Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Katharina in England

Schneesturm und Sahnehäubchen

Weihnachten rückte näher und näher und somit auch der Rückflug nach Deutschland über die Feiertage. Aber von vorn…

Treff mit Koordinator und Elternabend
Anfang des Monats hatten wir wieder ein Treffen mit all den anderen Austauschschülern und unserem Koordinator. Wenn so ein Treffen ansteht, dürfen wir uns gemeinsam ein Restaurant in der Umgebung aussuchen und die englische Partnerorganisation lädt uns zu einem Essen ein. Diesmal haben wir uns für „Wagamama“ entschieden, was hier in England eine ziemlich populäre Kette für japanisches Essen ist. Es war schön, mal wieder gemeinsam an einem Tisch zu sitzen, denn obwohl wir auf derselben Schule sind, kommt es selten vor, dass wir alle mal so vereint sind.

Ebenfalls im Dezember ergab sich dazu aber noch eine weitere Möglichkeit. Das Gastelternpaar einer anderen Austauschschülerin hatte unsere ganze Gruppe zum Christmas Dinner eingeladen, was eine tolle Gelegenheit war, sich über die Weihnachtsbräuche in den verschiedenen Ländern auszutauschen.

Im Dezember stand auch der erste Elternabend an meiner Schule an, was für viele Schüler Stress pur war. An diesem Abend geht man zusammen mit seinen Eltern in die Schule und hat ein kurzes Gespräch mit den Lehrern seiner drei Fächer. Den ganzen Tag hat sich alles nur um den bevorstehenden Elternabend gedreht. Mein Gastvater hat mich freundlicherweise begleitet. Ehrlich gesagt war es am Ende völlig unspektakulär. Gemeinsam mit den Lehrern ist man die Noten durchgegangen, und dann gab es noch ein kurzes Feedback pro Fach. Nach nicht einmal fünf Minuten hat man Platz für den nächsten Schüler gemacht und alle waren zufrieden. Warum meine englischen Mitschüler so aufgeregt waren, habe ich bis heute nicht verstanden.

Dragon Club

Wie bereits in meinem letzten Bericht angekündigt, stand im Dezember der Höhepunkt der Aktivitäten in meinem „Junior Dragon Club“ an. (Wer es nicht gelesen hat: Ich betreue ein Team von acht Grundschülern, das innerhalb eines Monats so viel Geld wie möglich sammeln muss. Für die Umsetzung muss das Team eigene, kreative Ideen finden. Das Geld soll einem Altersheim zugutekommen, aber gleichzeitig stehen wir dabei auch im Wettbewerb mit anderen Schulen.) Nach dem erfolgreichen Auftakt im November bestand der nächste Plan darin, neben selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen auch „Rentierfutter“ zu verkaufen. Das war eine geniale Idee der Kids, denn im Endeffekt handelt es sich dabei einfach nur um Haferflocken, die mit etwas Glitzer in kleine Säckchen gefüllt werden. Das Ganze streut man zu Weihnachten vor das Haus, damit die Rentiere anhalten und somit auch Santa Claus seinen Weg findet.

Eine gleichermaßen simple aber recht effektive Aktion war der „Christmas Jumper Day“  in der Grundschule, den wir für unser Projekt nutzen konnten. Jedes Kind durfte an diesem Tag für eine Spende von £1 anstelle der Schuluniform mit einem Weihnachtspullover in die Schule kommen. Das rechnet sich schon, wenn man bedenkt, dass an der Schule ca. 200 Kinder lernen und so gut wie niemand an dem Tag seine Uniform tragen wollte.

Die mit Abstand erfolgreichste und lustigste Aktion war auf jeden Fall „Pie face“ – eine wirklich grandiose Idee meiner Kids. Die Zutaten: ein großer Stapel Pappteller, reichlich Schlagsahne und eine nette Schulleiterin, die im Vorfeld überzeugt werden konnte, uns zu unterstützen. Und dann ging’s los. Jeder Schüler durfte – wieder für einen Beitrag von £1 – der Schulleiterin einen mit Schlagsahne gefüllten Teller ins Gesicht klatschen. Das war natürlich ein riesengroßes Event für die Schüler. Sie standen Schlange, um einmal in ihrem Leben ihrer Direktorin, die dafür extra auf einem Stuhl auf einer kleinen Tribüne saß, eine Portion Schlagsahne ins Gesicht zu werfen. Ich hätte es nie erwartet, aber es haben tatsächlich 175 Schüler diese Chance genutzt. Es war ein riesen Spaß für die Kids. Nur die Schulleiterin tat mir dann doch ein bisschen leid, wie sie da über eine Stunde völlig eingesaut ausharren musste. 


Schnee in Harpenden

Am Sonntag, den 10.12.2017 hat das Wetter in meinem Wohnort Harpenden dann wohl Geschichte geschrieben, denn es hat geschneit, und zwar sagenhafte 15cm. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, was denn daran so besonders sein soll, aber nach sieben Jahren ohne Schnee waren die Leute völlig aus dem Häuschen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie die Menschen hier wegen ein paar Schneeflocken ausgerastet sind. Die Busse fuhren nicht mehr, Züge und Flüge wurden gecancelt, und mit dem Auto war aufgrund nicht vorhandener Winterreifen sowieso keiner mehr unterwegs. Zur Freude vieler Schüler wurden in ganz Hertfordshire am nächsten Tag auch gleich einmal alle Schulen geschlossen, da es ja viel zu gefährlich gewesen wäre, zur Schule zu kommen. Lieber schön im Bett bleiben und ja keinen Fuß vor die Haustür setzen. Das habe ich natürlich nicht getan, sondern unter anderem unserem Hund Namba seinen ersten Schnee gezeigt. Erst nach drei Tagen legte sich der Trubel langsam wieder, denn der Schnee taute weg und Normalität kehrte wieder ein. Für mich war diese ganze Situation schon ziemlich belustigend, denn in Deutschland hätte sich niemand über etwas Schnee im Dezember beschwert.

 

Urlaub in Deutschland

Langsam aber sicher rückte dann auch der Tag meiner Abreise entgegen. Da ich ja „nur“ in England bin und nicht in Amerika oder Australien, ist es uns freigestellt worden, über Weihnachten und Silvester nach Hause zu fliegen. Bis auf eine dänische Schülerin haben das alle zehn Austauschschüler aus meiner Stadt auch genutzt. Es war schon irgendwie lustig, „Urlaub“ zuhause zu machen, aber gleichzeitig war es einer meiner besten Urlaube, die ich je hatte. Natürlich hätte es mich auch gereizt, das Weihnachtsfest mal in einer anderen Kultur zu erleben. Aber letztendlich war ich sehr froh, dass ich die Feiertage mit meiner Familie verbringen konnte. In Dresden war alles beim Alten, was komisch ist, wenn sich für einen selbst das ganze Leben verändert, aber zuhause rein gar nichts anders ist – bis auf das Londoner Herz, das ab sofort unseren deutschen Weihnachtbaum schmückt. Jedenfalls hatte ich einen tollen Jahresabschluss. Am zweiten Januar ging es wieder zurück auf die Insel – auch diesmal ohne Heimweh sondern mit der Vorfreude, meine Gastfamilie und meine Freunde in England wiederzusehen.

Katharina berichtet über ihr Austauschjahr in Großbritannien. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt in Großbritannien? Wir beraten dich gerne!

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