!DOCTYPE html>

Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Image can't be displayed.

Merle in Argentinien

Fußball und Schulbeginn

So, nun endlich zum zweiten Mal viele Grüße aus Argentinien!

Ich bin jetzt insgesamt einen Monat hier, aber in den letzten zwei Wochen sind wieder so viele Dinge passiert, dass ich am besten mal chronologisch anfangen werde.

Zuerst hatte ich noch Ferien, da hier Sommer ist und es die jährlichen großen Sommerferien sind, bevor das Schuljahr wieder startet. Meine Gasteltern mussten jedoch bald schon wieder arbeiten gehen. Marcela arbeitet in einem Ärztezentrum in einem Labor als Biochemikerin. Martin gehört eine Apotheke direkt in der Innenstadt. Zusammen mit meiner kleinen Schwester Ernestina sind wir dann oft mit Martin in die Stadt gefahren und während er arbeiten war, sind wir durch die Stadt gelaufen, haben Eis gegessen oder am Strand entspannt.

Highlight der Woche war für mich, als Martin abends fünf Minuten vor 8 Uhr zu mir kam und meinte, ich solle mich schnell umziehen, um 8 Uhr finde ein Sichtungstraining von einer der beiden Frauenmannschaften statt. Sehr spontan bin ich da also hingefahren, aber es hat mir sofort riesen Spaß gemacht. Ich wurde in die Mannschaft aufgenommen und habe in ihr mittlerweile sehr gute Freundschaften aufgebaut und es war einfach toll wie schnell mich die Mannschaft aufgenommen hat und mich jederzeit mit „Vamos Mer“ anfeuert (Mein Spitzname in der Mannschaft ist Mer, weil keiner Merle aussprechen kann :D).



Mit der Mannschaft habe ich fast täglich Training und das ist für mich nicht nur perfekt, weil ich den Sport liebe und nach dem guten Essen hier auch brauche, sondern weil ich mit vielen Mädchen in meinem Alter zusammen bin und viel Spanisch und neue Leute kennenlerne.  Am Wochenende hatten wir dazu ein Pflichtspiel und sind in eine Stadt der Provinz hier gefahren und mit Cumbia (die Musik, die wirklich jeder hier in der Region hört), Gesang und Tanz auf der Fahrt und dann noch einem tollen Sieg im ersten Spiel war die Laune der Hammer. Wie man jetzt vielleicht schon merkt, ich freue mich riesig in dieser Mannschaft zu sein und mit den Leuten Zeit zu verbringen. Wir haben dann angefangen uns auch in kleineren Freundeskreisen außerhalb des Trainings zu treffen, so wie man das hier am besten macht… Fußball am Strand spielen, Musik hören und dazu Mate trinken.





Vor etwa einer Woche hat dann auch endlich die Schule angefangen. Ich gehe auf eine Privatschule hier, weil der Unterschied zwischen öffentlichen und privaten doch sehr gewaltig ist. In der Schule trägt man eine Uniform - ein grün, weißes Poloshirt oder ein weißes Tshirt mit grüner Jacke. Alles natürlich mit dem Logo der Schule und dem Namen „FAPE“.  Die Schule beginnt um halb 8 Uhr mit dem Fahnenapell. Die Klassen stellen sich in Reihen auf, zwei Freiwillige kommen nach vorne und hissen die argentinische Flagge. Danach werden noch wichtige Termine oder andere Informationen verkündet und wir gehen in die Klassenräume. Mir gefällt sehr gut, dass ich hier mal ein bisschen andere Fächer als in Deutschland habe. So sind die Fächer hier etwas spezifischer und wir haben zum Beispiel Mikrobiologie, Gesundheit, Astrophysik, Wirtschaft und Philosophie. Dazu natürlich Mathe, Lengua y Literatura (was mit dem Fach Deutsch verglichen werden kann), Politik, Englisch und auch Französisch.

Der Unterricht besteht eher auch einem Gespräch mit dem Lehrer, also er fragt etwas und alle reden durcheinander und quatschen bzw. schreien Antworten rein. Das ist dann für mich etwas kompliziert, weil wenn alle durcheinanderreden, verstehe ich nicht mehr so viel. Doch wenn der Lehrer alleine etwas erklärt, habe ich immer relativ viel verstanden und konnte schon ganz gut folgen. Die Schule geht bis 2 Uhr, aber insgesamt gibt es viel viel weniger Pause dazwischen.

Zweimal die Woche haben wir nach der Schule noch Sport.  Ich hatte insgesamt vier Tage Schule und langsam angefangen Freundschaften aufzubauen. Seit Montag ist jetzt alles anders. Aufgrund von Corona wurde Fußball komplett abgesagt. Schule findet auch nicht statt, es gibt Ausgangssperre. Aktuell gibt es noch keinen Fall in Puerto Madryn, es ist aber verboten, im Land zu reisen. Langweilig wird mir trotzdem nicht, weil ich von der Schule hier gefühlt tausend Aufgaben bekommen habe. Auch vom Fußball haben wir einen Trainingsplan für zuhause zugeschickt bekommen. In meiner restlichen Zeit spiele ich viel mit Ernestina. Schon lange nicht mehr habe ich so viel Verstecken gespielt, gemalt und andere Sachen gemacht, die man halt so mit 9 Jahren macht :D. Wir machen regelmäßig Disney-Partys mit Filmmusik und Disneyfilmen.



Insgesamt muss man schauen, wie sich die Lage hier entwickelt. Keiner kann sagen, wie es mit Corona weitergeht, aber ich hoffe und wünsche mir einfach, dass der Alltag, den ich hier kurze Zeit genießen konnte, schnellst möglich wieder eintritt, denn der war echt klasse und hat mir super gefallen. Aber auch so nutze ich meine Zeit hier, jetzt konnte ich dadurch zum Bespiel diesen langen Bericht hier schreiben und wer in Deutschland Zeit hat, kann sie lesen :D.

Ich melde mich, wenn es Veränderungen gibt. Liebe Grüße an alle und bleibt gesund!
Eure Merle