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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Katharina in England

Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass die Hälfte meines Auslandsjahres vorbei ist

Anfang Januar bin ich dann wieder aus meinen Weihnachtsferien, die ich bei meiner Familie in Deutschland verbracht habe, nach England zurückgekehrt. Mir persönlich ist das überhaupt nicht schwer gefallen, da ich ja nun wusste, was mich erwartet. Ich empfinde meinen Alltag hier fast noch besser als in Deutschland – sicher auch deshalb, weil ich jeden Tag etwas geplant habe und nie Langeweile aufkommt. Auf meine englischen Freunde und meine Gastfamilie habe ich mich natürlich auch gefreut.

Die Schule ging direkt am Tag nach meiner Ankunft wieder los. Einige der anderen Austauschschüler sind erst ein paar Tage später wieder zurückgekehrt, was dann auch etwas Ärger gab. Besonders als Austauschschüler sollte man nicht gerade Schultage verpassen. Ansonsten ist im Januar noch etwas sehr Lustiges an meiner Schule passiert.  Zwei Gebäude mussten für fast eine Woche evakuiert werden, da eine Toilette explodiert ist. Wir Schüler fanden das natürlich toll, da wir einen Tag schulfrei hatten, aber es scheint wohl eine riesige Sauerei gewesen zu sein.

Inzwischen habe ich angefangen, den Deutschkurs unserer Schule zu unterstützen. Meistens helfe ich jüngeren Schülern bei den Hausaufgaben oder führe Konversationen auf Deutsch mit ihnen, was immer ziemlich lustig ist.

Im Januar war ich dann auch gleich viermal in London. An zwei Wochenenden habe ich mir mit ein paar anderen Leuten aus meiner Schule Museen angeschaut. Das klingt jetzt vielleicht langweilig, aber in London gibt es gefühlt tausend verschiedene Museen und sie sind sogar meistens kostenlos. Ich war nie ein großer Fan von Museen, aber hier macht es tatsächlich Spaß, sich die verrücktesten Ausstellungen anzuschauen.

An dem Wochenende danach habe ich mir den Auftritt eines italienischen Austauschschülers angeschaut. In England gibt es sehr viele „Stand-Up Comedy Shows“ und er wollte sich auch mal daran versuchen. Insgesamt traten an dem Abend zehn Comedians auf und jeder hatte fünf Minuten Zeit, so viele Witze wie möglich zu reißen. Es war schon lustig, aber ich muss zugegeben, ich habe nur etwa 10% der Scherze verstanden. Unser italienischer Austauschschüler hat sich ebenfalls tapfer geschlagen, auch wenn er am Ende nicht die Krone erhalten hat.

Letzte Woche hatten wir dann einen weiteren schulfreien Tag und den haben wir genutzt, um alle gemeinsam in den „Sky Garden“ in London zu gehen. Das ist ein riesiger Raum, eingerichtet wie ein Garten, ganz oben in einem der größten Gebäude Londons. Der Ausblick war echt atemberaubend, auch wenn das Wetter nicht sehr toll war, wie so oft in England.

Wie vielleicht einige von euch schon durch meine letzten Berichte wissen, bin ich in einem Dragon- Club aktiv. (Ich sammle mit Grundschülern Geld für ein Altersheim. Gleichzeitig ist es ein Wettkampf zwischen den Schulen der Umgebung). Jedenfalls neigte sich dieses Projekt auch langsam dem Ende entgegen. Die spannendste Aufgabe stand uns aber noch bevor: Geld zählen. Ich hätte es echt nicht erwartet, aber wir haben es mit unseren Aktionen tatsächlich geschafft, innerhalb von nur drei Wochen £662 einzunehmen. Unsere letzte große Aufgabe bestand darin, unsere Ergebnisse der Jury vorzustellen. Ich habe ziemlich lange mit meinen Kids geübt und am Ende ist auch eine echt tolle Präsentation dabei heraus gekommen. Die große Verleihung der Awards findet erst im März statt, aber darauf freue ich mich jetzt schon.

Wovon ich bisher noch gar nicht berichtet habe, ist Scottish Dance. Nur zwei Straßen entfernt wohnt eine weitere Gastfamilie mit zwei meiner Mitschüler. Etwas ungewöhnlich ist sicher, dass die Gastfamilie aus zwei achtzigjährigen Rentnern besteht, welche aber total lieb und vor allem sehr aktiv sind. Jedenfalls gehe ich manchmal mit dieser Gastfamilie in deren „Scottish-Dance Club“. Anfangs wollte ich eigentlich nur einmal zum Zuschauen mitgehen, aber es hat so viel Spaß gemacht, dass ich inzwischen regelmäßig dabei bin. Das Durchschnittsalter dieses Clubs liegt etwa bei 75 Jahren, aber das ist ja gerade das Lustige. Es ist eigentlich mehr ein Treffen zum Tratschen und Teetrinken und zwischendurch ein bisschen Rumhoppeln.

Der 25. Januar wurde im Club gefeiert zu Ehren von Robert Burns, einem schottischen Dichter. Zu der sogenannten „Burn‘s Night“ gab es eine große Party mit dem traditionellen schottischen Essen, dem Haggis. Mir hat es super geschmeckt, zumindest bis mir jemand verraten hat, was sich dahinter verbirgt. Haggis ist ein Mix aller möglichen Innereien vom Schaf. Nach dieser Aussage bin ich dann doch lieber zur vegetarischen Haggis-Version übergegangen.

Mit leichtem Erschrecken musste ich feststellen, das jetzt bereits die Hälfte meines Auslandsjahres vorbei ist. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht und wie viel ich schon erlebt habe.  Ich glaube, dass ein komplettes Schuljahr im Ausland definitiv besser ist als ein nur fünfmonatiger Aufenthalt. Inzwischen beherrsche ich die Sprache viel besser, bin völlig vertraut ist mit meinem neuen Leben und wäre sehr traurig, wenn ich jetzt schon gehen müsste. Ich freue mich auf die zweite Hälfte. Mir ist klar, dass es nur noch fünf Monate sind, aber die möchte ich auch ausgiebig nutzen. Mehr dazu gibt’s im nächsten Bericht.

 

Katharina berichtet über ihr Austauschjahr in Großbritannien. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt in Großbritannien? Wir beraten dich gerne!

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