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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Elternbericht

Wir sind stolz auf unseren Sohn

Als unser Sohn uns das erste Mal von seinem Australien Vorhaben berichtete, waren wir sofort begeistert und freuten uns sehr, dass er sich auf das Abenteuer eines Auslandsjahres einlassen wollte. Er besuchte Austauschmessen und organisierte alles sehr eigenständig. Erst als unser Sohn bereits in Australien war, erfuhren wir im Austausch mit anderen Eltern, wie sehr sie sich das für Ihre Kinder gewünscht hatten, diese aber gar keine Ambitionen für einen Auslandsaufenthalt hatten. Was uns total normal vorkam, machte uns auf einmal richtig stolz- unser Sohn hatte den Mut, sich überhaupt auf eine derartige Erfahrung einzulassen. Das Vorbereitungsseminar im Mai half uns sehr, unsere Fragen und Ängste klären zu können. Besonders die verschiedenen Phasen des Ankommens im Austauschland, sowie das eventuell aufkommende Heimweh wurden ausführlich erläutert- wir fühlten uns gut gewappnet! 

Die letzten Wochen vor Johannes Abreise waren geprägt von jeder Menge Vorbereitungen. Australien, die zukünftige Schule und Gastfamilie waren allgegenwärtige Themen unseres Familienalltags. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass ich ein paar Tage vor dem Abflug dachte, dass es nun auch Zeit würde, dass unserer Sohn seine Reise antritt, da sich auch bei uns als Familie eine Spannungskurve aufbaute. Besonders die ständigen Verabschiedungen waren irgendwann ein wenig anstrengend. Immer, wenn eine Freundin oder ein Freund zu Besuch kamen, gab es stundenlange Umarmungen an der Haustür, weil man immer davon ausging, dass dies das letzte Treffen „vor Australien“ war um dann genau diesen Freund drei Tage später wieder zu begrüßen. ;)

Die Verabschiedung am Flughafen haben wir überstanden. Natürlich ist es traurig, weil man sich Sorgen und Gedanken um sein Kind macht. Sehr ungewohnt waren die ersten Tage nach der Abreise. Erst als der Anruf aus Melbourne kam, waren wir beruhigt, dass unser Sohn gut bei seiner Gastfamilie angekommen war. 

Die nächste große Aufregung für mich als Mutter war der erste Schultag unseres Sohnes. Als auch dieser gut verlief und unser Kind uns von sehr positiven Begegungen erzählte, waren wir erleichtert. 

Nach dem Motto „No news are good news“, haben wir mit der Kontaktaufnahme eigentlich immer auf ein Zeichen aus Melbourne gewartet. Wir wollten unserem Sohn den Raum für sich lassen und ihn im Prinzip auch nicht mit festen Telefonverabredungen zeitlich unter Druck setzen. In der ersten Zeit waren unsere Telefonate immer anlassbezogen. Entweder funktionierte irgendetwas mit der Kreditkarte nicht oder eine organisatorische Frage galt es zu klären. 

Bei Johannes kam nach der uns beschriebenen Phase des „Honeymoons“ keine Ernüchterung. Seine Erlebnisse, die er uns am Telefon schilderte, waren alle geprägt von sehr netten Berichten und Erlebnissen. Nicht nur das Schulsystem, auch die Mitschüler, Lehrer, Freunde und Gasteltern, wurden als überaus freundlich und „ganz anders“ als „die Deutschen“ beschrieben. 

Die Schulfächer sind mehr auf die Interessen der Schüler ausgerichtet und auch die Schüler-Lehrer Beziehung eine freundschaftlichere, so berichtet es uns unser Sohn. 

Seine Gastfamilie unternahm tolle Trips und Touren mit Johannes und so waren wir von der Vielseitigkeit des Landes überrascht, als wir Bilder aus Johannes Skiurlaub mit der Gastfamilie zugeschickt bekamen. 

Der einzige Moment, der uns wirklich klar gemacht hat, wie weit unser Kind von uns entfernt war, kam auf, als ihm das zurückschnellende und nicht richtig eingerastete Garagentor auf den Kopf fiel und er ins Krankenhaus gebracht wurde. Glücklicherweise blieb es nur ein bei einem großen Schrecken und einer Beule. Auch in diesem Moment muss man der neuen Familie vertrauen und sich darauf besinnen, dass nun andere Eltern sich um das eigene Kind kümmern.

Außer diesem kleinen Zwischenfall gab es nichts, dass uns in irgendeiner Form Grund zur Sorge gab. Wir bekamen wunderbare Bilder von der Weihnachtsreise nach Tasmanien, tolle Wanderbilder, Aufnahmen von den Australien Open und wunderschöne Strandaufnahmen vom Badeurlaub aus Brisbane. Schnell war klar- von Heimweh, war bei unserem Sohn nichts zu erkennen. Die monatlichen Berichte seines Koordinatoren spiegelten unsere Eindrücke wider- auch er nahm Johannes als sehr bei seiner Gastfamilie angekommen und in Schule und Freundeskreis gut integriert, wahr. 

In der Rückschau betrachtet, verging die Zeit wie im Flug. Einzig und allein das Nachhause kommen und die damit verbundenen Gefühle unseres Sohnes gegenüber zurückgelassenen Freunden und seiner wunderbaren Gastfamilie gegenüber, habe ich ein wenig unterschätzt. Schon als die E-Mail seiner Gastmutter am Abreisetag kam, die beschrieb, wie sie sich nun als Familie wieder neu orientieren müssten, kam bei mir ein ungutes Gefühl im Bauch auf. Auch die zahlreichen liebenswerten und traurigen Nachrichten vieler neu gewonnener Freunde, machte mich ein wenig nachdenklich. Würde sich unser Kind wieder in Deutschland einleben können? 

Nun sind ein paar Tage vergangen und unser Sohn hat seine Freunde in Kiel wieder getroffen und wurde mit offenen Armen empfangen. Ihm kommt es nun so vor, als wäre er nur ein paar Wochen weg gewesen. Seine neuen Freunde in Australien und seine Gastfamilie in Australien werden nun immer ein Teil seines Lebens sein und wir sind stolz darauf, dass unser Sohn so tolle Verbindungen aufbauen kann. Ein Besuch in den kommenden Herbstferien befindet sich in Planung! Wir sind froh und glücklich, dass unser Sohn so eine wunderbare und prägende Erfahrung machen durfte. Wir haben einen selbständigen und sehr groß gewordenen jungen Mann zurückbekommen.