Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Katharina in England

Frühling in England: Exams, Street Dance Show & Nullmeridian

Der März, der März, der März ist da und damit auch Monat Nummer Sieben meines Auslandsjahres. Wie immer gibt es viel zu erzählen, denn jeder Monat hier ist wirklich einzigartig und voll mit Erlebnissen.

Eigentlich hatte ich gedacht, es wird endlich mal wieder schöneres Wetter hier, aber da hatte ich mich wohl getäuscht. Anfang März kam noch einmal eine ordentliche Kältefront. Wir hatten bereits das zweite Mal diesen Winter reichlich Schnee. Dazu muss ich sagen, dass es hier das letzte Mal vor sieben Jahren geschneit hat. Da kann man sich bestimmt vorstellen, wie die Menschen hier auf Schnee reagieren. Wir hatten eine ganze Woche verkürzten Unterricht und die Busse sind erst recht nicht gefahren. Ein ähnliches Wetter würde in Deutschland wahrscheinlich keinen groß stören, aber die Engländer machen da ein riesiges Ding draus. Das liegt wahrscheinlich daran, dass niemand präpariert ist und man hier Schneeschippen, Winterreifen und Winterdienste vergeblich sucht. Zum Glück wurde es in den darauffolgenden Wochen etwas besser.


In der zweiten Märzwoche hatten wir unsere nächsten großen Exams. Dafür muss ich aber erst noch einmal kurz etwas zum Schulsystem erklären. In England ist es so, dass nur die drei großen Abschlussprüfungen in den drei gewählten Fächern zählen. Die Noten, welche man in den zwei Jahren Oberstufe erzielt, sind eigentlich nicht wirklich relevant. Ich finde das System ehrlich gesagt nicht so toll, da man dann so viel Druck am Tag der Abschlussprüfung hat. Wenn man in diesen Prüfungen dann schlecht abschneidet, muss man ein ganzes Jahr warten, um diese wiederholen zu können. Die Exams, welche wir schreiben mussten, sind also nur dafür da, eine Prüfungssituation zu üben. Die Schule nimmt es trotzdem sehr ernst. Wir mussten in einer großen Halle mit ganz vielen Einzeltischen sitzen. Die Lehrer sind die ganze Zeit durch die Reihen gelaufen und haben aufgepasst, dass man ja nicht spickt. Mir ist jedoch aufgefallen, dass viele Schüler für diese Exams überhaupt nicht lernen oder nur das Nötigste. Da kommt es dann auch zustande, dass in fast allen Fächern, in denen Austauschschüler in der Klasse sind, diese teilweise deutlich besser abschneiden als die englischen Schüler. Das gilt sogar für den Englischunterricht. Mir kommt es manchmal so vor, als würden viele der Schüler knapp zwei Jahre mehr oder weniger „chillen“ und dann kurz vor den Prüfungen versuchen, den gesamten Stoff der letzten zwei Jahre in ihr Gehirn zu stopfen. Das mag vielleicht gehen bei nur drei Fächern, aber sinnvoll ist es nicht wirklich.

Ein weiteres Event im März war eine Dance Show. Seit Anfang des Schuljahres bin ich Teil einer Street Dance Gruppe. Im März hatten wir unsere erste öffentliche Show. Insgesamt traten 20 Gruppen auf, von denen viele schon echte Profis waren. Da fünf Mädchen aus unserer Gruppe erst dieses Schuljahr mit Street Dance begonnen hatten und unsere Formation nur aus sieben Leuten bestand, fühlten wir uns anfangs schon etwas fehl am Platz. Wir haben es aber mit Humor genommen und einfach das Beste gegeben. Für diesen Auftritt hatten wir immerhin fast ein halbes Jahr geübt und dabei recht komplizierte Bewegungen einstudiert. Aufgrund der großen Schnelligkeit der Bewegungen war das Ganze nach eineinhalb Minuten schon wieder vorbei. Auch wenn nicht alles zu 100% nach Plan lief, hat es am Ende richtig viel Spaß gemacht. Ich hoffe, dass wir noch einmal die Möglichkeit bekommen, an so einem Event teilzunehmen.


Kurz vor den Osterferien stand dann noch ein Schulausflug auf dem Programm. Es ging es nach Nottingham zur dortigen Universität. Das, was ich bisher bereits von englischen Unis gesehen habe, hat mir wirklich gut gefallen. Auch die Uni in Nottingham hat ein riesiges Gelände, viele moderne Einrichtungen und extrem viele Freizeitangebote. Leider hat das Ganze aber auch seinen Preis. Man muss pro Jahr umgerechnet etwa 10.000€ an Studiengebühren bezahlen, für Unterkunft und Verpflegung kommen in der Regel noch einmal ca. 5.000€ hinzu. Die Studiengebühren gelten übrigens für alle staatlichen Unis in England – unabhängig von ihrer Größe und Ausrichtung. Das war nicht immer so, sondern wurde erst vor ein paar Jahren eingeführt. Es ist auch der Hauptgrund, weshalb sich deutlich weniger Schüler als früher für den Besuch einer Uni entscheiden.


In London habe ich diesen Monat ein paar weitere Museen besichtigt. Vor allem eine Ausstellung hat mich sehr fasziniert. Ein asiatischer Künstler hat sich ein komplettes Jahr lang jede Stunde einmal fotografiert. Das Ganze ergab dann 8760 Bilder, welche alle in einem großen Raum an der Wand angebracht waren. Ich finde das echt verrückt, aber die Ausstellung war wirklich interessant.


Des Weiteren habe ich im März auch den Nullmeridian besichtigt, welchen man im Londoner Stadtviertel Greenwich finden kann. Zwar liegt er etwas außerhalb, aber es gibt immer noch Massen an Touristen, die unbedingt mit einem Fuß auf der Ostseite und mit dem anderen Fuß auf der Westseite der Erde stehen wollen. Ich konnte es natürlich auch nicht lassen, wie ihr es auf dem Bild sehen könnt.


Jetzt sind ja auch nur noch drei Monate „übrig“. Im Moment finde ich es eher schade als das ich glücklich darüber bin. Natürlich freue ich mich auch wieder auf mein Zuhause in Dresden. Aber je mehr ich erlebe, umso mehr habe ich auch das Gefühl, dass hier noch viele Abenteuer auf ihre Entdeckung warten. Weiter geht’s damit in meinem nächsten Bericht.

Katharina berichtet über ihr Austauschjahr in Großbritannien. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt in Großbritannien? Wir beraten dich gerne!

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