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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Katharina in England

Mit Volldampf durch die längste Rutsche der Welt

Der Januar hat sich irgendwie sehr lang angefühlt, der Februar dafür umso kürzer. Inzwischen weiß ich auch warum: Der Februar hatte hier nur 28 Tage. Spaß beiseite: Wahrscheinlich lag es daran, dass ich realisieren musste, dass die Halbzeit bereits rum ist. Weitere fünf Monate – das klingt vielleicht lang. Aber wenn alles weiter so super läuft wie bisher, vergeht die Zeit sicher viel zu schnell.

Am Anfang des Monats habe ich mal wieder bei einem Fußballspiel meines Gastbruders Michael zugeschaut. Eigentlich verliert seine Mannschaft immer, aber diesmal hatte ich echt Glück, so ein unterhaltsames Spiel erleben zu dürfen. Insgesamt sind zehn Tore gefallen, Michaels Team schoss 6 davon. Das Beste kam aber zum Schluss. Zwei der Spieler fingen plötzlich an, aufeinander loszugehen, was letztendlich zu einer kleinen Massenschlägerei der beiden Teams führte. Das Spiel musste dann abgebrochen werden, da selbst der Trainer in dem prügelnden Haufen zu Boden ging.


Ein weiteres Event war das Musical „Hairspray“ an meiner Schule. Die zweistündige Show bestand aus vielen verschiedenen Songs und der Gesang war echt atemberaubend. Oft waren es Schüler der jüngeren Klassen, aber auch einige meiner Klassenkameraden haben mitgewirkt.


Dann hatten wir erst einmal eine Woche Winterferien. Mein Geburtstag fiel direkt auf den Montag, was recht cool war. An dem Tag bin ich mit allen anderen Austauschschülern zum Bowling gegangen. Zum Abendessen hat dann meine Gastmutter ein besonders leckeres Geburtstagsessen gekocht. Es gab Lachsfilet mit gebratenem Reis und zum Nachtisch einen warmen Schokoladenkuchen. Alles in allem war mein Geburtstag richtig schön, auch wenn meine Familie zum ersten Mal nicht bei mir war.

Direkt am nächsten Tag war „National Pancake Day“, auf den dann die Fastenzeit folgt. Eigentlich wollte meine Gastschwester die Pancakes machen, jedoch ist sie dabei vollkommen gescheitert. Schlussendlich habe ich sie dann gebraten, weil ich auch in Deutschland des Öfteren mal Eierkuchen mache. Ich bin es normalerweise mit Zucker und Zimt oder Apfelmus gewöhnt, aber die Engländer essen ihre Eierkuchen alle mit Zitronensaft und Zucker.


Die Winterferien habe ich natürlich auch wieder genutzt, um das eine oder andere Mal nach London zu fahren. In diesen Ferien haben wir etwas sehr Spektakuläres unternommen. Im Olympiapark in London steht eine große Stahlskulptur, die seit den Olympischen Spielen 2012 als Aussichtsplattform genutzt wird. 2016 wurde an den 115m hohen Turm eine Tunnelrutsche angebaut, die sich auf dem Weg nach unten zwölfmal um Großbritanniens größtes Kunstwerk windet. Mit einem Start in 78m Höhe und einer Länge von 178m ist sie die höchste und längste Tunnelrutsche der Welt. Der ganze Trip dauert etwa 40 Sekunden, die einem ziemlich lang vorkommen. Man muss sogar einen Helm und Armschützer tragen. Anfangs ist es wirklich gruselig, da man auf einer Matte liegt und nicht bremsen kann. So erreicht man eine Geschwindigkeit von bis 25km/h. Trotzdem – oder gerade deshalb – kann ich diese Attraktion wirklich nur empfehlen.




Des Weiteren haben wir Camden-Market besucht, was ein sehr populärer Stadtteil von London ist. Dort gibt es hauptsächlich Vintage- und Second-Hand-Läden. Viele der Stores befinden sich in unterirdischen Gängen und es ist schwer, den Überblick zu behalten. In Camden gibt es auch Street-Food aus aller Welt und man kann sich kaum entscheiden bei der großen Auswahl.


Die eine Woche Ferien war leider recht schnell vorbei und die Schule ging wieder los. Wir durften in der ersten Woche unsere Aktivität für den Sportunterricht wählen. Ich finde den Sportunterricht hier ziemlich lahm, denn wir bekommen keine Noten und spielen eigentlich nur Spielchen wie „Steh-Geh“ oder „Ein Schiff geht unter“. Generell habe ich das Gefühl, dass Schüler hier im Durchschnitt sehr viel unsportlicher sind als an meiner Schule in Deutschland. Viele schwänzen sogar den Sportunterricht oder sitzen nur in der Ecke rum. Die Auswahl für dieses Term fiel aber besser aus. Wir hatten die Wahl zwischen: Volleyball, Bowling, Trampolin und Just-dance. Ich habe mich für die letzte Option entschieden und es sind wirklich die lustigsten Sportstunden, die ich je hatte. Wir sind etwa 30 Leute und das Tanzen findet in einer Halle mit einer riesigen Leinwand statt. Die Lehrerin spielt dann einen Tanz nach dem anderen auf YouTube ab und wir müssen einfach mittanzen. Wirklicher Unterricht ist das zwar nicht, aber um einiges besser als die sinnlosen Spielchen.

Am Ende des Monats bin ich dann noch zu einer Quiz Night gegangen mit zwei anderen Austauschschülern und deren achtzigjährigen Gasteltern. Durch unsere Anwesenheit haben wir das Durchschnittsalter massiv reduziert, denn wir waren mit gewaltigem Abstand die jüngsten Quiz-Teilnehmer im Raum. Das Problem an der ganzen Sache war nur, dass die Fragen auch auf diese Altersgruppe ausgelegt waren. Von den 110 Fragen hätte ich vielleicht 10 allein beantworten können, denn von Filmen, die 30 Jahre alt sind, oder Marken der Siebziger Jahre habe ich natürlich überhaupt keine Ahnung. Trotzdem war es sehr lustig. Leckere Fish&Chips gab es zum Glück auch dazu. Und es war wieder einmal eine ungezwungene und abwechslungsreiche Gelegenheit, mein Englisch zu verbessern.


Katharina berichtet über ihr Austauschjahr in Großbritannien. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt in Großbritannien? Wir beraten dich gerne!

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