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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Larissa in Schottland

Wieder ist ein Monat rum

Wieder ist ein Monat vorüber und wieder sind viele spannende Geschichten geschehen. Am Anfang des Monats war ich auf einem Kirchenevent – reboot genannt. Christen aus ganz Schottland haben sich in der größten Kirche in Edinburgh versammelt, um gemeinsam den Glauben zu zelebrieren. Das war ein sehr langer Tag, der mir zu denken gegeben hat, doch als ich abends nachhause kam saß meine Gastschwester Vicky auf den Stufen und hat mich gefragt, ob ich spontan Lust hätte mit den anderen Austauschschülern Essen zu gehen. Natürlich wollte ich und zusammen haben wir einen sehr netten Abend mit guten Freunden in einem chinesischen Restaurant verbracht. Am Tag danach bin ich mit meinem Freund Finn nach Edinburgh gefahren, wo wir den einigermaßen angenehmen Tag in den Gärten Edinburghs – Princes Street Gardens – verbracht haben mit selbstgemachten Obstsalat. Ich muss zugeben, am Anfang des Monats bin ich durch eine Selbstfindungsphase gegangen, da sich in meinem Umfeld einiges geändert hat und ich mich erst einmal neu orientieren musste, doch ich habe nach einem langen Gespräch mit Freunden eine gute Lösung für mich gefunden. Diese Zeit hat mir gezeigt, dass nichts in Stein gemeißelt ist und dass Menschen andere Meinungen zu Themen haben, mit denen man persönlich nicht hundertprozentig einverstanden sein könnnte.

Ein anderer großer Punkt in diesem Monat waren die praktischen Abschlussprüfungen in den Sprachen, Drama und Musik. Die praktische Prüfung besteht daraus, dass man eine Performance abliefert und dies von einem externen Prüfer begutachtet und dann angemessen benotet wird. Dies fließt mit in die Endnote ein, eine theoretische Prüfung muss dennoch geschrieben werden. Ich musste in Englisch einen Vortrag halten, der mit in die Endnote einfließt, ich habe über mein Facharbeitsthema referiert, das da wäre: ‘Bilingual Society – Expanding the Global Horizons’ und auch in Französisch habe ich eine Präsentation vorbereiten müssen mit anschließender Konversation mit dem Lehrer in einem Einzelgespräch. Meine Präsentation war über mein Auslandsjahr, das Gleiche musste ich wiederholen in Deutsch, dort habe ich über Toleranz gesprochen und habe das erste Grundgesetz mit eingebracht: “Die Würde des Menschen ist unantastbar”, mein Lehrer war begeistert und zusammen haben wir dann über die Flüchtlingspolitik diskutiert. Meine nächste Prüfung war Musik. Unglücklicherweise ist meine Flötenlehrerin, die meine Kalvierbegleitung ist, schwer erkrankt und ich musste schnellstmöglich einen Ersatz finden, ein anderer Lehrer ist eingesprungen und wir haben innerhalb von einer Woche meine Stücke einstudiert. Ich habe meine Prüfung auf dem Keyboard abgeschlossen. ‘Over the Rainbow’ war perfekt und fehlerfrei, doch bei meinem zweiten Stück ‘The Godfather’ hatte ich einen kleinen Patzer. Alles in allem liebe ich Prüfungssituationen, insbesondere in Musik. Ich war nicht aufgeregt und bin eher noch in den Examenssaal gegangen, als ob ich eine Performance abliefern würde dementsprechen hat es viel Spaß gemacht. Eine Woche später habe ich mit Mr Brown mein Flötenexamen gespielt. Wir haben es am Morgen geprobt und als wir gerade beide Stücke gespielt hatten war ich auch schon dran. Ich kann eins sagen: Ich bin ein Rockstar auf der Querflöte. Die Prüfung hat mir sehr viel Freude bereitet, Mr Brown und ich waren in unserer Musikzone und haben alles gegeben. Später habe ich meiner erkrankten Flötenlehrerin geschrieben, dass ich traurig war, weil sie nicht dabei sein konnte, dass ich aber alles gegeben hätte und mich am Schluss meines Examens sogar verbeugt hätte. Mr Brown hat zum Dank eine Karte bekommen und eine Schokoladenbox. Die Woche darauf, am 21.03.2017 war meine Dramaperformance, zudem war es der offizielle Frühlingsanfang, doch wie in Schottland üblich kam es anders: es hat geschneit. In der Schule angekommen hat meine Dramagruppe als Vorbereitung auf die Prüfung gebetet und dann ging es auch schon los. Im Auditorium saßen die Prüferin, 40 Zuschauer und ehemalige Klassenkameraden. Mein schottischer Text ‘The Prime of Miss Jean Brodie’ hat alles übertroffen, was wir in den Proben getan haben. ‘The House of Bernada Alba’, mein zweiter Auszug, war auch überwältigend. Alle meine Schauspielkollegen waren in ihren Rollen und es war eine Ehre mit ihnen auf der Bühne zu stehen. Ich bin sehr stolz auf meine Leistung und bin schon sehr gespannt auf meine Ergebnisse.

Finn hat mich am 18.03.2017 zu einem Piano Festival eingeladen, auf dem er selbst gespielt hat. Meine Schwester Vicky hat mich begleitet und zusammen haben wir tolle Klavierauftritte gesehen, die viel Spaß gemacht haben. Besonders toll fand ich einen jungen Mann, Fraser, der ein selbstkomponiertes Stück vorgetragen hat, das sehr emotional war und Finn war sehr gut mit seiner Version von ‘River Flows in You’. Mehr Musik gab es in diesem Monat auch, da ich eingeladen wurde in einem Chor zu singen, der an der ‘Midlothian Choir Challenge’ partizipiert. Zusammen als Chor haben wir diesen Monat zwei Lieder einstudiert: ‘When I grow up’ und ’Wings’, zudem haben wir noch ‘Rolling in the Deep’ mit dem Leiter des Projekts einstudiert. Ich freue mich schon auf die Aufführung. Das letzte Wochenende diesen Monats war sehr schön, es wurde damit eingeläutet, dass Vicky und ich uns in Edinburgh mit anderen Austauschschülern und Freunden getroffen haben und wir uns als Zeichen der Verbundenheit ein Armband für jedes Mädchen gekauft haben. Danach sind Vicky und ich  zusammen ins Kino gegangen sind. Es lief ‘Beauty and the Beast.’ Vicky war sehr überrascht ob der Größe des Kinosaals, doch in den VIP Sitzen haben wir uns gleich wohl gefühlt. Der Film war sehr schön, die Bilder und die Detailliebe waren herrausstechend. Das Wochenende werde ich so schnell nicht vergessen, die Sonne hat geschienen und es war sehr warm. Natürlich haben meine Schwester und ich dieses Wetter nicht ungenutzt gelassen, wir haben das Wochenende größtenteils draußen verbracht, im Vorgarten sitzend mit einem guten Buch und den Hunden an der Leine. Wenn der Eiswagen vorbei fuhr waren wir immer die ersten um Eis zu kaufen. Diese Tage mit Vicky sind unbezahlbar und ich möchte gar nicht daran denken, dass dies allzu schnell vorbei sein wird. Solange wir noch haben genießen wir die Zeit miteinander und lachen viel.

Am Ende des Monats hatte ich Geburtstag, den Tag davor habe ich mit einem guten Freund meinen langersehnten Kilt gekauft. Hurra! Wir sind die Royal Mile auf und abgewandert, bevor wir ein Geschäft gefunden haben, das hochwertigere Kilt verkaufen. Ich muss sagen, spätestens jetzt bin ich Schottisch. Mein 17. Geburtstag begann damit, dass ich ein Lachsbort gegessen habe und ich um Punkt 7:33 von Vicky stürmisch umarmt wurde. Auch meine Gastmutter Jacqui hat mich umarmt, von meinem Gastvater Craig kam ein flüchtiges “Happy Birthday” und mein Gastbruder hatte erst bemerkt, dass mein Geburtstag war, kurz bevor ich zur Tür raus war. In der Schule haben mir viele Freunde alles Gute gewünscht, das hat mich sehr berührt. In Französisch bzw. Deutsch wurde ich von meinen Kursteilnehmern und Mr Poots überrascht, denn sie haben für mich erst auf Deutsch ‘Viel Glück und viel Segen’ gesungen, dann noch einmal und einer der Schüler musste es übersetzen und dann war die Französischgruppe dran. Ich stand für zehn Minuten vor der Klasse und schwankte zwischen Scham und Freude, die Geste allein ist aber unbezahlbar und ich werde dieses Event nicht so schnell vergessen, ich bin mir sicher, dass das beste Geburtstagsständchen war, das ich jemals hatte. Der Tag ging fröhlich weiter und ich habe in meinen Freistunden Kuchen gekauft für meine Lunchgruppe, die sich sehr gefreut haben und auch in Englisch habe ich Kuchen ausgegeben. Nach der Schule hatte ich Orchester, auf das ich mich schon gefreut hatte, doch leider haben wir nur über den aufkommenden Trip gesprochen. Zuhause angekommen habe ich meinen Kilt angezogen und die warme Sonne genoßen, bis meine Schwester nachhause kam. Mit ihr zusammen habe ich die ersten Geschenke geöffnet und abends gab es mein Lieblingsessen. Meine Gastfamilie hat mir eine Karte geschrieben: “To our German daughter.” Abends hat mir meine Gastmutter eine Schokoladentorte gebacken, die ich auch genoßen habe, nach 30 Tagen Fasten auf Schokolade. Später am Abend habe ich noch mit meiner Familie gesprochen und mich glückselig schlafen gelegt. Am 01.04.2017 habe ich meine neun besten Freunde zu einem Ceilidh mit mir eingeladen. Denn mein Motto dieses Jahr war: ‘Alles echt Schottisch’. Meine Freunde haben mich nicht enttäuscht und auch sie kamen in Tartan. Wir hatten einen riesen Spaß zusammen und haben viel getanzt. Für meine schottischen Freunde war dies zum Teil der erste richtige Ceilidh, doch sie haben sich schnell wieder an die Tänze erinnert. Eine deutsche Klasse aus Bremen war auch am Abend anwesend und wir haben uns einen Spaß daraus gemacht, dass wir Schottisch sind und kein Wort Deutsch verstehen, wir haben sie eingeladen mit uns zu Tanzen und sie waren überrascht, wie viel Spaß ein Ceilidh macht.  Zur Verabschiedung haben wir uns verabschiedet und eine ‘Gute Nacht’ gewünscht, was uns komische Blicke eingebracht hat, aber den Spaß war es wert.

Wieder ein Monat vorüber, einen Monat näher zur Abreise aber auch einen Monat reicher an Erfahrungen. Dieser Monat hat mir wieder bewiesen wie viel weiter mein Horizont geworden ist, denn ich habe mich in eine andere Kultur eingefügt. Das schönste Geschenk war übrigens ein selbstgebastelter schottischer Pass meiner Freundinnen. Endlich bin ich auch offiziell Schottin!



Larissa berichtet über ihr Austauschjahr in Großbritannien. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt in Großbritannien? Wir beraten dich gerne!

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