergesetzt, wie ich meiner Leidenschaft weiterhin nachgehen kann und bin zu dem Schluss gekommen, dass für mich eine Städtewahl die beste Möglichkeit wäre. Dadurch konnte ich mich letztendlich gezielt bei der Musikhochschule bewerben und habe nun einen unglaublich guten Lehrer. Für mich hätte es also nicht besser laufen können. Wenn ihr also ein Hobby oder eine Aktivität habt, die euch sehr am Herzen liegt, dann fangt entweder frühzeitig an, euch damit zu beschäftigen oder seit darauf eingestellt, flexibel zu sein. Ihr werdet immer die Möglichkeit haben, das zu machen, was ihr liebt und ihr habt auch immer Unterstützung vor Ort und könnt euch auf eure Organisation verlassen. Wovor ich auch Bedenken hatte war das Thema Heimweh. Aber glaubt mir, auch wenn ihr euer zu Hause und eure Freunde vermisst, das geht vorbei und vor allem findet ihr im Ausland eine neue Familie, neue Freunde und nach einiger Zeit ein neues zu Hause.

Mein Auslandsjahr hat begonnen und mein erster Monat war schonmal echt super! Ich bin wahnsinnig gespannt, wie die nächste Zeit wird, bin aber mindestens genauso sicher, dass auch die kommenden Monate klasse werden!!