Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Katharina in England

Urlaub zwischen Ham und Sandwich

Es ist unglaublich, dass der zweite Monat schon wieder vergangen ist. Das heißt aber auch, dass schon ein Fünftel meines Auslandsschuljahres vorbei ist, was ich gar nicht wirklich realisieren kann. Alles ging so schnell und Mitte Oktober hatten wir dann auch schon unsere half term Ferien. Meine englischen Mitschüler empfinden den Schulalltag übrigens wesentlich stressiger als ich ihn im Vergleich zur Schule in Deutschland einschätze. Trotzdem habe auch ich mich auf die Ferien gefreut, die vollgepackt mit Aktivitäten waren.


Am ersten Ferientag bin ich wieder mit ein paar anderen Austauschschülern nach London rein gefahren. Wir sind den ganzen Tag einfach nur durch die kleinen Gassen im Stadtzentrum gelaufen und haben viele interessante Lädchen und Winkel Londons entdeckt. Außerdem haben wir dem Science Museum einen Besuch abgestattet. In London gibt es übrigens ganz viele Museen und Galerien, in die man kostenlos hinein kommt. Am nächsten Tag hatten wir ein Treffen mit dem Koordinator der englischen Partnerorganisation Educatius, der alle Austauschschüler der Region zu einem leckeren Pizzaessen eingeladen hatte. Für die nächsten fünf Tage hatte mich meine Gastfamilie zu einem Urlaub nach Kent eingeladen, worüber ich mich natürlich sehr gefreut habe. Am Mittwoch ging es dann auch schon los nach Deal.


Deal ist ein kleines Fischerdorf an der Ostküste Englands. Dort habe ich dann auch die ganze Großfamilie meiner Gasteltern kennengelernt. Wir haben alle gemeinsam in einem Ferienhaus gewohnt, sind viel gewandert und haben lustige Abende miteinander verbracht. Bei der Erkundung des Nachbarorts „Sandwich“ konnten wir es natürlich nicht lassen, zum Mittag ein Sandwich zu essen. Auf dem Rückweg haben wir uns auf die Suche nach dem berühmten Ham-Sandwich-Wegweiser gemacht und ihn tatsächlich gefunden. Ein wichtiger Grund für die Reise war die große Geburtstagsparty der Tante meines Gastbruders, die nach einem gemeinsamen Essen mit einem Quiz- und Spieleabend endete. Viel Spaß hatten wir vor allem beim Mischen der englischen und der deutschen Version Uno zu spielen. Ich fühle mich wirklich voll integriert in meine Gastfamilie, was natürlich auch dabei hilft, mein Englisch weiter zu verbessern.


Der Montag und der Dienstag nach den Ferien waren sogenannte „testing days“ an unserer Schule. In meinen drei Fächern waren je einstündige, schriftliche Tests zum gesamten bisherigen Unterrichtsstoff zu absolvieren. Ich hatte zwar etwas Probleme mit der Zeit, aber alles in allem war es eigentlich ganz in Ordnung. Der letzte Oktobertag war zwar hier kein Feiertag, aber zu Halloween zogen viele Kinder durch unseren Wohnort und forderten durch lautes „trick or treat“ Süßigkeiten ein. Unseren Vorgarten hatte ich dafür mit einem selbstgeschnitzten Kürbis verziert.

Ein Thema, über das ich gern berichten möchte, ist das Essen hier. Natürlich hatte ich am Anfang Bedenken, dass ich zu einer Gastfamilie komme, die sich deutlich anders ernährt als ich oder sehr viel Fastfood isst. Die englische Küche ist ja nicht gerade für ihren Gourmetcharakter bekannt. In meiner Gastfamilie sieht das aber ganz anders aus. Das Kochen ist ein großes Hobby meiner Gastmutter, weshalb sie auch fast jeden Abend über eine Stunde in der Küche steht und wundervolle Gerichte zaubert. In den zwei Monaten gab es nicht einmal das selbe Gericht, denn meine Gastmutter probiert jeden Abend etwas Neues aus. Normalerweise essen wir immer Fisch, Fleisch und vegetarisch abwechselnd in den verschiedensten Variationen. Einmal in der Woche backe ich für meine Gastfamilie, worüber sie sich wirklich freut. Über das Schulessen kann ich ebenfalls nur Positives berichten, da jeden Mittag frisch gekocht wird, was bei meiner Schule in Deutschland nicht der Fall war. Sehr praktisch ist dabei vor allem, dass ich mein Essen per Fingerabdrucksensor bezahlen kann und kein Bargeld dabei haben muss.