Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Larissa in Schottland

"Ich höre keinen Unterschied mehr ob ich Deutsch oder Englisch spreche"

Der Monat Oktober beginnt mit einer schottischen Tradition. Zusammen mit meiner Gastfamilie esse ich das erste Mal Haggis, mit allem Drum und Dran und der gekürzten Form des Gedichts, das man zum Anschneiden vorträgt. Es schmeckt mir sehr gut, auch wenn ich mir keine Gedanken darüber machen möchte, was ganz genau darin ist.

In der Schule endet der erste Term in der Mitte des Monats und alle Schüler bekommen einen „report“ über ihre Fortschritte. Meine Lehrer sind sehr zufrieden mit mir und ich mache gute Fortschritte. Mit meiner Fächerauswahl bin ich nach wie vor zufrieden. Nächsten Monat habe ich mein erstes Drama Examen, wo ich mein selbstverfasstes Skript auf der Bühne spielen werde. Darauf freue ich mich schon ganz besonders. In Musik habe ich mein erstes Querflötenstück abgeschlossen und dem Lehrer vorgespielt. Auch in Englisch habe ich mich gut integriert und den Lernstoff nachgeholt. Französisch ist nach wie vor mein größtes Lernfach. Es gibt gute, als auch schlechte Tage. An guten Tagen habe ich kein Problem zwischen den Sprachen hin und her zu tauschen, aber an schlechten habe ich Probleme beim Texte schreiben. Ich habe einen großen Wortschatz, aber wenn ich Texte beginne, dann sind darin englische Wörter und die deutsche Satzstellung. Das ist frustrierend, aber ich lerne daraus und wenn ich mir jetzt meine Texte anschaue, sehe ich darin den Beweis, dass ich langsam anfange in Englisch zu denken. Ein Lehrer von mir bringt es auf den Punkt: „Eine Deutsche lernt Französisch in Schottland. Es gibt wirklich alles.“ Weil meine Gastfamilie in den Urlaub nach Florida fliegt, wechseln meine Gastschwester und ich die Familie für drei Wochen. Die neuen Gasteltern sind sehr nett, auch wenn sie sich selbst als „positiv verrückt“ bezeichnen. Hazel und David leben in einem kleinen gepflegten Haus ein paar Straßen von meiner Gastfamilie entfernt. Im Garten haben sie eine echte Londoner Telefonbox stehen und auch das Haus ist mit vielen liebevollen Details geschmückt. Mein Zimmer ist wie für mich ausgesucht, eine Wand ist mit einer großen Buchstabentapete geschmückt und es wirkt sehr gemütlich.

 

Am Anfang des Monats bin ich mit einem Freund nach North Berwick gefahren. North Berwick ist ein wunderschöner kleiner Küstenort etwa 40 Kilometer von Edinburgh entfernt. Weil an diesem Samstag die Gleise der Zugverbindung repariert wurden haben wir den Bus genommen, das war im Nachhinein auch eine sehr gute Entscheidung, denn man sieht viel mehr von der wunderschönen Landschaft. Mit dem Bus fährt man direkt auf den North Berwick Law zu, dies ist ein ehemaliger Vulkankegel und 187 Meter hoch, danach sind wir auf den Law gestiegen. Die Aussicht ist überwältigend, man sieht Arthur´s Seat, den Bass Rock und das gesamte Land. Dort haben mein Freund und ich unser Lunch genossen und auch als das Wetter schlechter wurde, ausgeharrt. Danach haben wir den Strand besichtigt, Daisy Island, das Tantallon Castle, die Golfplätze, die Innenstadt und vieles mehr. North Berwick ist sehr klein, hat aber seinen eigenen Charme. Den Bass Rock, eine Insel mit einzigartigen Vögeln konnten wir leider nicht besuchen, da die Saison zu Ende war. Der Tag in der kleinen Küstenstadt hat sehr viel Spaß gemacht und abends bin ich noch mit meinem Freund in Edinburgh Essen gegangen. Wir hatten eine Woche Ferien in der Mitte des Monats, da der erste Term erfolgreich abgeschlossen war. In den Ferien war ich jeden Tag in Edinburgh und habe mir die Sehenswürdigkeiten angesehen, wie das Scott Monument, und das National Museum. Allein darin habe ich zwei Tage verbracht. Ich bin einfach durch die Straßen geschlendert und habe mit den Menschen gesprochen, dadurch habe ich viel über die Stadt gelernt. Des Weiteren habe ich mich mit Freunden getroffen. Die Ferien waren sehr schön.

 

Mit der Lasswade Highschool bin ich nach wie vor sehr zufrieden, dort bin ich der Schülervertretung beigetreten und habe erfolgreich für das diesjährige Musical „Hans und die Bohnenranke“ vorgesungen. Meine Orchester sind sehr gut, auch wenn der Auftritt nächsten Monat immer näher rückt. Auch mit meiner Kirchengruppe habe ich sehr viel Spaß. Ich habe dort und in allen meinen Freizeitaktivitäten Freunde gefunden. Es macht Spaß mit ihnen zu diskutieren und zu lachen. Mit ihnen fühle ich mich wohl. Am letzten Abend bei meiner „Übergangsgastfamilie“ machen wir eine große Abschiedsparty mit einem typischen schottischen Gericht und viel Musik. Ich tanze mit Victoria, meiner Gastschwester, meiner Gastmutter, einer Freundin der Gastmutter und einer Freundin von Victoria und mir, bis spät in die Nacht. Das war ein wundervoller Abschluss von drei Wochen in einer anderen Familie. Doch ich bin froh, als uns mein Gastvater Craig abholt. Als ich das Haus betrete fühlt es sich an, als ob ich nach Hause komme. Das ist ein wunderschönes Gefühl. Ich habe die Familie Mackay vermisst und freue mich auf die nächsten acht Monate mit ihnen. Am Ende des Monats bin ich auf einer Geburtstagsfeier einer Freundin von mir, es ist interessant zu sehen, wie Geburtstage in anderen Ländern zelebriert werden. Der letzte Tag des Monats ist Halloween, das ist ein besonderer Tag für mich, da ich zuvor noch nie dieses Fest gefeiert habe. Mein Gastbruder lädt mich ein mit ihm den berühmten Spaziergang durch die Siedlungen zu machen. Es ist wunderbar Kindern dabei zuzusehen, wie sie Spaß haben Gedichte oder Witze aufzusagen. Ich hatte sehr viel Freude.

 

Der Monat Oktober ist auch vorüber. Die Zeit verfliegt sehr schnell und ich bin sehr froh über die Möglichkeit noch eine Gastfamilie kennengelernt zu haben. Heimweh hatte ich bisher noch nicht, nur als es meiner Gastschwester nicht gut ging habe ich mit ihr mitgefühlt und wollte ihr helfen, da habe ich eine Geste gemacht, die meine Mutter immer macht. Das hat mir klargemacht wie ähnlich und verbunden ich meiner Familie bin und wollte in diesem Moment nur Umarmungen von meiner Familie haben, dieser Rückhalt fühlt sich so gut an. Mein schottischer Wortschatz wird immer größer und ich höre keinen Unterschied mehr, ob ich Deutsch oder Englisch spreche. Alles in Allem war der Monat Oktober sehr schön.
 

Larissa berichtet über ihr Austauschjahr in Großbritannien. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt in Großbritannien? Wir beraten dich gerne!

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